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Studie zeigt, was Fachkräfte ohne Hochschulabschluss wollen: Jobsicherheit vom Arbeitgeber


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Selbst in DAX-Vorständen gibt es Manager ohne Hochschulabschluss. Denn trotz Akademisierung sind Fachkräfte, die nicht von der Uni kommen, für Arbeitgeber eine attraktive Zielgruppe. Unsere Studie zeigt, was sie von Unternehmen erwarten. Und das ist in erster Linie: Jobsicherheit!

Universum_Fachkräfte-Studie 2014_Karriereziele_Infografik


Hier schreibt für Sie:

 

Stefan Lake war von Februar 2011 bis März 2017 Country Manager Deutschland des Employer-Branding-Beratungsunternehmens Universum.

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Fachkräfte ohne Hochschulabschluss?

Die Akademisierung unserer Arbeitswelt schreitet voran: Wo früher oft noch eine Berufsausbildung reichte, muss es heute allzu oft ein abgeschlossenes Studium sein. Doch Unternehmen die, aus welchem Grund auch immer, über Fachkräftemangel klagen, tun gut daran umzudenken und auch gut ausgebildete Fachkräfte ohne Hochschulabschluss ins Visier zu nehmen. Die bringen häufig neben Engagement auch Praxiserfahrung mit.

Doch was macht umgekehrt Unternehmen für diese Zielgruppe überhaupt attraktiv? Um das herauszufinden, haben wir Berufstätige ohne Hochschulabschluss befragt, welche Karriereziele sie verfolgen und welche Unternehmen besonders hoch in ihrer Gunst stehen.

Jobsicherheit vor Work-Life-Balance

Während eine ausgewogene Work-Life-Balance für Studierende und Young Professionals mit akademischem Hintergrund seit Jahren das wichtigste Karriereziel ist, liegt bei den jungen Berufstätigen ohne akademischen Hintergrund das Ziel, einem sicheren und beständigen Job nachzugehen, auf dem ersten Platz. Etwa drei Viertel der Fachkräfte gaben in der Umfrage an, dass ihnen die Jobsicherheit besonders wichtig ist.

Wenn man weibliche und männliche Fachkräfte getrennt betrachtet, zeigt sich, dass bei den Frauen der Wunsch nach Jobsicherheit noch stärker ausgeprägt ist als bei den Männern: Jobsicherheit ist für 81 Prozent der Frauen ein besonders wichtiges Karriereziel, aber nur für 71 Prozent der männlichen Fachkräfte. Auf Platz zwei bei den langfristigen Karrierezielen liegt eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Sie wird von etwas mehr als der Hälfte der Befragten als besonders wichtiges Karriereziel gesehen. Eine Führungskraft mit leitender Funktion zu sein, ist für zwei Fünftel der Befragten ein wichtiges Karriereziel. Weniger gefragt sind eine internationale Laufbahn und Gemeinwohlorientierung.

Welche Erwartungen haben Fachkräfte an die Unternehmen?

Wenn man die Fachkräfte fragt, was für sie einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, stehen ein attraktives Grundgehalt, ein hohes Einkommen in der Zukunft und Anerkennung von Leistung ganz oben auf der Wunschliste. Auch eine sichere Anstellung, ein freundliches Arbeitsumfeld und Respekt für die Mitarbeiter sind wichtige Treiber der Arbeitgeberattraktivität.

Ein inspirierender Manager ist für die Fachkräfte jemand, der sie in ihrer Persönlichkeit entwickelt und fördert, einen guten Führungsstil hat, offen kommuniziert und klare Ziele vorgibt. Besonders gefragte Zusatzleistungen sind die Beteiligung am Unternehmensgewinn, Unterstützung bei der Altersvorsorge und Bonuszahlungen.

Universum_Fachkräfte-Studie 2014_Treiber der Arbeitgeberattraktivität_InfografikMittelständische und große Unternehmen besonders beliebt

Die bevorzugte Unternehmensgröße der Fachkräfte sind mittelständische Unternehmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern. Für einen Mittelständler als nächsten Arbeitgeber sprach sich ein Drittel der Befragten aus.

Aber auch sehr große Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern und große Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitern sind beliebt  – sie sind die Favoriten von etwa einem Viertel beziehungsweise einem Fünftel der Befragten. Schwer tun sich die sehr kleinen Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern: Sie werden nur von 4 Prozent der Befragten als nächster Arbeitgeber gewünscht.

Mehrheitlich zufrieden, ein Fünftel wechselwillig

Mehr als die Hälfte der Fachkräfte ist mit ihren Unternehmen zufrieden, und etwa 40 Prozent der Befragten sagen denn auch, dass sie nicht daran interessiert sind, den Arbeitgeber zu wechseln.

Dennoch zeigen sich 18 Prozent der Fachkräfte an einem Wechsel innerhalb der nächsten 12 Monate interessiert. Gefragt, was sie dazu bewegen würde, sich auf einen anderen Job zu bewerben, sagt die überwiegende Mehrheit (79 Prozent), dass ein Wechsel in Frage käme, wenn man ihnen ein besseres Gehalt anbieten würde.

Automobilindustrie attraktivste Branche

Wie in den Rankings der Studierenden und der Berufstätigen mit akademischem Hintergrund liegen die Unternehmen der Automobilindustrie auch bei den Fachkräften ohne Hochschulabschluss vorn in den Rankings. Sowohl bei den kaufmännischen als auch bei den technischen Berufen machen die Autobauer das Spitzentrio aus.

Bei den Berufstätigen im kaufmännischen Bereich liegen Audi, BMW und Volkswagen vorn, gefolgt von Google auf dem vierten Platz, ProSiebenSat1.Media auf Platz fünf und Porsche auf Platz sechs. Die Bundeswehr nimmt Platz sieben ein, gefolgt von Siemens, Deutsche Lufthansa und IKEA Deutschland. Bei den Berufstätigen im technischen Bereich liegen Audi, Porsche und BMW vorn, gefolgt von Volkswagen, Google, Siemens, Daimler/Mercedes-Benz, Lufthansa Technik, BASF und der Bundeswehr.

Universum_Fachkräfte-Studie 2014_Top Ten_Kaufm. vs Techn. vs  Gesamt_Infografik

Passgenaue Angebote an Fachkräfte machen

Auch wenn sich die Rankings der Top-Unternehmen von Fachkräften und Akademikern nur im Detail unterscheiden, sollten Unternehmen bedenken, dass Fachkräfte deutlich andere Erwartungen an Arbeitgeber haben als Akademiker.

Für die Führungskräfte in den Unternehmen steigen damit die Herausforderungen, denn sie müssen sowohl die Talente mit Hochschulabschluss als auch die Fachkräfte für ihre Aufgaben und ihre Unternehmen begeistern. Nur wenn es den Unternehmen gelingt, passgenaue Angebote zu machen und ihre Ansprache auf deren Wünsche abzustimmen, werden sie auch in Zukunft ihren Bedarf an Fachkräften decken können.

Mehr über die Studien von Universum unter http://www.universumglobal.com und http://www.employerbrandingtoday.com/de/

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Ich hab mit Berufsausbildung nur miese Erfahrung gemacht!

    Hab einen Beruf gelernt, wo man nur einen Fachwirt machen kann, wenn man dafür jemand in den Hintern kriecht. Es gab jahrelang keine auf dem „Markt“ vorhandenen Weiterbildungen, wo man sich unabhängig weiterbilden kann, das gibt es erst seit kurzem als Fernstudium. Also war ich ohne Abitur in dem Beruf wie in einer Sackgasse eingesperrt — dieser ödet mich auch noch voll an. Er ist für Hauptschulabsolventen ja ausgelegt, ich hatte aber Realschule mit 1,5.

    hab nebenberuflich dann Abi nachgeholt, damit ich mehr Berufswahlfreiheit habe, dauerte 3 Jahre Abendschule, kostbare Lebenszeit ist dann wieder weg, wo man eigentlich Zeit benötigt für andere Dinge. Dann nebenberuflich zur Uni gefahren jeden Tag — Bachelor of Science. Keine Ahnung, ob ich damit eine Stelle finde. Aber diese Berufsausbildung war totale Vergeudung und Verschwendung. Attraktive Stellen gibt es nicht, für die guten Stellen hätte ich die Fortbildung benötigt, an die man aber nicht auf dem „freien Markt“ herankam — ich hätte ja dafür bezahlt, wenn es was gegeben hätte!

    nun muss ich versuchen mit Studium was zu finden. Der Beruf ist für mich geistig total unterfordernd, kann nur davor warnen, manche Ausbildungen sind für den Arbeitsmarkt wertlos, wenn man keine Fortbildung machen kann. DENN: in meiner Branche wird komplett durchakademisiert, die Fortbildung gab es für viele aber nicht, dabei sucht man in den meisten Stellenanzeigen nach Fortgebildeten. Für meinen Beruf gab es gut 10 Jahre kaum Stellen und wenn dann nur schlechte, d.h. Bezahlung schlecht, immer nur 2 Vergütungsgruppen, Tätigkeiten nur öde — unterste Schublade.

    wenn ich mit Studium nun nichts finde, wollt ich beim Rentenversicherer Antrag auf Umschulung stellen – der Beruf ist einfach nur furchtbar – Qualität der Stellen nicht vorhanden. Finde das eine Frechheit, solche Sackgassen als Berufausbildung anzubieten!

  2. Ich behaupte mal, dass 70% der Arbeitnehmer einfach nur einen sicheren Job haben ohne viel Ansprüche. Mittelfristig gesehen machen eh alle Jobs keinen Spass mehr, was dann übrig bleibt und wichtig ist die Jobsicherheit.

    • Simone Janson

      Hallo Martin,
      das Mittelfristig alle Jobs keinen Spaß mehr machen, kann ich so nicht unterschreiben: Man muss allerdings vielleicht auch mal etwas ändern und das erfordert eben Mut. Wenn man 30 Jahre lang das selbe macht, kann ich mir schon vorstellen, dass einem mittelfristig zu langweilig wird. Aber solche Jobs werden in Zukunft immer seltener.

      • Etwas ändern in DE???? DAS ist hier aber schwer — immerhin müssen bis 30 ALLE Bildungsmaßnahmen beendet sein, maximal bis 35 gibt es Bafög für Absolventen 2. Bildungsweg

        gucken sie mal die letzte ARD Monitor Sendung — Langzeitarbeitslose denen verboten wird, sich selbst umzuschulen. Es gibt zu wenig Umsschulungsmöglichkeiten, auch in Teilzeit!!! Nur 0,2% der Betriebe in DE bieten Teilzeitausbildungen an z.B.

        vergleich ich das mit Kanada, dann kann man sich in Kanada, wahlweise auch Schweden, Finnland, Norwegen aber EHER Selbst umschulen und weiterbilden als in DE — mit weiterbildden meine ich explizit auch Zugang zu nicht konsekutiven Angeboten statt immer nur im selben Beruf zu bleiben. DAS ist in DE in real sehr sehr schwer.

        ich habe 3 Jahre lang als Hobby Bildungssysteme international verglichen und das in DE ist sowohl horizontal als auch vertikal nicht besonders offen.

        Das generiert Langzeitarbeitslosigkeit, macht Jobwechsel schwer und kreiert eine Kultur der Passgenauigkeit, die hinderlich ist, da so Quereinsteiger oft regelrecht verachtet werden. Ich kann in anderen Ländern wie Kanada z.B. ein ganz breites Spektrum an Bildungsprogrammen lernen und das in relativ kurzer Zeit — zum Bsp. Umwelttechniker — da gibt es Programme in einem Jahr, 2 Jahren — etc. auch in Teilzeit! Auch für Seiteneinsteiger ist vieles leichter. Ich nenn sowwas immer niederschwellige Angebote, also Angebote, die auch in Teilzeit machbar sind, auch nebenberuflich und für Arbeitslose.

        genau das, was ich gebraucht hätte, bevor ich mich in DE in einem 7Jahre dauernden 2. Bildungsweg werfen durfte — mich ärgert diese Lebenszeitvergeudung. Ähnlich wie in Kanada ist es auch in NZ, AU, Korea und anderen Ländern. Ich zahl zwar Gebühren, aber es gibt diese Programme und es dauert nicht alles immer volle 3 Jahre und mehr. Quereinstieg muss wesentlich leichter werden in DE – ich sehe da große Defizite.

        • Simone Janson

          Danke für Ihre spannenden Kommentare. Hätten Sie nichtmal Lust, über den Vergleich von Bildungssystemen etwas zu publizieren? Das wäre sicher für viele Leute interessant und ist ein sehr komplexes Thema. In Deutschland ist das natürlich einerseits ein Mentalitätsproblem: In vielen Köpfen herrscht immer noch die Denke, dass man von der Ausbildung bis zur Rente am besten einen Job macht. Lebenslanges Lernen ist da oft nur eine hohle Phrase. Auch die Durchlässigkeit zwischen dualem Berufsausbildungs-System und akademischer Ausbildung ist leider in beide Richtungen nicht sehr durchlässig und ich habe hier oft den Eindruck, dass es dabei um die Wahrung berufsständischer Interessen geht. Andererseits wird in Deutschland auch immer sehr stark auf Abschlüsse geschaut, auch weil echte Alternativen zur Eignungsfeststellung fehlen. In diesem Zusammenhang habe ich vergangenes Jahr mal an einer Diskussion teilgenommen, bei der es um kompetenzbasiertes Arbeiten ging und darüber einen zweiteiligen Beitrag verfasst. Ein interessanter Punkt dabei war die Frage, was passiert, wenn wir statt auf Abschlüsse nur noch auf die Selbstvermartkungsfähigkeiten schauen.

  3. Pingback: Universum-Fachkräfte-Studie: Was zählt, ist die Sicherheit - Employer Branding Today by Universum Quarterly – Deutschland

  4. MINTrelation
    MINTrelation

    #Jobsicherheit ist für 81 Prozent der #Frauen ein besonders wichtiges #Karriereziel, aber nur für 71 Prozent der… (Beitrag via Twitter) Nyvu1a1Trp

  5. MINTrelation
    MINTrelation

    sichere Anstellung, ein freundliches #Arbeitsumfeld und #Respekt für die MitarbeiterInnen sind wichtige Treiber… (Beitrag via Twitter) nGcBdLWv9i

  6. Welche Erwartungen haben #Fachkräfte, die nicht von der #Uni kommen?
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  7. Stefan Glenz
    Stefan Glenz

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  8. Karriereexperten.com
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    RT @DerLarsHahn: Fachkräfte ohne Hochschulabschluss statt Akademiker-Fixierung?
    Via @SimoneJanson
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  9. Lars Hahn

    Fachkräfte ohne Hochschulabschluss statt Akademiker-Fixierung?
    Via @SimoneJanson
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  10. some ideas

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  11. jobmotion

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  12. Michael

    Merkwürdig, die meisten ziehen einen sicheren Arbeitsplatz vor.

    Ich kann damit nichts mehr anfangen, da ein… (Beitrag via Twitter) 6q0n6Hkqui

  13. KompetenzPartner
    KompetenzPartner

    Studie zeigt, was Fachkräfte ohne Hochschulabschluss wollen: Jobsicherheit vom Arbeitgeber: Se… (Beitrag via Twitter) 7629eeBD7x #Beruf #Bildung

  14. Berufebilder
    Berufebilder

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  15. Simone Janson
    Simone Janson

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