Gewohnheiten ändern, Muster durchbrechen: Umarme dein inneres Kind


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Text stammt aus: Umarme dein inneres Kind: Wie Sie Schritt Für Schritt Zu Einem Glücklichen Und Selbstbewussten Menschen Werden. Das Ausfüllbuch Zum Selbstcoaching (2017) von Cornelia Schenk, erschienen bei Münchener Verlagsgruppe (MVG), Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
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In jedem Leben gibt es schmerzhafte Ereignisse aus der Vergangenheit, die unsere Gegenwart und Zukunft beeinflussen. Und meist sind sie uns sehr früh passiert. Wie lassen sich diese Negativ-Muster ändern?

Gewohnheiten ändern, Muster durchbrechen: Umarme dein inneres Kind

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Cornelia Schenk ist Beraterin.

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Die Negativ-Muster aus der Kindheit

Als Kinder haben wir uns durch emotionale Schlüsselerlebnisse ein Bild von uns zurechtgelegt. Passend dazu haben wir Strategien entwickelt, um von den Eltern geliebt zu werden. Dafür bezahlten wir mit dem Schmerz des Kindes, das sich nicht seinem Wesen gemäß entfalten durfte. Diese hemmenden Erfahrungen sind in unserem Erwachsenendasein weiter präsent. Erinnert uns eine Situation an einen ungeklärten Konflikt aus der Kindheit, tauchen sie in Form von negativen Denkmustern auf wie zum Beispiel: »Ich gehöre nicht dazu«, »Ich muss mich anpassen«, »Ich kann das nicht«, »Ich bin nichts wert« oder »Keiner liebt mich«. Der damit verbundene Schmerz kann in einem Erwachsenen immer noch so lebendig sein, dass er sich in seinem Leben nicht aufgehoben und zu Hause fühlt.

Wenn wir aber ein gutes Leben haben wollen, wird es Zeit, sich mit diesem Phänomen der Vergangenheitsbewältigung zu beschäftigen, das unter dem populären Begriff »inneres Kind« bekannt ist und auf großes Interesse stößt. Der erste Schritt dazu ist ein erfolgreiches Selbstcoaching. Mit praxiserprobten Methoden und Fragen kommen Sie dabei Ihrem inneren Kind auf die Spur. Sie werden Neues erfahren, Altes über Bord werfen, Lust auf Veränderung bekommen und die Bemerkung des Psychologen C. G. Jung schätzen lernen: »Es ist das Kind, das Licht ins Dunkel bringt und vor sich her trägt.«

Die Bereitschaft zum Selbstcoaching

Selbstcoaching braucht Zeit und die Bereitschaft, neue Denkweisen zuzulassen. Aber auch Zwanglosigkeit. Bei manchen Fragen werden Sie wahrscheinlich länger für Ihre Antworten brauchen. Vielleicht kommen sie aus einer ganz anderen Perspektive, oder es sind andere, als Sie vermutet haben. Zerbrechen Sie sich auf keinen Fall zu sehr den Kopf. Legen Sie dann erst einmal Alles zur Seite und gehen Sie Ihrer Lieblingsbeschäftigung nach. Wenn es Ihnen schwerfällt, Antworten zu finden, soll Ihnen das kein schlechtes Gewissen machen. Zeilen, die leer bleiben, haben mit Sicherheit auch einen Sinn.

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Umarme dein inneres Kind weist bereits auf die Bedeutung der Gefühle bei Ihrer Arbeit mit sich selbst hin. Es geht um Trauer und Gefühlsarbeit, darum, was Sie in der Kindheit nicht bekommen haben, darum, was nicht mehr zu ändern ist, aber auch darum, dass Sie als erwachsener Mensch immer noch in der Vergangenheit feststecken. Lassen Sie diese Gefühle zu, sonst werden Sie sich weiterhin in vielen Situationen Ihres Lebens unsicher und belastet fühlen. Ohne Ihre gefühlsmäßige Beteiligung wird kein Selbstcoaching und damit auch keine Veränderung gelingen. Noch eine wichtige Anmerkung: Wenn Sie merken, dass Sie an die Grenzen einer Selbsthilfe kommen, dann suchen Sie sich bitte professionelle Unterstützung. Sie kämen ja auch nicht auf die Idee, einen gebrochenen Arm selbst zu gipsen.

Einführung in die Thematik des inneren Kindes

Der Teamleiter beschimpft mit hochrotem Kopf seine Assistentin vor versammelter Mannschaft. Betretenes Schweigen im Raum, die Assistentin weiß nicht, was sie darauf antworten soll. Hans ist klar, dass er seinen Ruf als Teamchef aufs Spiel setzt. In der Partnerschaft von Franz und Susi läuft es nicht besser. Sie streiten nur noch. Oft wissen sie nicht einmal mehr, was der Anlass gewesen ist. Sie sind zermürbt und resigniert und fragen sich, ob eine Scheidung die Lösung wäre. Das sind nur zwei Beispiele, die jeder aus eigener Erfahrung kennt oder bei anderen beobachten konnte. Aber was läuft da eigentlich ab, wenn erwachsene Menschen sich zu Worten und Taten hinreißen lassen, die sie später bereuen und die sie trotzdem wie unter einem Zwang stehend oft wiederholen? Viele wundern sich dann selbst: Das bin doch gar nicht ich, so kenne ich mich nicht. Diese seltsamen Entgleisungen können wir besser verstehen, wenn wir den verschiedenen Anteilen unserer Persönlichkeit, zu denen auch das innere Kind zählt, unsere Aufmerksamkeit schenken. Folgenden Anteilen werden Sie im Selbstcoaching begegnen:

1. Das innere Kind – der Anteil, den Sie entdecken können

Mit dem Ausdruck »inneres Kind« verbindet die Psychologie die Summe aller Erfahrungen und Erlebnisse aus unserer Vergangenheit. Es ist wichtig, dieses Kind in sich zu entdecken. Denn die Anteile des jüngeren Ichs (wie es die Traumatherapeutin Luise Reddemann formuliert) waren, sind und bleiben für immer ein wichtiger Teil unseres Lebens. Grundsätzlich ist das innere Kind unser natürliches Selbst, der Kern unseres Wesens. Gehirnphysiologisch wird es der rechten Gehirnhälfte zugeordnet. Es steht für unser Gefühlsleben, unsere Intuition, Weisheit, Kreativität. Im Gegensatz zur Erwachsenenwelt repräsentiert unser Kindanteil unsere Innenräume und unser Seelenleben. Ahnen, wundern, staunen, fantasieren, träumen, in Bildern denken – all das gehört zu seinen Ausdrucksformen. Sie werden in unserer Welt erfahrungsgemäß wenig ernst genommen oder sogar mit Ablehnung bedacht. Doch haben sie ihren eigenen Wert, wenn es darum geht herauszufinden, wer wir sind und wohin wir wollen.

2. Das verletzte Kind – der Anteil, den Sie heilen können

Es gehört zum menschlichen Leben, dass man als Kind auch Kränkungsschmerz erleben musste. Das verletzte Kind kann jedoch einen so starken Einfluss auf den erwachsenen Menschen haben, dass dieser sich nur äußerlich und den Lebensjahren nach als Erwachsener fühlt. Doch wir haben die Fähigkeit, Verletzungen aus der Kindheit zu heilen und den selbstbewussten Erwachsenen in uns zu stärken.

3. Das göttliche Kind – der Anteil, dem Sie viel mehr Spielraum verschaffen können

Für den Psychologen C. G. Jung war das Bild vom inneren Kind ein Archetypus, also ein unbewusstes Seelenbild, das jeder Mensch in sich trägt. Es repräsentiert nicht nur das hilflose und ausgelieferte Kind, sondern auch den Zugang zu unserem ursprünglichen Selbst. Für die vielen positiven Seiten des inneren Kindes wie Spontanität, Begeisterungsfähigkeit, Staunen, Neugier, Lebendigkeit, Kreativität und auch die Fähigkeit, ganz in der Gegenwart sein zu können, prägte C. G. Jung den Begriff »göttliches Kind«. Wenn wir als Original und nicht als Kopie unser Leben führen wollen, brauchen wir die Energie und den schöpferischen Funken unseres göttlichen Kindes. Machen Sie sich am besten gleich jetzt mit diesem attraktiven Kindanteil vertraut:

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Wie Sie mit dem göttlichen Kind in Kontakt kommen können:  Stellen Sie dem Kind in Ihnen folgende Fragen:

  • Was war dein Lieblingsbuch?
  • Was war dein Lieblingsfilm?
  • Was war dein Lieblingsmärchen?
  • Wer war dein Lieblingsheld?
  • Welche Fantasien hast du gesponnen?
  • Welchen Beruf wolltest du ausüben?
  • Was war deine Lieblingsbeschäftigung?
  • Welche Lieblingsbezugspersonen gab es?
  • Was wolltest du nicht spielen?
  • Was fandest du blöd?
  • Vor was hast du dich gedrückt?

4. Der selbstbewusste Erwachsene – der Anteil, den Sie weiter entwickeln können

Wie stellen wir uns diesen Teil von uns vor? Gut gelaunt, immer ein Lächeln und ein lustiges Lied auf den Lippen, positiv gestimmt mit viel Sonne im Herzen? So eine Imagination kann sehr entspannend und stärkend sein. In der Realität wird der Erwachsene eher in der linken Gehirnhälfte verortet. Zu ihm gehören Vernunft, Wissen und Rationalität. Erwachsen sein heißt denken, überlegen, planen, analysieren, vorsorgen und handeln. Es dreht sich dabei alles überwiegend um die äußere und aktive Welt. Dagegen gibt es auch überhaupt nichts zu sagen, solange der Wirkkreis der Kinderwelt auch seine Daseinsberechtigung findet und beide Systeme sich gegenseitig befruchten. Die besprochenen Anteile sind theoretisch zwar zu trennen, in der Praxis fließen sie aber in einem dynamischen Prozess zusammen und bedingen sich gegenseitig. Deshalb finden sie hier keine gesonderten Erwähnungen.

Fazit: Selbstliebe macht glücklicher als Selbstoptimierung

Als Kinder bekommen wir vieles beigebracht. Doch die Pflege der Selbstliebe steht selten auf dem Erziehungsprogramm. Eher lernen wir, wie wir uns verhalten müssen, damit die Eltern an uns Gefallen finden. Liebe muss man sich verdienen, lernt jedes Kind. Schließlich ist es auf den Glanz in den Augen der Eltern angewiesen, um seinen Selbstwert gespiegelt zu sehen. Bleibt der

Glanz aus, blickt es immer wieder in strenge und vorwurfsvolle Augen, fällt es schwer, zu sich selbst eine positive Beziehung aufzubauen. Tatsache ist: Wir kümmern uns lieber um andere als uns selbst. Dass Sie eventuell von Vater und Mutter nicht so viel Liebe bekommen haben, wie Sie gebraucht hätten, müssen Sie hinnehmen. Doch ob Sie sich in der Gegenwart selbst mit Liebe beschenken können, liegt ganz in Ihrer Hand.

Als Erwachsene fällt es uns leichter, die Zeit damit zu verbringen, uns um andere zu kümmern, viel zu arbeiten oder Selbstoptimierung zu pflegen, als uns zu lieben. Wir vergessen dabei ganz oft, was wir eigentlich selbst wollen oder brauchen, und sagen Sätze wie: »Es macht mir nichts aus«, »Es ist mir egal«, »Entscheidet ihr das für mich mit«, »Ich kann gut verzichten«. Wir sind stolz auf so viel Selbstlosigkeit und merken nicht, wie wenig Liebe wir für uns selbst übrighaben. Diese erlernte Lieblosigkeit hindert Sie daran, glücklich zu werden.

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