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5 konkrete Schritte: Mehr Geld, Leben ändern, Traum-Ziele verwirklichen

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Wer finanziell unabhängig und frei sein will, muss seine Ziele kennen. 5 konkrete Schritte auf dem Weg zum neuen “Lebens-Design”.

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Schritt 1: Lasse los

Der erste Schritt ist sogleich der schwierigste: Das loslassen und verzichten auf liebgewordende Gewohnheiten. Doch mit einem Klaren Ziel vor Augen, für was man das tut, ist es viel einfacher als man denkt, wie Florian Blümm in seinem Buch “Mit wenig Geld um die Welt”, erschienen 2019 bei MVG, schreibt – dabei geht es darum, durch sparen die nötige Finanzierung für eine Weltreise zu bekommen.

Eine Reise wird nichts ohne das Ansparen einer Reisekasse. Sparen heißt verzichten, und dazu musst du motiviert sein. Die Sparphase muss aber nicht schrecklich sein. Das Wichtigste ist deine Einstellung. Wenn die stimmt, kann das Sparen sogar sinnschaffend wirken. Überlege dir dazu, wie dich die Weltreise für deine Sparsamkeit belohnt. Erinnere dich täglich daran, indem du zum Beispiel eine Weltkarte gut sichtbar in deine Wohnung hängst. So hast du dein Sparziel immer im Blick. Eine weitere Motivation zum Sparen kann Geo Arbitrage sein. Der Begriff kommt aus der Wirtschafts- und Finanzwelt. Es geht um das effiziente Nutzen von weltweit unterschiedlichen Lohnniveaus und Lebenshaltungskosten. Das Prinzip haben Rucksackreisende übernommen, die in günstigen Backpacker-Ländern reisen. Digitale Nomaden gehen sogar noch einen Schritt weiter und verdienen ihr Reisegeld dort, wo in Euros oder US-Dollar bezahlt wird, und geben es als Pesos oder Baht wieder aus. Der Verzicht auf ein Mittagessen beim heimatlichen Inder oder Viet namesen fällt leichter, wenn du daran denkst, dass du unterwegs dafür fünf Mittagessen in Indien oder Vietnam bekommst. Und für jeden nicht bestellten Cappuccino in deinem Lieblingscafé schlürfst du drei Cappuccinos in Thailand oder Bolivien. Ist das ein guter Sparzins oder nicht? Natürlich kannst du auf Cappuccino und Chai Latte nur verzichten, wenn du sie überhaupt so gern trinkst wie ich. Damit du sparen kannst, musst du also erst mal wissen, wofür du eigentlich Geld ausgibst. Schreib dir mindestens eine Woche lang deine Ausgaben auf. Schau dir die Posten an und versuche, alles Unnötige zu senken. Da gibt es sicher einige Überraschungen. Übertreibe es ruhig und spare aggressiv. Es ist ja nur vorübergehend, und je besser du sparst, desto eher kannst du los. Unbedingt verzichten solltest du darauf, essen zu gehen und Kneipen zu besuchen. Koche selbst und nimm für die Mittagspause belegte Brötchen mit. Kaufe außer Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen am besten nichts anderes mehr ein, also wirklich gar nichts. Du brauchst vor der Reise keine neue Kleidung und schon gar keine Wohnungseinrichtung. Das Zeug kannst du eh nicht mitnehmen. Wenn du Reisezubehör brauchst, kaufe es gebraucht. Oder noch besser: Lass es dir schenken. Wenn du zur Weltreise deine Wohnung sowieso aufgeben willst, kannst du schon in der Sparphase in eine kleinere Wohnung ziehen oder in eine WG. Oder mache, wenn möglich, deine Wohnung zur WG. Kündige Abos, die du eh kündigen wirst, schon in der Sparphase. Recherchiere günstigere Gastarife, Stromtarife und Handytarife – auch Prepaid. Vereinbare ein Sparziel pro Monat. Um in einem Jahr 6000 Euro anzusparen, musst du 500 Euro monatlich zur Seite legen. Am besten richtest du einen Dauerauftrag für ein Weltreise-Sparbuch ein. So hältst du dich automatisch an die Sparrate. Berücksichtige die Steuerrückzahlung. In einem Kalenderjahr, in dem du weniger als zwölf Monate arbeitest, bekommst du die zu viel vorausbezahlten Steuern zurück. Optimalerweise kündigst du etwa zur Jahreshälfte. Meine Steuerrückzahlung bei Kündigung zum September hat das Budget für gut zwei Reisemonate gefüllt. Das gleiche gilt für die Rückkehr. Wenn du zur Jahreshälfte zurückkommst und eine neue Arbeit aufnimmst, bekommst du im Folgejahr wieder eine Rückzahlung. Natürlich kannst du nicht nur Geld sparen, indem du Kosten senkst, sondern auch durch höhere Einnahmen. Das kann ein Nebenjob sein oder ein anderer Zuverdienst. Verkaufe zum Beispiel einen Großteil deiner Sachen auf dem Flohmarkt, auf eBay oder über eBay-Kleinanzeigen. So fällt der Auszug leichter. Nach der Weltreise bleiben dir viele schöne Erinnerungen und wahrscheinlich ein Hang zum Minimalismus. Nachdem du erlebt hast, wie wenig du brauchst, um glücklich zu sein, wirst du mit viel weniger Konsum auskommen. Dass Erfahrungen wichtiger sind als Dinge, weißt du schon, sonst würdest du keine Weltreise machen wollen. Im Idealfall kannst du den Minimalismus auch schon vor der Weltreise ausleben.

Schritt 2: Kontrolliere Dein Leben!

Meistens wissen wir, was wir nicht wollen. Häufig ist das aber wenig hilfreich, wenn es darum geht, sich neu zu orientieren und jenen Leuten nachzueifern, die ihre Leidenschaft bereits zum Beruf gemacht haben. Die erkannt haben, dass es weniger auf ein dickes Gehalt als auf die Zufriedenheit ankommt. Dass Sicherheit auch einengen kann. Dass heute nur erfolgreich ist, wer auch mit ganzem Herzen dabei ist. Und dass nicht der perfekte Lebensplan zählt, sondern die persönliche Leidenschaft und die Fähigkeit, sich auch flexibel auf neue Begebenheiten einzustellen.

Die Kontrolle über sein eigenes Leben zu haben, klingt zunächst einmal einfach, schließlich ist es das, was wir alle wollen. Tatsächlich aber haben wir jedoch nicht alle die Kontrolle darüber, sondern lassen es uns von anderen vorschreiben. Das zu ändern, darum geht es. Denn wer sein Leben im Griff hat, der kann auch leichter Änderungen vornehmen. Und dafür müssen wir zunächst ganz ehrlich zu uns selbst sein und herausfinden, wo wir stehen. Man muss eine ehrliche Bestandsaufnahme seines Lebens in allen Bereichen machen.

Zur Kontrolle über das eigene Leben gehört auch, bezüglich der eigenen Ziele am Ball zu bleiben. Daher sollte man die folgenden Punke stets berücksichten:


Tipp: Text als PDF (bitte Anleitung lesen!) oder zu diesem Text kompletten eKurs herunterladen. Aktionen oder News per Newsletter!
  • Motivation ist wichtig,  an die Belohnung denken
  • Ausgaben zählen, um Sparpotenziale zu finden
  • Eigene Gewohnheiten überdenken – zum Beispiel indem man sich seine laufenden Kosten genauer ansieht und ggf. überdenkt
  • Unnötiges Loslassen – das gilt für Dinge aber auch zum Beispiel für Termeine

Schritt 3: Weg mit den Ängsten. Designe Dein Leben!

Das ist vielleicht der lustigste Schritt. Sich Zeit zum Träumen nehmen: Wie will man wirklich leben? Welche Träume hatte man als Kind, die man sich jetzt erfüllen will? Reisen? Einem Hobby nachgehen? Familie? Sich ehrenamtlich betätigen?

Eine gute Übung dabei ist meiner Meinung nach, sich vorzustellen, was man tun könnte, wenn man genug Geld hätte. Und wenn man nicht scheitern könnte. In diesem Schritt geht es nicht ums “Ja, aber” und nicht um Realismus, sondern um das Sammeln guter Ideen für das eigene Lebens-Design. Allerdings sollte man eines bedenken, was in der ganzen “Verwirkliche-dich-Selbst”-Literatur gerne übersehen wird: Vielleicht lebt man ja bereits das Leben seiner Träume, findet Erfüllung in seinem Job und seiner Familie. Warum sollte man das dann ändern? Denn: Komplette Zufriedenheit wird man nie erreichen und sie ist auch nicht erstrebenswert.

Was wichtig dabei ist: Man muss sich klar machen, dass einen oftmals nur irrationale Ängste von der Verwirklichung einer Idee abhalten. Sich diese bewusst zu machen, kann Klarheit verschaffen – und hilft einem, die Ängste loszuwerden. Zum Beispiel:

  • Die Veränderung muss nicht zwangsläufig viel Geld kosten. Vielleicht gibt es Sparpotenziale?
  • Etwas im eigenen Leben zu verändern, ist nicht per se gefährlich. Und man kann das Risiko minimieren. Etwa mehrmonatige Reisen bedeuten keinen Karriereknick
  • Etwas alleine zu tun, bedeutet nicht automatisch Einsamkeit. Man kann auf Reisen auch sehr viele neue Menschen treffen.
  • Auch mit Partner und Familie muss man nicht auf deinen Traum verzichten. Es ist alles eine Frage der Organisation.

Schritt 4: Sorge für die Finanzierung

Jetzt kommt das “aber”! Jetzt geht es darum, seine – vielleicht verrückten – Ideen zu finanzieren. Und das ist der Teil, bei dem die meisten Leute scheitern. Das Ziel ist, herauszufinden, wie man das Geld zur Verwirklichungen seiner Ideen aufbringt. Tipps und Vorschläge gehen in der Regel in Richtung Teilzeit arbeiten – z.B. indem man irgendwas verkauft oder online macht – und damit mehr Zeit für die eigenen Interessen zu haben. Das halte ich gelinde gesagt für schwierig: Auch in jedem noch so einfach Job wird heute voller Einsatz verlangt und es gibt Stress, den man abends mit nach Hause bringt. Das, was uns wirklich interessiert, nur in unserer Freizeit zu machen, werden wir uns in Zukunft schlicht immer weniger leisten können.

Was ich für sinnvoller halte: Die eigenen Ideen zu versuchen, mit der Realität in Einklang zu bringen. Dabei vielleicht nicht gleich die ganz große Lebensveränderung im Kopf haben, sondern in kleinen Schritten zum Erfolg gehen. Sich verkaufen – was leider ja oft negativ klingt – also andere, potenzielle Arbeit- oder Auftraggeber von den eigenen Ideen überzeugen, was nur gelingt, wenn man auch hinter seinen Ideen steht. Und dann so allmählich das eigene Leben seinen Wünschen anpassen.

Einen Ansatz dazu bieten die Autoren Vicki Robin Joe Dominguez in Ihrem Buch “Mehr Geld für mehr Leben: Wie Sie in neun Schritten Ihre Beziehung zum Finanziellen ändern und früher in Rente gehen können”, erschienen 2018 bei MVG. Sie schreiben zum Thema finanzielle Freiheit ganz klar und deutlich, dass es ohne ein Umdenken eben nicht geht:

“Was bedeutet es, Ihre Einstellung zu Geld »neu zu gestalten«? Damit ist nicht gemeint, mehr oder weniger Geld zu bekommen; sondern zu wissen, wie viel Geld für Sie ausreichend ist, um jetzt und in Zukunft ein Leben zu führen, das Sie lieben. Es bedeutet, nicht länger ein Sklave des Geldes und der Wirtschaft zu sein, sondern bewusst Entscheidungen zu treffen. Jeder schafft das. Was verstehen wir unter »finanziell unabhängig«? Grundsätzlich bedeutet Finanzielle Unabhängigkeit, nicht mehr wegen des Geldes arbeiten zu müssen. Darüber hinaus führt Mehr Geld für mehr Leben Sie durch einen Prozess der Befreiung, der Sie als Erstes von der Illusion befreit, dass der Kauf von Dingen Sie glücklich machen wird, oder dass »mehr« gleichzusetzen ist mit »besser«. Sie werden so klar erkennen, wodurch Ihr Finanzverhalten gesteuert wird, dass dieses Verhalten sich von selbst auflöst. Wenn Sie die Schritte des Programms durchlaufen, werden Ihre Schulden dahinschwinden. Mit dem Rückgang der Schulden werden Sie wie von selbst Ersparnisse aufbauen. Unerwartete Ausgaben lösen nicht länger den Panikknopf aus. Das Sparen wird zur Gewohnheit. Sie sparen mehr. Und mehr. Schließlich können Sie wählen, ob Sie zum Spaß oder für Geld arbeiten. So ist es vielen Menschen ergangen – und so kann es auch für Sie laufen. Dann nämlich werden Sie erkennen, dass Sie nicht schicksalergeben den Großteil Ihrer wachen Stunden dem Geldverdienen widmen müssen. Acht Stunden am Tag zu schuften mag in unserer Gesellschaft üblich sein, aber Sie können Ihr Leben über andere Schnellstraßen steuern – mit Ausfahrten zu Ihrer wahren Bestimmung und einer angenehmeren Zukunft. Was werden Sie tun, wenn Sie nicht wegen des Geldes arbeiten müssen? Sie wissen das in diesem Augenblick vielleicht nicht, aber durch das Umsetzen der vorgeschlagenen Schritte wird sich so viel Klarheit, Fokus und Selbstvertrauen aufbauen, dass sich die Träume zeigen, die nur darauf warten, von Ihnen entdeckt zu werden.”

Schritt 5: Lebe Dein Leben!

Der letzte Schritt ist der beste. Aber nicht der einfachste. Denn nun geht es darum, seine Pläne auch wirklich umzusetzen. Und sein leben dabei interessant zu halten – d.h., sich nicht von Unkenrufen à la “Kannst Du davon Leben?” die Laune verderben zu lassen. Am Ball zu bleiben, das Ziel vor Augen, auch wenn es mal nicht so läuft.

Michael Berndt liefert dazu seine ganz persönliche Erfahrung in seinem Buch “100 LÄNDER, 100 FRAUEN, 100 RÄUSCHE: Meine verrückte Reise um die Welt”, erschienen 2017 bei MVG:

“Als wir in Sydney landeten, hatte ich nicht den Hauch einer Ahnung, was mich dort erwartet. Im Flieger saßen vor allem frischgebackene Abiturienten, siebzehn oder achtzehn Jahre alt, die genau wussten, wie und wohin sie reisen wollten. Manche hatten das kommende Jahr vollständig durchgeplant, Woche für Woche. Alle wussten, wo sie in Sydney übernachten würden. »Und wo pennst du?«, wurde ich immer wieder gefragt. »Keine Ahnung«, sagte ich und fühlte mich bei jeder Frage schlechter. Alle hatten einen Plan, nur ich nicht. Ich wusste nur eines – günstig musste es sein. Mancher hatte im Flugzeug damit geprahlt, dass er fünftausend Euro auf den Kopf hauen könne. Ich wollte in den ersten zwei bis drei Monaten mit lächerlichen siebenhundert Euro auskommen. »Was, so wenig?«, fragten diese umsorgten Muttersöhnchen und setzten eine sorgenvolle Miene auf. »Damit kommst du nicht weit.« Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Die hatten gerade die Schule verlassen und schon die Taschen voller Geld – ich hingegen war inzwischen vierundzwanzig Jahre alt und musste sparen. Aber immerhin war ich in Sydney angekommen, das hatten mir zu Hause in Sachsen nur die wenigsten zugetraut.”


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