Passende Mitarbeiter als Imageproblem? Macht Euch die Fachkräfte einfach selbst!


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In Branche wie IT oder auch Sozialberufen klagen Unternehmen über Fachkräftemangel. Doch der ist zum Teil hausgemacht, z.B. durch ein schlechtes Image. Was tun?

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Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

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Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen

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Die Diskussionen zum Thema Fachkräftemangel laufen immer erstaunlich widersprüchlich ab: Während die einen behaupten, es gebe gar keinen Mangel, klagen die anderen, sie fänden keine geeigneten Mitarbeiter – und starten schon mal gerne „hippe“ Personalmarketing-Kampagnen, die, hektisch-verzweifelt dahingeworfen, Fachkräfte in spe anlocken sollen.

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In Wirklichkeit sind Unternehmen, die über Fachkräftemangel klagen, oftmals sogar selbst Schuld am eigenen Dilemma. Und sie könnten es sogar selbst löse. Ich erinnere mich an eine Veranstaltung, bei der ich neben Referenten wie Personalwissenschaftlerin Jutta Rump oder Gerd Zirka vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auf dem Podium einer Fachtagung von Young IT Professionals (YITP) in Heidelberg diskutiert.

Die Lösung für das Fachkräftemangel-Problem: Selbst aktiv werden

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Die Meinungen, wie Unternehmen Fachkräfte gewinnen und halten können, gingen weit auseinander, doch am Ende des Tages kristallisierte sich ein Standing heraus: Fachkräfte findet man in der Regel eben nicht fix und fertig, wie viele Unternehmen sich das wünschen, sie wachsen nicht auf Bäumen.

Vielmehr müssen Unternehmen, denen die gut qualifizierten Mitarbeiter fehlen, selbst aktiv werden, statt däumchendrehend auf passende Bewerbungen zu warten. Eine Möglichkeit dafür könnten eigene Trainee-Programme sein. Und damit meine ich nicht, hippe Employer-Branding-Videos und anderen Werbe-Schnick-Schnack um Bewerber irgendwie anzulocken sondern Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die ohnehin immer mehr zum Employer-Branding-Trend werden.

Ist Aus- und Weiterbildung zu kompliziert?

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Denn mal ehrlich, es geht darum, aus der Not eine Tugend zu machen: In vielen Bereichen ist das nötige Fachwissen ohnehin so neu, dass es gar keine standardisierte Berufsausbildung mehr gibt. Die Lösung: Einfach die Mitarbeiter selbst aus- und weiterbilden.

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Komischerweise hört man das Wort „Fachkräftemangel“ dann aber auch oft von Unternehmen, denen es zu kompliziert erscheint, Mitarbeiter auszubilden oder die meinen, sie hätten nicht die passenden Strukturen dafür.

Ausbildung mit 50 Mitarbeitern

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Die Mediafix GmbH in Köln geht da andere Wege: Das Unternehmen digitalisiert alte Film-Spulen, Video-Kassetten und Diafotos. Da die Digitalisierungsgeräte speziell für das StartUp entwickelt wurden, müssen neue Mitarbeiter geschult werden:

„Wir haben eine fünftägige Ausbildung geschaffen, die am Ende mit einer Prüfung zum Mediendigitalisierer abschließt“, erklärt Mediafix-Gründer Hans-Günter Herrmann. „Inhalte sind zum Beispiel Materialkunde, Qualitätsrichtlinien sowie die Bedienung der Geräte.“

Fundierte Ausbildung = besserer Service

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Pro Jahr werden zwölf neue Mitarbeiter ausgebildet, Tendenz steigend. Als zusätzlichen Aufwand sieht Herrmann die Ausbildung nicht:

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„Da wir in einer Nische agieren, ist das nötige Fachwissen auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht vorhanden.“ Doch die Ausbildung helfe auch, Kosten zu senken. „Wir haben standardisierte Abläufe geschaffen und können dadurch ein sehr preisgünstiges Angebot halten“, so Herrmann.

Verbindliche Standards sind wichtig

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Um verbindliche Standards geht es auch beim IHK zertifizierten CrowdFunding Manager(in) der IHK München in Zusammenarbeit mit dem deutschen Crowdsourcingverband.

„Wir bieten Beratern und Experten in Unternehmen eine fundierte Grundlage, um ganzheitlich zu CrowdFunding zu beraten und das Risiko bei Kampagnen realistisch einzuschätzen“, erklärt Thomas Kölbl, Referatsleiter Seminare in der IHK Akademie München und Oberbayern die Motivation für den Kurs.

Standards auf dem Arbeitsmarkt setzen

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Er verdeutlicht: „An acht Seminartagen erarbeiten die Teilnehmer neben theoretischen Grundlagen auch ihr eigenes Projekt und absolvieren am Ende einen Zertifikatstest. Unser Trainer Dr. Michael Gebert unterstützt sie dabei mit seiner Praxiserfahrung“, sagt Kölbl.

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Das zeigt: Unternehmen können recht einfach eigene Aus- und Weiterbildungen schaffen. Wenn sie mit bundesweit agierenden Institutionen wie der IHK zusammenarbeiten, können sie sogar Standards auf dem Arbeitsmarkt setzen.

TV-Moderator Tobias Schlegel als Rettungssanitäter

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Allerdings gibt es beim Thema Fachkräftemangel nicht nur ein Qualifikationsproblem. Einige Branden sind wegen Schlechter Bezahlung unmenschlichen Arbeitszeiten auch schlicht unattraktiv. Daraus resultiert ein handfestes Imageproblem unter dem gerade Branchen wie helfende und soziale Berufe oder auch der Tourismus leiden.

Doch das ließe sich mit recht einfachen Mitteln beheben. Dazu gehört zum Beispiel, dass man neben einer besseren Bezahlung die positiven, sinnstiftenden Aspekte der Arbeit mehr hervorheben würde. TV-Moderator Tobias Schlegel sorgte vergangene Woche für große Überraschung mit seiner Ankündigung, seinen Job an den Nagel zu hängen und zukünftig als Rettungssanitäter arbeiten zu wollen. Sein Motiv: Etwas gesellschaftlich Relevantes tun.

Hohe Befriedigung aus sozialen Berufen

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Sozialberufe, beispielsweise in der Pflege, haben nicht unbedingt das beste Image. Trotzdem ziehen die Mitarbeiter oft hohe Befriedigung aus ihrer Tätigkeit. Das scheint auch Schlegels Motiv für den Wechsel gewesen zu sein.

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Auch Hans Pauli aus dem bayrischen Inzell wechselte von einer leitenden Position bei der Deutschen Telekom auf einen hauptamtlichen Posten im Standort Management bei der Bergwacht Bayern, wo er bereits seit 26 Jahren ehrenamtlich tätig war. Dort ist er heute für Wartung und Instandhaltung der digitalen Funkstandorte des Behördenfunks zuständig, der zum G7-Gipfel 2015 in Betrieb genommen wurde.

Image und Wirklichkeit

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Keine einfache Tätigkeit, wie er sagt, „man sieht auch viel Schlimmes“. Während es in Fernsehserien wie „Die Bergretter“ immer gut ausgehe, sei das in der Realität leider nicht so. Auch spektakuläre Hubschrauber- und Abseil-Aktionen würden normalerweise viel besonnener ablaufen: „Leben und Sicherheit von Piloten und Hubschrauber gehen vor“, so Pauli.

Vermutlich tragen gerade solche Fernsehserien viel zum heldenhaften Image von Sozialberufen bei – während das schlechte Image andere Gründe hat: Oft fehlt schlicht eine adäquate Bezahlung, die der gesellschaftlichen Relevanz dieser Berufe angemessen ist.

Lobby-Arbeit ist gefragt

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Nach Angaben des Portal gehaltsvergleich.com liegt das Durchschnittsgehalt für soziale Einrichtungen im Schnitt bei 2414 Euro brutto.

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Wobei Altenpfleger mit durchschnittlich 1715 Euro im Monat am Ende der Skala stehen, während Führungskräfte über 3000 Euro verdienen. Hier ist viel Lobby- und Image-Arbeit gefragt, um Abhilfe zu schaffen.

Unternehmen – Schuld am eigenen Dilemma?

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Auch der Tourismus ist eine Branche, die wegen ihres Images stark vom Fachkräftemangel betroffen ist. Dass das auch anders geht, zeigt der erfolgreiche Arbeitgeber wie Markus Gutheinz, in Österreich gerade als Ausbilder des Jahres ausgezeichnet.

Sein Rezept: Den Mitarbeitern seines Hotels „Jungbrunn“ vergütet er jede Überstunde, stellt Wohnung, Essen und Arbeitskleidung – und eben auch die Weiterbildung: Zusätzlich zur Berufsschule lernen die Auszubildenden in einer eigenen Akademie Fachwissen und Soft Skills.

Fluktuation gehört dazu

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Während viele Unternehmen Investitionen in die Mitarbeiter scheuen, weil sie Angst vor deren Weggang haben, ist Gutheinz entspannt: „Fluktuation gehört im Tourismus dazu. Wir motivieren die Leute sogar, in anderen Häusern Erfahrungen zu sammeln“, sagt er.

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Das lohnt sich: Längst hat sich sein Hotel auch international als Arbeitgebermarke etabliert, die Mitarbeiter kommen aus 14 Nationen, um im entlegenen Tannheimer Tal zu arbeiten.

Das „Jungbrunn“ als Referenz ist viel wert. Und so mancher kommt sogar Jahre später wieder. „Die Mitarbeiter sind der Spiegel der Firmenphilosophie“, erklärt der Hotelier, der damit eines erkannt hat: Wertschätzung für die Mitarbeiter ist das beste Personalmarketing.

Die Diskussion zum Thema

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Wie zu erwarten hat es zu dem Artikel in der Welt bereits eine Reihe von Kommentaren und Leserreaktionen gegeben. Sie zeigen, wie groß der Frust auf Seiten der Arbeitssuchenden ist. So heißt es: Das ist doch alles nur Imagegedöhns. der Arbeitsmarkt wurde durch Hartz4 so verwässert das man mittlerweile promovierte mehrsprachige Mitarbeiter unter 12€ die Stunde finden kann. Wenn garnix mehr hilft wird jmd aus Polen eingestellt, die arbeiten sogar für 10€/h. Einen Fachkräftemangel gibt es nicht! Wertschätzung ist das beste Personalmarketing?? – Ha, ha, Guter Scherz

Wir haben genügend gute Leute in den Firmen aber Leistung und Einsatz werden schlichtweg nicht honoriert. Je mehr Sie Leistung und Einsatz zeigen umso mehr werden die Menschen in der Regel benutzt und ausgenutzt.

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Wir haben genügend junge Menschen die einen Job suchen, wenn sie Glück haben bekommen sie einen befristeten Arbeitsplatz zu einem Hungerlohn.

Das sind die Tatsachen zum Thema!! Wertschätzung? Es gibt immer noch genug Firmen die dank der Hartz-Schande ganze Abteilungen mit Leiharbeitern betreiben und das sind alles Fachkräfte. Aber solange der Staat das möglich macht, wird sich daran nichts ändern. Alles nicht ganz falsch, allerdings haben die werten Kommentatoren wohl übersehen, dass das obige Beispiel aus Österreich stammt, wo das Arbeitsrecht noch um einiges Arbeitnehmerfreundlicher ist.

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Außerdem stellt der Artikel diese Tatsachen gar nicht in Abrede: Allerdings gibt es nach wie vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die trotz der von Ihnen beschriebenen Umstände immer noch über Fachkräftemangel klagen. Der Artikel nennt Gründe dafür und zeigt Lösungen auf, weitere Lösungen gibt es im Beitrag Das Märchen vom Fachkräftemangel – Eine Frage der Perspektive.


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