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Schlagwort Emotionale Intelligenz: Mit IQ eingestellt, mit EQ gefördert!



Ein Begriff geistert durch die Presse: „Emotionale Intelligenz“, angeblich eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen. Schlüsselkompetenzen sind die überfachlichen Qualifikationen, die nicht messbar sind. Der Intelligenzquotient zum Beispiel lässt sich auf einer Skala festmachen, emotionale Intelligenz aber kann man nur spüren oder fühlen. Für die Karriere heißt das: wegen Ihres IQ werden Sie eingestellt – wegen Ihres EQ werden Sie befördert.


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Hier schreibt für Sie: Jürgen W. Goldfuß ist Kolumnist beim Handelsblatt, Unternehmensberater & Trainer für Führungskräfte. Profil

EQ – über den kulturellen Tellerrand blicken

Ein Beispiel für den EQ ist die kulturelle Sensibilität. Sie können fachlich sehr gut sein; wenn Sie aber mit einem Chinesen zusammenarbeiten, nützt Ihnen das allein wenig. Da sollten Sie vor allem fähig sein, über Ihren kulturellen Tellerrand zu blicken und sich in Ihr Gegenüber einzufühlen.

Sonst werden Sie keinen Erfolg haben – und an dem werden Sie schließlich gemessen. Kulturelle Sensibilität hilft aber bereits im eigenen Land. Der Norddeutsche, der den Bayern nicht versteht, oder umgekehrt, der wird immer hinter seinen Fähigkeiten zurück bleiben.

Ist Fachwissen entscheidend?

Häufig wird argumentiert: „Aber das Fachwissen ist doch entscheidend“. Fachwissen ist für den Job zwar wichtig, aber mit fachlicher Kompetenz allein kommen Sie nicht weit. Viele fachlich hervorragende Spezialisten scheitern, wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht. Wenn Sie mehr mit Menschen als mit Maschinen zu tun haben, dann müssen Sie mit jeder Person individuell umgehen können.

Mittlerweile wird bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters schon eher darauf geachtet, wie sich jemand im Team verhält. Aber die Stellenbeschreibungen sind zum größten Teil Fachbeschreibungen, und im Zweifelsfall gibt die Zeugnisnote den Ausschlag.

Was bringen eigentlich Assessment-Center?

Ein Versuch, das Verhalten eines Neuen in der Realität auszutesten, sind Assessment-Center, in denen aber oft lauter kleine Laienschauspieler gegeneinander antreten, die sich vorher angelesen haben, wie sie sich am Besten verhalten.

Deutlich aussagekräftiger sind Fragen, mit denen die Stressresistenz eines Bewerbers getestet wird. Leider müssen Personaler aber oft so viele Bewerber prüfen, dass sie zu wenig Zeit für den Einzelnen haben, oder sie sind für den Job zu schlecht geschult.

Zuhören können

Welche Soft-Skills sind nun aber am Wichtigsten? Als Erstes gehört dazu eine Fähigkeit, die die Wenigsten besitzen, nämlich zuhören zu können.

Wer immer nur den anderen das eigene Wissen oder die eigene Meinung demonstriert, der erhält wenig Rückmeldung bzw. Information. In Zeiten, in denen es in der Wirtschaft häufiger zu Fusionen kommt, ist es wichtig, sich selbst und seine Ideen gut zu verkaufen, sonst bleibt man bei Änderungen schnell auf der Strecke. Schließlich sollte man auch delegieren können, was wiederum Vertrauens- und Kommunikationsfähigkeit voraussetzt, alles Schlüsselkompetenzen.

Haben Frauen mehr EQ?

Nun wird häufig behauptet, Frauen besäßen von Natur aus größere emotionale Intelligenz. Dazu muss man sagen, dass Männer und Frauen unterschiedliche Kompetenzen besitzen. Tatsächlich verfügen Frauen oft über ein größeres Einfühlungsvermögen – und können besser zuhören. Dafür haben sie oft mehr Hemmungen, sich selbst zu präsentieren.

Wenn einem Mann eine Aufgabe übertragen wird, die neu für ihn ist, sagt er eher: „Klar krieg ich das hin!“. Eine Frau hingegen neigt eher dazu zu sagen, „Ich versuch`s mal“, – selbst wenn sie dieselbe Aufgabe schon dreimal erfolgreich bewältigt hat. Männer und Frauen sollten also unterschiedliche Kompetenzen trainieren. Salopp gesagt: Männer müssen lernen, die Klappe zu halten, Frauen müssen lernen, die Klappe aufzumachen.

Kann man Emotionale Intelligenz lernen?

Ist es aber überhaupt möglich, sich Soft Skills anzueignen? Ja, denn anders als die messbare Intelligenz ist die emotionale zum größten Teil erlernbar. Dabei tun sich manche Menschen leichter als andere. Viele Schlüsselkompetenzen beruhen aber auf Erfahrung und Übung. Da kann ein Buch zur Reflexion anregen, als erster Schritt.

Auf einem Seminar können in Rollenspielen konkrete Situationen geübt. Ein guter Trainer schafft es dabei, das Bauchgefühl der Teilnehmer anzusprechen. Das kann schon mal schmerzhaft sein, aber dadurch bleibt das Erlernte „länger haltbar“.

EQ durch Coaching?

Eine weitere Möglichkeit ist Coaching. Der Coach hält Ihnen einen Spiegel vor; er macht Sie auf Verhaltensweisen aufmerksam, die Sie selbst noch nicht bewusst wahrgenommen haben. Allerdings müssen Sie sich darauf einlassen, sonst nützt der beste Coach nichts. Am Anfang steht immer die Auseinandersetzung mit sich selbst – ohne sich dabei völlig infrage zu stellen.

Ein gutes Trainingsfeld ist übrigens, sich in frühen Zeiten aktiv in der Jugendarbeit zu engagieren, in Verbänden, im Sportverein. Ständiges Üben im Alltag nützt viel mehr als ein Seminar, das höchstens ein paar Tage dauert. Sie verstehen dann Ihre Mitmenschen besser, Sie kommen mit Ihrem Partner eher zurecht – und schließlich auch mit sich selbst.

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