Berufswahl für Ein- und Umsteiger: Welcher Beruf passt zu mir?


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Bildrechte:  Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock. .

Berufswahl und Jobwechsel – Themen, die längst nicht mehr nur für junge Menschen, die mit der Schule fertig sind und nach dem geeigneten Studium oder Ausbildungsplatz suchen, interessant sind. Denn: Auch immer mehr Menschen mit Berufserfahrung überlegen, umzusatteln und stellen sich die Frage: “Welcher Beruf passt zu mir?”

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Hier schreibt für Sie:

 

Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

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Beruf – aber welchen?

Berufseinsteiger, aber auch Umsteiger haben in Deutschland die  Qual der Wahl: Neben 344 staatlich anerkannten betrieblichen Berufausbildungen gibt es derzeit etwa 12 700 Studiengänge und -fächer. Dazu kommen ungezählte berufsbegleitende Weiterbildungen.

Zirka 390 staatliche und private Hochschulen werben um die Gunst der Bildungswilligen, zudem entstehen immer Studien- und Weiterbildungsgänge. Letztere müssen oftmals nichtmal akkreditiert oder nommiert sein, was den Überblick besonders erschwert.

Immer wieder stelle ich fest, dass junge Menschen gar nicht wissen, welche beruflichen Möglichkeiten sie haben, ja dass Sie oft gar nicht wissen, was sie selbst wollen. Denn es greifen immer noch genug junge Leute bei der Wahl von Ausbildungsberuf oder Studienfach danneben.

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Viele greifen bei der Berufswahl daneben

Mehr als jedes vierte Ausbildungsverhältnis wird or Abschluss abgebrochen, davon wiederum etwa ein Drittel noch in der Probezeit. In manchen (vermeintlich) populären Ausbildungsberufen wie etwa bei Köchen, liegt die Abbruchquote bei nahezu 50%.

Und auch bei den Studiengängen sehen wir wie bei den Ausbildungsberufen enorm hohe Abbrecherquoten von durchschnittlich 28% im Bachelorbereich. An Universitäten liegt diese Quote dabei mit ca. 35% beinahe doppelt so hoch wie an FHs mit ca. 19%. Recruiting-Experte Joachim Diercks schreibt dazu kurz und bündig:

Verwirrende Vielfalt, die aber praktisch kaum genutzt wird.

Welcher Beruf passt zu mir?

Tom Diesbrock hat in seinem Beitrag Wo bitte geht’s zum Traumjob auf einen elementaren Fehler hingewiesen, den viele Menschen bei der Berufswahl begehen: Statt nach einer Tätigkeit zu suchen, die sie wirklich interessiert, orientieren sie sich zuerst am Angebot.

Das zeigt sich auch daran, dass die richtige Berufswahl in Deutschland ein wichtiges, wenn auch unterschätztes Thema ist und dieses ausführlich diskutiert werden sollte. Dann wird eben Medizin studiert, das kennt man ja, oder Jura. Auf ungewöhnliche Ideen kommt, bei denen man sich seinen Job quasi neu erfindet, kommt man so kaum. Eine Vorgehensweise, die Diesbrock zurecht als klassische Selbst-ins-Knie-Schuss-Technik bezeichnet.

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Der Weg zum Traumjob: Augen auf bei der Berufswahl

Der alte Spruch “Augen auf bei der Berufswahl” gilt noch immer, aber bei dem unüberschaubaren Angebot fällt es schwer, den Blick in die richtige Richtung zu lenken. 11% aller Abiturienten hat selbst bei der Abi-Feier keine Ahnung, was sie machen wollen.

Barbara Knickrehm, Berufsberaterin für Abiturienten bei der Arbeitsagentur Herford, rät in einem Beitrag auf Best of HR – Berufebilder.de® Augen auf bei der Berufswahl Berufs-Ein- und Umsteigern, erst einmal bei sich selbst anzufangen, bevor man sich von den vielen Möglichkeiten verwirren lässt:

“Statt planlos im Internet herumzusurfen, sollte man sich an erster Stelle fragen, welche Themen und Aufgaben einen besonders beschäftigen, besonders großen Spaß machen und bei denen man den Eindruck hat, dass sie einem gut von der Hand gehen. Aber auch die Einschätzungen seines Umfeldes sollte man in die eigenen Überlegungen einbeziehen.”

Beratung kann bei der Karriereplanung helfen: Was leisten Self-Assessment-Verfahren?

Wer dennoch auf diese Weise nicht weiterkommt, dem könnte ein Self-Assessment-Center helfen. Dieser wird nicht nur von einigen Hochschulen teilweise verpflichtend angeboten, sondern es gibt auch Tools für die persönliche Berufswahl online. Ein Überblick und Selbstversuch findet sich in einer Artikelserie zu den Self-Assessment-Verfahren auf Best of HR – Berufebilder.de®.

Wer den Online-Tools nicht traut, der kann eine Karriere-Beratung zu Rate ziehen. Für Schulabgänger werden solche Berufswahl-Beratungen von den Arbeitsagenturen kostenlos angeboten. Für alle anderen gibt es ein großes Heer von privaten Beratern und Coaches, die ihre Unterstützung bei der Berufungs-Findung und Karriereplanung anbieten. Wie man hier die Spreu vom Weizen trennt und den richtigen findet, das finden Sie in einer Artikelserie zum Thema Karriereplanung für Führungskräfte auf Best of HR – Berufebilder.de®.

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Der Selektionsprozess beginnt: Häufige Fehler bei der Berufswahl

Wenn Sie wissen, was Sie wollen, sind Sie schon einen großen Schritt weiter. Nun beginnt in Anbetracht des großen Angebots der Selektionsprozess: Wollen Sie lieber eine Ausbildung machen – oder doch lieber Studieren?

Viele Menschen, so hat Tom Diesbrock in seinem Beitrag Wo bitte geht’s zum Traumjob auch beklagt, machen erst eine Ausbildung und fragen sich dann, was sie damit machen könnten. Oder noch schlimmer: Sie orientieren sich bei der Wahl Ihrer Ausbildung am Angebot – und nicht an dem was sie eigentlich wollen. Das ist ein Fehler!

2 Checklisten: Lieber Berufsausbildung oder doch Studium?

Ein ebenso häufiger Fehler besteht darin, dass sich Schulabgänger zunächst auf eine Berufsausbildung fokussieren: Sie verdienen dann gleich Geld und die Ausbildung scheint schneller und zielgerichteter Zum Erfolg zu führen. Doch ein Ein Hochschulabschluss bietet langfristig immer die besseren Perspektiven.

Checkliste Berufsausbildung: Die eigenen Wünsche hinterfragen

Falls Sie sich überlegen, statt eines Studiums eine betriebliche Ausbildungen oder den Besuch einer Berufsfachschule zu beginnen, sollten Sie Motive dafür kritisch hinterfragen:

  • Wird beispielsweise eine Lehre nur begonnen, weil man sich in der Studienwahl unsicher ist?
  • Verspreichen Sie  sich von einer Ausbildung mehr Chancen beim Berufseinstieg?
  • Oder ist es die Aussicht auf finanzielle Unabhängigkeit, die eine Entscheidung für eine betriebliche Ausbildung attraktiv erscheinen lässt?

Checkliste Studium: Sich einen Überblick verschaffen

Manche dieser “Vorteile” verlieren angesichts neuer Entwicklungen an den Hochschulen an Gewicht. So erlauben Bachelorstudiengänge einen Hochschulabschluss in sechs bis sieben Semestern, einer Zeit, die der beruflichen Ausbildung vergleichbar ist. So gehen Sie bei der Auswahl vor:

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  • Die Auswahl eingrenzen: Auch die Zahl der dualen Studiengänge, bei denen eine betriebliche Ausbildung inklusive Bezahlung in das Studium integriert ist, steigt ständig.
  • Wenn Sie sich hingegen informieren möchte, welche Studiengänge es an welchen Hochschulen gibt, können Sie sich in verschiedenen Online-Datenbanken einen Überblick verschaffen,
  • Dazu sollten Sie zunächst den Studienbereich eingrenzen, der Sie interessiert und bei der Suche differenzieren – etwa nach künstlerisch-kreativen, geisteswissenschaftlich-sprachlichen, sozialwissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Auf diese Weise können Sie Ihre Suche immer weiter auf einige wenige Studienfächer und Hochschulen, an denen diese angeboten werden, fokussieren.

Berufs-Wechsel: Wie gelingt der Umstieg?

Ein ganz anderes Problem haben häufig Berufsumsteiger, die zwar häufig wissen, was sie gerne tun, aber nicht weiß wie? Diese möchte ich auf die Beiträge von Tom-Diesbrock hinweisen, der Schritt für Schritt erkärt, wie man bei der beruflichen Neuorientierung vorgeht.

Noch einmal zusammengefasst habe ich seine Thesen in diesem Beitrag zum beruflichen Neuanfang. Wie man dann in der Realität mit seinem Wunsch auch noch die richtige Stelle findet – das erklärt Jürgen W. Goldfuß in seinem Beitrag Der Job der zu mir passt.


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  1. Magdalena

    Bin 55 J, weiblich, verheiratet, 2 erwachsene Kinder, 3-Katzen, langjährige Erfahrung als Sekratärin. In etwas weniger als einem Jahr habe ich 542 Bewerbungen geschrieben und 27 Bewerbungsgespraeche gefuehrt. In einem Monat muss ich Hartz IV beantragen. Was raten Sie mir?

  2. Alex

    Es ist richtig, dass es immer mehr Angebote gibt, sich zu bilden, vor allem in Form von Studienangeboten. Hinzu kommt, dass es auch immer neue Wege gibt, sich nach dem eigentlichen Beruf und dessen Ausbildung weiterzubilden, sodass man fast unzählige Möglichkeiten hat, von einem Beruf in einen anderen umzusteigen, sofern dieser in einem ähnlichen Bereich angesiedelt ist. Wir sehen das zur Zeit sehr stark in den Bereichen Gesundheit und Sozialwesen.

    Die Meinung von Herrn Diesbrock, wie man sich am Markt orientieren sollte, teile ich nicht ganz. Gerade wenn man wie ich, beispielsweise Lehramt studiert hat, weil man es sehr gerne macht, aber dann nach ein paar Jahren des Studierens gesagt bekommt, dass man keine Stelle bekommen wird, weil schlicht kein Bedarf an Lerhpersonal vorhanden ist. In diesem Moment sucht man sich, im nicht mehr ganz taufrischen Alter, schon eine Ausbildung, die einem eine gewisse Sicherheit gewährleistet. Ich kann diesen Gedanken schon nachvollziehen, gerade wenn man seinen Beruf im Hinblick auf Familienplanung etc auswählt, bzw bestimmte Beruf aussortiert.

    Man sollte sich schon orientieren, welche Nachfrage überhaupt existiert.
    ieren sie sich zuerst am Angebot.

    • Simone Janson

      Hallo Alex,
      es klingt vernünftig, was Sie sagen. Und doch muss ich aus eigener Erfahrung sagen, dass Sicherheitsdenken zumindest bei mir nie wirklich funktioniert hat.
      Es war für mich persönlich ab einem gewissen Zeitpunkt finanziell erfolgreicher auch Herzprojekte zu machen, auch wenn die Vernunft dagegen sprach, statt alles stringent durchzuplanen. Das ist Typsache, sich etwas am Markt orientieren schadet nicht. Aber durch Kreativität, Leidenschaft und eigene Ideen kann man auch Leute begeistern und vielleicht einen Markt schaffen, wo vorher gar keiner war.
      Vielleicht muss es z.B. auch nicht unbeding der Lehrberuf sein, sondern Coaching, vielleicht gibt es ähnlich gelagerte Alternativen?

      Gruß
      Simone

      • Alex

        Hallo Simone,

        ja das stimmt natürlich schon auch. Ich habe es für mich im Endeffekt genauso gemacht, wie Du sagst. Ich habe Sport und Politik auf Lehramt studiert, und bin jetzt nach dem Bachelor auf eine Bankausbildung umgeschwenkt. Allerdings baue ich meine Sportausbildung weiter im Bereich Rehasport und Präventivsport aus, um hier weiterhin pädagogisch tätig zu sein.

        Ich denke das ist eine ähnlich gelagerte Alternative, die auf jeden Fall Zukunft hat und mir auch Spaß macht. Dazu mache ich noch eine Ausbildung im Banksektor, der mich sehr interessiert. Ich weiß nicht wirklich wie das aufgeht, auch etwas zu splitten, aber ich denke wenn man im Leben mehr wie eine Sache macht ist das durchaus eine Alternative, zu dem konservativen Berufsbild…

        Beste Grüße

        • Simone Janson

          Hallo Alex,
          das ist doch gar nicht so schlecht, verschiedene Standbeine zu haben, die sich vielleicht auch gegenseitig ergänzen können – z.B. durch unterschiedliche Kontakte. Ich denke da nur an eine Bekannte, die Kekse backt für Unternehmen und Berufsberatung anbietet – und insgesamt 5 Jobs hat:
          http://www.sueddeutsche.de/karriere/plaedoyer-fuers-multijobbing-mit-nur-einem-job-wuerde-ich-unruhig-schlafen-1.1886318

  3. Blogparade zum Jahr der Berufsorientierung: Welcher Beruf passt zu mir? | B E R U F E B I L D E R

    […] Sie oft gar nicht wissen, was sie selbst wollen. Darüber habe ich bereits in meinem Beitrag “Welcher Beruf passt zu mir?” geschrieben. Nun gibt es eine Blogparade zum […]

  4. Machen wir 2014 zum Jahr der Berufsorientierung! Aufruf zur Blogparade… | Recrutainment Blog

    […] Simone Janson (Berufebilder.de): Welcher Beruf passt zu mir? […]

  5. David Goebel

    endlich mal ein Artikel, der out-of-the-box proklamiert.
    Heute stelle ich eines fest: meinen heute ausgeübten Beruf gab es zum Beginn meiner Laufbahn noch gar nicht.

    Von daher rate ich jedem: Erkenne Deine Stärken und suche die Stelle, an der Du der beste Problemlöser bist.

    • Simone Janson

      Danke. Wenn man genauer hinschaut machen eine Menge Leute etwas ganz anderes als zu Beginn ihrer Tätigkeit.

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