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7 Tipps zum Bewerben & Arbeiten in Konzernen oder StartUps: Wo gewinnen Arbeitnehmer?


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Arbeiten in StartUps klingt trendy und nach Gestaltungsmöglichkeiten, Konzernjobs hingegen versprechen größtmögliche Sicherheit. Welche Alternative ist für Arbeitnehmer attraktiver und was sollten Sie bei der Auswahl beachten? 7 Tipps im Überblick.


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Kleinstbetriebe vs. XXL-Unternehmen: 7 Unterschiede

Der Mittelstand, so sagen es die Zahlen, ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und auch Fachkräfte ohne Hochschulabschluss zieht es eher ins Mittelfeld mit Betriebsgrößen zwischen 100 und 500 Mitarbeitern. Doch wo liegen eigentlich die Pluspunkte, wenn man diese „goldene Mitte“ verlässt und sich an den Rändern orientiert?

Kleinstbetrieb versus XXL-Unternehmen lautet dieser Vergleich und dafür haben wir einen genaueren Blick auf die wichtigsten Vor- und Nachteile geworfen – zum Beispiel auch im Hinblick auf Weiterentwicklungsmöglichkeiten oder Arbeitnehmerrechte. Und da sind StartUps ganz schnell gar nicht mehr so trendy. 7 Punkte im direkten Vergleich.

1. Community

Für viele Menschen ist der Arbeitsplatz mehr als nur ein Ort, an dem sie Leistung vollbringen. Denn abseits von Leistungsgedanken und Karriere ist im Job auch das Zwischenmenschliche entscheidend. Für 89 Prozent aller Berufseinsteiger beispielsweise ist das gute Verhältnis zu den Kollegen das sogar wichtigste Kriterium zur Bindung an ihren Arbeitnehmer. Generell steht ein vertrautes Miteinander auf der Wunschliste der meisten Angestellten ganz weit oben.

Hier können natürlich Kleinstbetriebe punkten. Nicht nur, weil eine Belegschaft von weniger als 25 Leuten überschaubarer ist, sondern weil es in solchen Betrieben meist auch generell etwas familiärer zugeht und dies längst nicht nur im Handwerk. Das hat durchaus auch Vorteile für die Arbeit, schließlich hat jeder Charakter seinen eigenen „Takt“. Im Kleinstbetrieb ist es ohne weiteres möglich, diesen Takt all seiner Kollegen zu kennen. Vorteil Kleinstbetrieb

2. Stress

Überschaubarer Kundenkreis, eine eher lokale Ausrichtung. Diese beiden Faktoren können einen dazu verleiten zu glauben, dass Kleinstbetriebe es in Sachen Arbeitsbelastung den Angestellten leichter machen. Leider ist jedoch eher das Gegenteil der Fall. Denn für Firmen dieser geringen Größenordnung zählt meist jeder Auftrag. Die Regionalität sorgt dafür, dass sich Fehler durch Mundpropaganda meist rasch verbreiten. Und besonders hoch ist der Stresslevel in StartUps in der Gründungsphase, wenn es auf jeden einzelnen Mitarbeiter ankommt.

Das alles und die naturgemäß geringe Mitarbeiterzahl sorgen dafür, dass die Arbeitsbelastung des einzelnen Arbeitnehmers in solchen Firmen häufig recht hoch liegt. Zumal durch die familiäre Atmosphäre auch die persönliche Bindung zum Betrieb meist größer und ein „Nein“ viel schwieriger ist. Gänzlich anders im Großbetrieb: Denn obgleich auch hier Mitarbeiterzahlen rationalisiert und die Maßnahmen gegen Stress weit entfernt vom Optimalzustand sind, ist hier doch die Arbeitsbelastung des Einzelnen meist geringer und zudem lässt sich das Arbeitsaufkommen auf mehr Kollegen verteilen. Vorteil Großbetrieb

3. Ortswechsel

Wer berufliches Gleichmaß liebt, sollte sich auf Kleinstbetriebe fokussieren. Zwar erfordert hier die geringe Mitarbeiterzahl häufig auch fachfremde Einsätze, aber die meisten Angestellten in diesem Segment sind mit allen Vor- und Nachteilen auf ihren angestammten Beruf fokussiert, auch in Sachen Standort. Doch genau das kann auch zu einem Bumerang werden. Wenn der Lebensentwurf einen Standortwechsel notwendig macht, etwa weil der Partner versetzt wird. Im Kleinstbetrieb sind damit meist unweigerlich Kündigung und Jobsuche verbunden, weil der Hauptsitz der Firma schlicht der einzige Sitz ist.

Der Großbetrieb kann indes all seine Vorteile voll ausspielen. Die Angebotspalette des Branchen-Giganten  Fielmann etwa deckt quer durch die Republik über anderthalbtausend Inhouse-Stellenangebote ab – bei weit über 700 Filialen kein Problem. Beim Werkzeug-Koloss Würth sieht es in Relation zu dessen 450 Niederlassungen ähnlich aus. Bei der Metall-Größe Thyssenkrupp warten ebenfalls 660 Stellen deutschlandweit auf ihre Besetzung. In solchen und ähnlichen Großbetrieben gilt für Mitarbeiter tatsächlich das Motto „Je größer, desto weniger standortabhängig“. Vorteil Großbetrieb

4. Weiterentwicklungsmöglichkeiten

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen es Berufsbilder gab, in denen Neuerungen in Abständen von mehreren Jahren oder sogar noch länger relevant wurden. Denn mit der Computerisierung und ihrer Durchdringung selbst traditionellster Berufe liegt die Halbwertszeit des nötigen Wissens heute eher im Bereich mehrerer Monate, wenn überhaupt.

Auch wenn StartUps auf den ersten Blick trendy scheinen: An vielen Angestellten von Kleinstbetrieben mit ihren meist sehr eng abgesteckten Tätigkeitsbereichen innerhalb des Jobs gehen solche Neuerungen jedoch häufig vorbei. Auch in die Weiterbildung der Mitarbeiter wird weniger investiert. Natürlich geht das zulasten der eigenen Berufsqualifikation: Im Zweifelsfall wird ein Personaler demjenigen den Vorzug geben, der nicht nur durch unregelmäßige Lehrgänge, sondern tägliche Arbeit andauernd am Puls der Zeit liegt.

Ein weiterer Vorteil für den Großbetrieb, denn alleine hier werden die meisten Neuerungen dank großer R&D-Budgets erst getätigt. Wo nicht, liegt der Erstkontakt für Neuerungen doch bei den Marktgiganten der Branche. Vorteil Großbetrieb

5. Strukturen

Vom Teamleiter zum Abteilungsleiter zum nächsthöheren Vorgesetzten. Deutsche Großunternehmen tun sehr viel dafür, die Befehlsketten zu kürzen und flachere Hierarchien zu implementieren. Durchaus mit Erfolg, denn wie die renommierte Hans-Böckler-Stiftung herausfand, kommen in deutschen mittelständischen und großen Maschinenbauunternehmen beispielsweise ganze 26 Mitarbeiter auf einen Vorgesetzten, in der Schweiz oder den USA liegt dieses Verhältnis wesentlich geringer, jenseits des großen Teichs türmt sich die Hierarchie zu 7,1 Beschäftigtem pro Vorgesetztem auf.

Doch sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Betrieb mit mehreren tausend Angestellten niemals eine so schlanke Hierarchie mit so kurzen Befehlsketten erreichen kann, wie ein zehnköpfiger Kleinstbetrieb, in dem der Inhaber gleichzeitig auch der einzige Vorgesetzte ist und sich mit niemandem langwierig abstimmen muss. Hier wird das Ergebnis immer lauten: Vorteil Kleinstbetrieb

6. Gehalt und Co.

Natürlich hat ein Großbetrieb allein wegen seiner Mitarbeiterzahlen gigantische Gehaltskosten. Dennoch ist es aber eine Tatsache, dass die Löhne in solchen Unternehmen durch die Bank weg meist wesentlich üppiger ausfallen, als im Kleinstbetrieb, selbst in Branchen ohne Tarifbindung. Zunächst liegt es daran, dass die Qualifikation im Großbetrieb die mit Abstand größte Bedeutung hat und gute Leute lassen sich auch heute noch am besten mit attraktiven Gehältern anlocken und auch binden.

Überdies ermöglichen die Umsatzspannen von Großunternehmen auch das Anbieten diverser Boni, wo etwa Weihnachtsgelder fließen, steht in den meisten Fällen hierzulande auch ein sehr mitarbeiterstarkes Unternehmen dahinter. Diese finanzielle Potenz erstreckt sich auch in andere Bereiche: Mitarbeiter-Fitnessstudios, betriebliche Kinderbetreuung, privat nutzbare Dienstfahrzeuge gibt es äußerst selten in Kleinstbetrieben, sind aber bei vielen Großunternehmen fast Standard. Vorteil Großbetrieb

7. Arbeitnehmerrechte

Theorie und Praxis liegen im deutschen Arbeitsalltag oft sehr weit auseinander. In der Theorie etwa muss in jedem Betrieb mit mindestens fünf ständigen Mitarbeitern ein Betriebsrat gewählt werden. In der Praxis sieht es so aus, dass je nach Branche in teilweise nur fünf von hundert Kleinstbetrieben eine solche Personalvertretung zu finden ist. Die Gründe sind immer die gleichen:

  • Betrieb gefühlt zu klein
  • Angst vor negativen Folgen
  • Vorgesetzter kann direkt angesprochen werden

Tatsächlich zeigt sich in diesen Vorgehensweisen aber, dass Arbeitnehmer dadurch benachteiligt werden. In StartUps und Kleinstfirmen ohne Betriebsrat wird statistisch gesehen zwei Wochenstunden länger gearbeitet, selbst wenn in der Branche keine Tarifbindung vorliegt.

Gänzlich umgekehrt sieht es in Großunternehmen aus. Jenseits der 500 dauerhaft Beschäftigten finden sich nur noch gut 25 Prozent von Unternehmen, in denen es keinen Betriebsrat gibt. Und je weiter man nach oben geht, desto dünner wird auch diese geringe Zahl. Bei den ganz Großen ist indes der Betriebsrat nicht nur quasi Standard, sondern kann auch auf eine äußerst effektive Verzahnung blicken und so ein im Alltag wirksames Bindeglied zwischen Firmen- und Arbeitnehmerinteressen sein. Selbst SAP, die sich noch bis vor 10 Jahren als letzter DAX-notierter Konzern gegen eine Gründung stellten, wurde letztlich per Gerichtsentscheid dazu gezwungen. Zudem muss bedacht werden, dass in Großkonzernen, insbesondere der Industrie, die Chance sehr viel größer ist, dass es hier eine Form von gewerkschaftlicher Übereinkunft, sprich Tariflöhne und/oder -arbeitszeiten gibt, welche bei Kleinstunternehmen häufig außer Kraft gesetzt ist. Vorteil Großbetrieb

Fazit

Wäre dieser Artikel ein Fußballturnier, würden die Kommentatoren das Endergebnis mit „Glasklarer Sieg“ betiteln. 2:5 lautet es für den Großbetrieb.

StartUps und Kleinbetriebe können jedoch damit punkten, dass es bei ihnen familiärer zugeht und hier die Hierarchien unvergleichlich flach sind. In allen anderen Punkten entscheiden die ganz Großen der Branche für sich. Wer hier Arbeitnehmer ist, hat unter dem Strich nicht nur weniger Stress, sondern auch viel mehr (finanzielle) Vorteile.

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