TALK | Ex-US-Präsident Barack Obama über Klimawandel, Feminismus und die Zerschlagung von Facebook und Google


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TALK | Ex-US-Präsident Barack Obama über Klimawandel, Feminismus und die Zerschlagung von Facebook und Google TALK | Ex-US-Präsident Barack Obama über Klimawandel, Feminismus und die Zerschlagung von Facebook und GoogleDer ehemalige US-Präsident Barack Obama spricht auf der Bits & Pretzels über die Gleichberechtigung, den Klimawandel und die Zerschlagung der großen Tech-Konzerne wie Facebook und Google. Ein Überblick über seine Positionen.

Barack Hussein Obama II war von 2009 bis 2017 der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Er ist Rechtsanwalt, auf US-Verfassungsrecht spezialisiert, und gehört seit 1992 der Demokratischen Partei an, für die er 1997 Mitglied im Senat von Illinois wurde. Von 2005 bis 2008 war er Junior Senator. 2009 zog er als erster Afroamerikaner ins Weiße Haus sein Und wurde bei der Präsidentschaftswahl 2012 in seinem Amt bestätigt. Er erhielt außerdem den Friedensnobelpreis.




Hier schreibt für Sie:

 

Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

  Profil

Es gibt zu zeit viele starke Frauen in der Politik, auch im US-Kongress. Wie sieht es mit der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen aus?

Michelle hat mich seit 26 Jahren für dieses Thema sensibilisiert. Als Führungskraft muss man das Problem erkennen und dann entsprechende Entscheidungen fällen. Männer denken immer, sie wissen worüber sie reden, auch wenn sie keine Ahnung haben, Frauen sind hingegen viel zurückhaltender, daher muss man sie fördern.

Und wie finden das die männlichen Mitarbeiter?

Ich habe den Männern im Weißen Haus gesagt, sie sollten ruhig sein und zuhören. Es braucht aber immer eine Weile, bis sie lernen. Diversity in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist kein Akt der Nächstenliebe, sondern ein Motor für Exzellenz. Unternehmen stehen Unter hohem sozialen Druck: Wenn sie hervorragende Fachkräfte für sich gewinnen wollen, um Innovationen umzusetzen, müssen auf Diversität setzen.

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Wie geht man solche Veränderungen an?

Man muss das Problem als Führungskraft erkennen und dann Top Down entscheiden. Alles andere wird nicht funktionieren.

Warum sind Veränderungen so schwierig?

Das Problem beginnt schon beim Bildungssystem: Es wird immer geklagt, Frauen wollen keine MINT-Fächer studieren. Das greift aber viel zu kurz. Als meine Töchter in der Schule Mathekurse wählten, habe ich festgestellt, dass Frauen ganz anders lernen als Männer, sie profitieren viel mehr von Gruppen-Arbeit, weil sie viel teamorientierter und kommunikativer sind.

Um Frauen für Tech-Berufe zu begeistern, in denen sie bislang unterreprästentiert sind, muss man mit Veränderungen also bereits beim Bildungssystem anfangen. Ich sehe aber, dass da eine neue Generation heranwächst, die Gleichberechtigung viel selbstverständlicher einfordert als die Generationen zuvor.

Greta Thunberg ist eine junge Frau, die sich anschickt die Welt zu verändern. Was kann man über sie sagen?

Ich habe Greta Thunberg getroffen. Sie ist außergewöhnlich. Es ist aber sehr traurig, dass eine solche Last auf einer sechzehnjährigen liegt. Wir dürfen es jungen Menschen nicht so schwer machen – auch und gerade alte Menschen wie ich einer bin. Das sind Themen, die wir Erwachsene zu verantworten haben. Ich bewundere Ihre Kraft und Beharrlichkeit. Sie spricht stets sehr klar und deutlich über die aktuelle Klimakrise, ist sich der Probleme stets bewusst. Das ist eine deutliche Botschaft an uns alle, mehr zu tun.

Sie hat mich zum Beispiel gefragt: Verstehen Politiker eigentlich die wissenschaftlichen Aspekte hinter dem Klimawandel? Und ich musste gestehen: In 98 Prozent der Fälle tun sie das nicht. Das Problem ist, dass Politiker nicht immer nur führen, sondern oft nur folgten. Gerade im Kampf gegen den Klimawandel wachse deshalb auch die Bedeutung von jungen Unternehmern mit Expertise.

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Aber man sollte die Fridays-for-Future Bewegung nicht auf eine Person reduzieren: Es gibt überall Gretas. Ich sehe Mut, und ich sehe Innovation, und ich sehe Idealismus. Wir sind in einer Situation, in der wir gefragt sind, etwas zu tun. Das ist auch wichtig: Wir brauchen alle Hände an Deck. Das Gute ist: Dieses Leute müssen wir nicht mehr überzeugen, sie haben erkannt, dass der Klimawandel real ist.

Was können Unternehmer konkret tun, um den notwendigen Wandel herbeizuführen?

Wir müssen technische Wege finden, unsere C02 Emission zu reduzieren. Daher sind Felder wie saubere Energie und bessere Wassernutzung äußerst vielversprechend für Gründer. Die entsprechenden StartUps verdienen damit auch gutes Geld. Das Potential für grüne Technik ist da, aber es reicht nicht aus, nur technische Lösungen nur zu finden, sie müssten auch von Politik und öffentlicher Meinung angenommen werden. Um der globalen Klimakrise etwas entgegenzusetzen, müssen junge Unternehmen, Regierungen und die Gesellschaft zusammenarbeiten.

Es gibt auch eine Vielzahl von unternehmerischen Innovationen, die unsere Welt weiter bringen werden. Ich denke da besonders an die Bereiche Künstliche Intelligenz und Machine Learning, beispielsweise bei Verkehr und Stadtplanung, in der Medizin oder beim Wohnen wertvolle Dienste Gesellschaft leisten können.

Übernehmen Unternehmen die Rolle von Regierungen?

Das habe ich als Präsident gelernt: Die Adaption erfordert, das Regierung und Öffentlichkeit die Einführung dieser Technologien fordern. Das rechtfertigt auch Subventionen für erneuerbare Energien: Genau wie jetzt Solar- und Windindustrie haben auch Öl, Gas und Kohle zu Beginn der Elektrifizierung von starker staatlicher Förderung und Einflussnahme profitiert. Wir können nicht erwarten, dass eine derart große Veränderung ohne Unterstützung der Regierung entsteht.

Oft müssen Politiker leider erst darauf gebracht werden, welche Innovationen notwendig sind. Man muss ausdauernd sein als Unternehmer, in jeder Beziehung. Und am Ende nützt das, was Wohlstand bringt, auch der Gesellschaft. Und Veränderung ist manchmal einfacher als gedacht.

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Wie wichtig ist das Silicon Valley für die Entwicklung von Innovation?

Das Ökosystem des Silicon Valley ist sehr leicht kopierbar, auch wenn außerhalb des Silicon Valley noch zu wenig in Startups investiert wird und ein Großteil des Risikokapitals nur bei einer Handvoll junger Unternehmen ankommt. Besonders Universitäten sind ein wichtiger Anker, um eine Startup-Kultur aufzubauen und in die Forschung zu investieren. Ohne einen Zugang zu Kapital bringt das alles aber nichts.

Und es gab in letzter Zeit in den USA weniger StartUps und Börsengänge. Eine Ursache dafür ist die Dominanz großer Konzerne vor allem aus dem Sillicon Valley, die neuen Unternehmen immer weniger Raum lassen.

Müssen Tech-Unternehmen wie Google oder Facebook zerschlagen werden?

Man muss zumindest darüber reden, wie mehr Wettbewerb möglich sein könnte. Die Manager müssen einsehen, dass sie das Vertrauen der Öffentlichkeit brauchen – gerade auch bei Zukunftsthemen wie künstliche Intelligenz. Bei Change-Prozessen muss man schauen, dass man alle mitnimmt. Inovative Unternehmen haben oft tolle Ideen, aber manchmal denken sie die Sachen nicht zu Ende.

Gerade digitale Veränderungen machen vielen Leuten Angst und das führt zu Konflikten, die wir nicht ausblenden dürfen. Gleichzeitig ist es – diesseits und jenseits des Atlantiks – an der Zeit, sich zurückzubesinnen auf eine gesunde Kombination aus Gemeinsinn und Eigenverantwortung. Länder wie Singapur, Norwegen oder die USA zu anderen Zeiten sind vor allem deshalb erfolgreich, weil es dort eine Kombination von Freiheit und Sinn fürs Gemeinwohl gibt bzw. gab.

Unternehmerisches Denken und Gemeinsinn – wie passt das zusammen?

Einige Unternehmen sind darin besser als andere.Tatsächlich habe ich Freunde, oder sagen wir Menschen, die ich kenne, unter den Spitzenmanagern im Silicon Valley, die der liberitären Kultur anhängen und keine Steuern zahlen wollen. Das erschreckt mich. Denn unternehmerische Kultur beginnt mit einer Gesellschaft, die in ihre Kinder investiert.

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Gerade das Silicon Valley ist durch die guten Schulen und Top-Universitäten in Kalifornien entstanden, die aus Steuermitteln finanziert wurden. Ich habe ein wenig Sorge, dass wir glauben, all die tollen Ideen werden in Zukunft auch weiter ohne Investitionen in unser Bildungssystem einfach so aus dem Boden schießen.

Sollte eine Regulierung in die unternehmerische Entwicklung eingreifen?

Es sind starke Wettbewerbsbehörden nötig. Das ist wie ein Wald, der manchmal ausgeglichen werden muss, um Platz für neue Bäume zu schaffen. Ohne ausreichende Regulierung drohen die unerwünschten Effekte überhandzunehmen. StartUp-Gründer lieben dies romantische Idee, erfolgreich zu sein ohne reguliert zu werden. Und man muss eingestehen zu frühe Eingriffe in die Entwicklung junger Unternehmen können genau so problematisch sein.

Allerdings: Wer ein Land sehen will, das komplett liberitär ist, sollte in gescheiterte Staaten wie Somalia ohne Straßen und Polizei reisen. Daran sieht man, dass es komplett ohne Regulierung nicht gut geht.

Angesichts antidemokratischer und nationalistischer Entwicklungen ist es an der Zeit, sich mal wieder bewusst zu werden, wie gut es der Gesellschaft eigentlich geht. Unsere Gesellschaften waren unterm Strich niemals gesünder, besser ausgebildet, wohlhabender und auch toleranter und diversifizierter als dies heute der Fall ist.

Woher kommt der Optimismus?

Wenn Ihr Name Barack Hussein Obama ist und man es mit diesem Namen es ins Weiße Haus geschafft hast, dann kann man eigentlich nur optimistisch sein. Ohne Optimismus wäre ich niemals dorthin gekommen.

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Wie sieht das Leben eines US-Präsidenten nach der Präsidentschaft aus?

In unserer Gesellschaft gilt es als chic, nicht zu schlafen: Schlaf ist eine absolut unterbewertete Sache – das habe ich erst nach dem Ende meiner Präsidentschaft bemerkt. Und auch mit meiner Frau und meiner Familie verbringe ich inzwischen mehr Zeit. Und ich habe gemerkt, dass ich mich inzwischen intensiver mit einem Problem beschäftigen kann. Als Präsident reagiert man ja oftmals nur. Heute kann ich mir bestimmte Themen herauspicken, die mir am Herzen liegen. Wie z.B. Klimawandel und Nachhaltigkeit.


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  1. Simone Janson

    Hallo Geschädigter,
    na da freue ich mich aber, dass ich Sie zum Lachen gebracht habe!
    Wie Sie sehen, habe ich auch sehr wenig Zeit, ich schaffe noch nichtmal, auf Kommentare zu antworten.
    Es gibt allerdings ein neues Buch, das Ihnen aus der Seele sprechen dürfte: Lügen mit Zahlen von Gerd Bosbach. Und nächste Woche gibt es dazu auch einen Termin:

    Kommen Sie doch einfach vorbei!
    Ich bin passenderweise am Tag vorher noch auf einem Gegentermin und werde dann darüber auch berichten. Grade vorhin habe ich übrigens auch noch einen kleinen Rant zum Thema geschrieben:
    Viel Spaß noch
    Simone Janson

  2. Geschädigter

    Witziger Artikel. Leider nicht so witziges Thema!

    Sorry Ninalein, Du bist gut 2 neue Nachrichtenrunden über Ingenieure und Fachkräftemangel hinterher. Inzwischen hat „man“ festgestellt, dass es den Mangel nicht gibt UND AUCH NIE GEBEN WIRD (Stichwort die Lächerliche Zahl von 7 Millionen fehlenden vor allem Ingenieuren) und das ein „Mangel“ an „passenden“ Ingenieuren existiert. So ein Bischen.

    Was die „Keyword“-Analyse in dem von dir angegebenen Link mir sagen soll erschließt sich mir nicht. Der VDI ist ein Arbeitgeber-Organ, dessen einziges Ziel Gehaltsdrückerei ist.
    In der Projektwerk-Datenbank habe ich 3 Jobs – von welchen ich was verstehe! – angeklickt: 3 mal „Wir suchen für unseren Kunden einen Entwickler“ = ein Ingenieur“dienstleister“ sucht einen „Freiberufler“ für Arbeitnehmerüberlassung. SOLL DAS EIN WITZ SEIN? Wie wär’s wenn wir Oma, Opa, 3 Banken, die EU, den Vatikan, die Post, RTL und Grönland zwischen den „Kunden“ und den „Freiberufler“ schalten. Das ist massiv unseriös und lächerlich. Was das finanziell beim „Freiberufler“ hängen bleibt kann ich mir vorstellen, da verdient die Fleischwarenfachverkäuferin gut dagegen.

    Ich sagte es zuvor und ich wiederhole es nochmals: der Ingenieurberuf wurde getötet, ist tot. Wer heute sich in der Masse der Studienanfänger zum Abschluss quält wird nicht mal mehr als Zeitarbeiter enden…

  3. Simone Janson

    Hallo Ninalein, ich weiße nochmal auf die Studie zum Thema hin, die das Gegenteil Ihrer Aussage sagt:

  4. ninalein

    Durch das Thema Fachkräftemangel, sollten Ingenieure mittlerweile aber doch ganz gute Chancen haben, adäquate Aufträge zu bekomme, denn sie werden doch händeringend gesucht – die entstehende Lücke an Fachkräften kann sogar zur wirtschaftlichen Wachstumsbremse werden. Wieso und weshalb, kann man hier nachlesen:

  5. Berufungsberatung

    Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche: Mashup als Bewerbung? » Von Simone Janson » Simone Janson

  6. Ramona Kramp

    Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche: Mashup als Bewerbung? » Von Simone Janson » Simone Janson

  7. Inzeit - Gute Arbeit

    Bewerbung im Bewegtbildformat: Kreativ Top oder eher ein Flop?!

  8. Pingback: Ingenieurmangel in Comicform | Jobs4Automotive

  9. Johannes Lenz

    RT @simonejanson: Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche – Mashup als Bewerbung? @wollmilchsau @SvenjaHofert @Robindro

  10. shonX Deutschland

    Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche: Mashup als Bewerbung …

  11. Pingback: New Kids on the Blog | JOBlog - der Job & Karriere Blog

  12. MYJOBNEXTDOOR

    Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche: Mashup als Bewerbung?: Obwohl eine Studie das Thema Fachkräftemangel …

  13. Pingback: Warum sind manche Menschen einfach nicht erfolgreich? | Karriereblog von Svenja Hofert - Die Expertin für neue Karrieren

  14. wisoak professional

    Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche,

  15. Juliane Meyer

    Schöne Replik von @SvenjaHofert zu meinem Blogpost Was meint Ihr: Sind die Leute schuld o. das System?

  16. Simone Janson

    Schöne Replik von @SvenjaHofert zu meinem Blogpost Was meint Ihr: Sind die Leute schuld o. das System?

  17. Hauptsache Bildung

    Alles MINT? RT @DerLarsHahn: Schöner Blogpost von @SimoneJanson: Ironische Replik auf den Hype vom Ingenieurmangel.

  18. Alma Mater

    RT @SimoneJanson: Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche: Mashup als Bewerbung? #Arbeitsagentur #Fachkräfte

  19. KompetenzPartner

    Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche: Mashup als Bewerbung?: Obwohl eine Studie das Thema F…

  20. Lars Hahn

    Schöner Blogpost von @SimoneJanson: Alles #MINT? Ironische Replik auf den Hype vom #Ingenieurmangel. #Arbeitsmarkt

  21. Simone Janson

    Ingenieur auf kreativ-ironischer Jobsuche – Mashup als Bewerbung? cc @wollmilchsau @johanneslenz @svenjahofert @robindro

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