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Redaktionelle Bearbeitung: Dieser Beitrag wurde zur Veröffentlichung auf Best of HR – Berufebilder.de® überarbeitet und inhaltlich für das Format angepasst von Simone Janson. Alle Beiträge von Simone Janson


84Hier schreibt für Sie: Tom Diesbrock ist Psychologe, Berater, Teamentwickler und Buchautor.Tom Diesbrock hat selbst eine kurvenreiche Karriere hinter sich: Angefangen mit einem Medizinstudium über die Arbeit in einem Musikprojekt und als Fotoredakteur, studierte er Psychologie und gründete eine Praxis für Psychotherapie. Heute arbeitet er in Hamburg als Coach und psychologischer Berater. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Begleitung von Menschen bei ihrer beruflichen Neuorientierung. Sein Buch “Ihr Pferd ist tot? Steigen Sie ab!” wurde in mehrere Sprachen übersetzt, im Oktober erscheint sein neues Buch “Jetzt mal Butter bei die Fische!”. Mehr Informationen unter tomdiesbrock.de Alle Texte von Tom Diesbrock.

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Schluss mit Selbstsabotage in Alltag & Job: Hören Sie auf, sich im Weg zu stehen!

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Konfliktvermeidung und Harmoniestreben um jeden Preis, sich an den Vorstellungen anderer zu orientieren und es jedem recht machen zu wollen – das sind kindliche Strategien, die uns nicht glücklich machen. Und solange wir uns von anderen Menschen verunsichern lassen, schenken wir uns nicht die Aufmerksamkeit, die wir brauchen und verdienen.

sich-selbst-nicht-im-weg-stehen

Wer für Harmonie sorgen will, wird verbrannt

Als Vera mich damals kontaktierte, wollte sie lediglich einen psy- chologischen Rat, um den Familienkonflikt zu lösen. Dabei hatte sie sich in ähnliche Helferrollen von Freunden und Kollegen schon häufiger drängen lassen.

Ihr Impuls, um jeden Preis für Harmonie sorgen zu müssen, zeigte, dass ihr Selbstmanagement in so einer Situation nicht funktionierte. Mit der Konsequenz, sich gegen den eigenen Willen und ohne für das eigene Wohlbefinden zu sorgen, leicht instrumentalisieren zu lassen.

Jemand, der auf Teufel komm raus für Harmonie sorgen will, hat die besten Chancen, dabei zerrieben und verbrannt zu werden. Und ob ihm für sein Helfen wirklich gedankt wird, steht auf einem anderen Blatt.

“Ich tue alles für den Laden”

“Ich tue wirklich alles für den Laden, bin morgens der Erste und ma- che meistens abends das Licht aus. Aber meinen Sie, das wird mir ge- dankt? Jeder lädt nur seine Arbeit bei mir ab. ›Kannst Du mal eben…‹, höre ich ständig. Ich mag mein Büro schon gar nicht mehr verlassen. Weil ich garantiert vor der Tür von jemandem angesprochen werde, der etwas von mir will.”

“Und Sie tun dann, was man von Ihnen verlangt?”


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(leise) “Meistens schon. Das ist nicht so gut, oder? Aber was soll ich denn machen? Alle sind ja nett zu mir und ich will doch auch niemandem vor den Kopf stoßen.”

“Sie meinen, Sie würden Ihre Kollegen vor den Kopf stoßen, wenn Sie auch mal Nein sagen?”

Plötzlich zickig?

“Na ja, die kennen mich doch nur so. Was würde man denken, wenn ich plötzlich zickig bin und nur noch an mich denke?”

“Zickig?”

“Es wäre doch egoistisch, wenn ich mich weigere, anderen zu helfen, oder?”

“Ich finde Ihre Sichtweise ziemlich schwarz-weiß. Bisher, sagen Sie, lassen Sie sich alles gefallen. Und die Alternative wäre, keinem mehr zu helfen? Gibt es da nicht vielleicht einen Mittelweg?”

“Aber dann müsste ich doch häufiger Nein sagen. Und das kann ich überhaupt nicht! Konnte ich noch nie. Oder jemandem tatsächlich ins Gesicht zu sagen, dass ich keine Lust habe, seine Arbeit mitzumachen? Oh Gott!”

“Allein der Gedanke macht Ihnen richtig Stress?”

“Oh ja, ich merke schon, dass ich rot werde.” (leise) “… Und ich will ja auch keine Abmahnung wegen Arbeitsverweigerung bekommen. In meinem Alter finde ich doch nirgendwo mehr einen Job.”

Was würde passieren wenn…?

“Denken Sie denn wirklich, dass man Ihnen eine Abmahnung ge- ben könnte, wenn Sie nicht mehr ganz so fügsam wären?”

“Na ja, könnte doch sein.” (schweigt eine Weile) “Nein, wohl nicht. Mein Chef weiß ganz sicher, was er an mir hat. Er lobt mich immer wieder für meinen Einsatz. Meistens, um sofort so etwas hinterher zu schieben wie: ›Können Sie sich vielleicht möglichst bald mal diese Unterlagen durchschauen?‹”

“Was möchten Sie denn verändern?”

“Es wäre schon gut, wenn ich nicht immer so schnell Ja und Amen zu allem sage. Jemand hat mir mal den Tipp gegeben, öfter zu antworten: ›Ich habe gerade keinen freien Kopf. Ich denke darüber nach und komme später nochmal auf Sie zu.‹”

“Das wäre keine schlechte Antwort, oder?”

“Und ich könnte auch mal sagen: ›Das schaffe ich im Moment leider nicht.‹”

“Genau.”

Der Wunsch, gemocht zu werden

“Ach nein, so bin ich einfach nicht. Das kann ich nicht. Ich bin eben ein ›Everybody’s Darling‹. Ich möchte von allen gemocht werden, und dafür tue ich alles.”

“Und Sie meinen, das können Sie nicht ändern?”

(ganz leise) “Vielleicht. Ich weiß ja gar nicht wie.” (lauter) “Ach nein, Sie wissen doch, wie es um mein Selbstbewusstsein steht. Am liebsten wäre mir, wenn SIE mal mit meinen Kollegen und dem Chef sprechen und sie bitten, mich nicht mehr so mit Arbeit zu überschütten…” (seufzt tief) “Aber das geht ja auch nicht. Ich hab eben selber schuld. Ich bin ein Feigling. Und total konfliktscheu. Da kann man eben nichts machen…”

Vera war offensichtlich ihrem Helfersyndrom auf den Leim gegan- gen. Nachdem wir das festgestellt hatten, nahm sie sich vor, sich ab sofort herauszuhalten und das Spiel nicht weiter mitzuspielen.


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2 Antworten zu „Schluss mit Selbstsabotage in Alltag & Job: Hören Sie auf, sich im Weg zu stehen!“

  1. Thomas Eggert

    Mentales Selbstmanagement in Alltag & Job – Teil 1: Hören Sie auf, sich im Weg zu… via B E R U F E B I L D E R – Empfehlenswerter Beitrag ok4x3X2fMO

  2. BEGIS GmbH

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