Schlagfertig fiese Fragen kontern dank Bewerber-Storytelling: 5 Tipps zum Jobinterview

Von Simone Janson (Mehr) • Ute Blindert (Mehr) • Zuletzt IT-aktualisiert am • Zuerst veröffentlicht am 31.01.2018 • Bisher 5856 Leser, 1581 Social-Media-Shares Likes & Reviews (5/5) • Kommentare lesen & schreiben • Offenlegung & Urheberrechte:   Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock.  Text ursprünglich aus: „Die 157 wichtigsten Arbeitgeberfragen im Vorstellungsgespräch: Was Unternehmen wissen wollen, wo Stolpersteine lauern, wie Bewerber punkten“ (2018), erschienen bei BusinessVillage Verlag, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Ein Bewerbungsgespräch ist wie eine Verhandlung zwischen Geschäftspartnern. Wir zeigen in 5 Tipps, worauf es dabei ankommt.

Best of HR – Berufebilder.de®

Bewerbung ist nur die erste Hürde

Im Grunde ist ein Vorstellungsgespräch wie eine Verhandlung zwischen Bewerber und Arbeitgeber: Es geht darum, sehr gut vorbereitet und mit viel Wissen über die eigenen Wünsche und Ziele, den Gesprächspartner und sein Unternehmen sowie das gesamte Drumherum informiert zu sein.

Natürlich muss nicht jedes Gespräch stundenlang vorbereitet werden, aber wenn man etwas erreichen möchte kann es nicht schaden das Gespräch im Gedanken durchzugehen – und die Fragen für sich beantworten. Denn: Eine formale Bewerbung ist nur die erste Hürde. Spätestens dann, wenn die teilweise trivial und belanglos anmutenden Fragen der Personaler auf Beantwortung warten, zahlt sich gute Vorbereitung aus.

Das Jobinterview als Bühne sehen

Das Bewerbungsgespräch ist oft eine Bühne, auf der nicht nur Fachwissen, sondern auch die Fähigkeit zur Selbstpräsentation und zur souveränen Reaktion auf unerwartete Situationen auf die Probe gestellt wird.

Wissen, das wirkt!

Laden Sie das PDF zum Text bzw. den eKurs herunter oder bestellen Sie das Buch zum Thema im Shop oder per Klick auf das Cover: [*Anzeige]

Gerade fiese, provokante oder scheinbar belanglose Fragen dienen Personalern dazu, die Gelassenheit und Authentizität eines Bewerbers unter Druck zu testen. Wer hier beginnt, sich zu rechtfertigen oder in die Defensive zu geraten, verliert schnell an Überzeugungskraft. Bewerber sollten sich dann als eine Art Darsteller ihrer eigenen Fähigkeiten sehen, dabei im Gegensatz zu Schauspielern stets bei der Wahrheit bleiben.

Das Bewerber-Storytelling als elegante Lösung

Die elegante Lösung für diese Herausforderungen liegt im Bewerber-Storytelling. Anstatt mit einem direkten, oft knappen Konter zu reagieren, der schnell als arrogant oder unprofessionell empfunden werden kann, nutzt man die Kraft der narrativen Struktur. Storytelling im Bewerbungsprozess bedeutet, die eigene Karriere, die Fähigkeiten und die Persönlichkeit nicht nur aufzuzählen, sondern in fesselnden, relevanten Geschichten zu verpacken. Es geht darum, sich als die Hauptfigur einer Erfolgsgeschichte zu präsentieren, deren Erfahrungen direkt mit der angestrebten Position verknüpft sind.

Wird beispielsweise eine vermeintliche Schwäche oder ein Bruch im Lebenslauf thematisiert – eine sogenannte fiese Frage – vermeidet man es, die Schwachstelle isoliert zu diskutieren. Stattdessen nutzt man sie als Auftakt für eine kurze, prägnante Geschichte. Nehmen wir an, die Frage lautet: „Warum hat Ihr letztes Projekt so lange gedauert?“ Anstatt auf Details des Missmanagements einzugehen, beginnt man mit einer kurzen Erzählung, die den Kontext herstellt, das eigene Learning in den Vordergrund rückt und sofort den Bogen zur aktuellen Stelle schlägt.

Die STAR-Methode als effektive Methode

Die Antwort könnte darauf abzielen, wie man durch diese Herausforderung wertvolles Wissen im Stakeholder-Management oder der realistischen Zeitplanung gewonnen hat, und wie genau dieses Wissen nun in der neuen Rolle einen direkten Mehrwert bietet. Die Schwäche wird so zum entscheidenden Wendepunkt in einer persönlichen Weiterentwicklung, die den Bewerber heute erst wirklich qualifiziert.

Reisen. Menschen. Erfolge.

Inspirierende Orte erleben und Erfolge gestalten dank unserem Shop, Rabatte dazu per Newsletter, mehr auf unseren Fokus-Seiten: [*Anzeige]

Der Schlüssel liegt in der sogenannten STAR-Methode (Situation, Task, Action, Result), die zu einer Storytelling-Variante erweitert wird. Man schafft eine nachvollziehbare Ausgangslage, beschreibt die eigene Handlung und betont das positive, auf die neue Stelle übertragbare Ergebnis. Auf diese Weise wird die Konfrontation in eine Demonstration von Kompetenz und Selbstreflexion umgewandelt. Die Aggressivität oder Negativität der fiesen Frage prallt ab, weil der Bewerber nicht kontert, sondern eine konstruktive, positive Erzählung etabliert.

Die gängigsten Fragen vorab durchgehen – 5 Tipps

Und wer die gängigsten Fragen schon einmal im Gedanken durchgegangen ist, wird weniger Überraschungen erleben und kann selbstischerer auftreten.

Welche Fragen letztlich die Bewerberin erwarten, lässt sich nicht vorhersagen. Es hängt unter anderem von der Größe des Unternehmens, von der Professionalisierung der Personalabteilung und der Erfahrung des Interviewpartners ab.

1. Der Klassiker: Selbstpräsentation des Bewerbers

Spannend sind immer die Fragen zur Selbstpräsentation. Die Frage zum Auftakt kommt meist ganz unschuldig daher: „Schön, dass Sie sich bei uns beworben haben. Interessanter Lebenslauf vor allem. Aber erzählen Sie doch einmal selbst!“ Tja, und dann ist die Bühne eröffnet für die Vorstellung der eigenen Person.

Dieser Part lässt sich natürlich gut üben – und das sollte ich als Bewerber natürlich auch unbedingt machen. Aber zunächst sollte man sich genau überlegen, was das Unternehmen wirklich braucht. Es geht nämlich nicht um mich, sondern um meine Passung zur Stelle. Wenn da viel von Internationalität und Reisen die Rede ist, sollte man in der Selbstpräsentation nicht unbedingt auf seine Heimatverbundenheit abzielen.

2. Das perfekte Bewerber-Storytelling

Wichtig ist es, sich zu überlegen welche Geschichte man von sich erzählen kann. Ich habe dazu ein schönes Beispiel aus einem meiner Seminare, wo ein junger Berufseinsteiger seine Präsentation so begann: „Ich bin ein Junge von der Küste. Ich stamme aus Husum und Wind hat mein Leben geprägt…“

Und dann berichtete er von seinem Bachelor-Studium in Maschinenbau und dem anschließenden Master in Energietechnik mit Schwerpunkt Windenergie. Ich glaube, der Windanlagenbauer, der ihn nicht einstellen würde, müsste noch gefunden werden.

3. Als Quereinsteiger im Unternehmen punkten

Besonders gut gefallen mir die Fragen, die deutlich machen, dass Unternehmen auch so mutig sind, Quereinsteiger und Wiedereinsteigerinnen (das sind ja meistens Frauen) zum Gespräch einzuladen:

  • Sie haben Geschichte studiert. Warum bewerben Sie sich jetzt im Personalmarketing?
  • Nach so einer langen Pause wollen Sie jetzt bei uns einsteigen. Warum sollten wir Sie einstellen?

Für Bewerber*innen die spannendsten Fragen sind natürlich die zur Vertragsgestaltung, sprich, wenn es ums Geld geht. Auf diesen Part empfiehlt es sich, besonders gut vorbereitet zu sein und sehr genau zu wissen, wieviel Gehalt und warum man es haben möchte.

4. Die eigenen Profile und Daten im Blick haben

Insgesamt kann man festhalten, dass der Bewerbungsprozess in vielen Unternehmen ein wenig Frische gebrauchen könnte. Auf der einen Seite redet man immer vom Fachkräftemangel. Auf der anderen Seite haben aber gut ausgebildete Ingenieurinnen Schwierigkeiten, einen Job zu finden – wahrscheinlich, weil sie Kinder haben. Und das ist ja nur ein Beispiel von vielen.

HR wird nicht an der Digitalisierung vorbeikommen – und das ist auch gut so. Allerdings wird diese viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellen, allein wenn man nur den Bereich Datenschutz und Persönlichkeitsrecht, zum Beispiel bei HR Analytics betrachtet.

5. Neue Bewerbungs-Wege gehen

Was sich aber zunehmend ändern wird, ist die Identifikation geeigneter Kandidaten, vor allem für Stellen als Fach- und Führungskräfte. Hier wird die Suche über Active Sourcing zunehmen (müssen), weil sich diese wahrscheinlich kaum noch offen auf dem Arbeitsmarkt befinden. Die Suche und Ansprache muss dabei zielgerichtet und wertschätzend erfolgen, sonst wird man diese Kandidaten kaum für gewinnen können.

Was dabei helfen kann, sind „Corporate Influencer“ oder auch Markenbotschafter, also Mitarbeiter eines Unternehmens, die das Unternehmen bei potenziellen Bewerbern nach außen vertreten. Das kann auf einer Karrieremesse oder auch einer Fachmesse sein, aber auch mit Fachartikeln im Mitarbeiterblog oder via Social Media. Im Idealfall wissen diese dann auch bei einem Gespräch ein paar richtige Fragen zu stellen, um herauszufinden, ob jemand für eine Stelle oder einen Bereich in Frage kommt.

Fazit: Bewerber-Storytelling ist mehr als eine Technik

Bewerber-Storytelling ist somit weit mehr als nur eine Technik, es ist eine Haltung der Souveränität. Es transformiert einen potentiellen Angriffspunkt in eine Gelegenheit zur Profilschärfung. Wer seine Antworten in relevanten, authentischen und ergebnisorientierten Geschichten verpackt, kontert fiese Fragen nicht bloß schlagfertig, sondern vor allem intelligent und nachhaltig.

Man liefert keine Verteidigung, sondern eine überzeugende, positive Narrative, die im Gedächtnis des Personalers bleibt und die eigene Eignung untermauert. Damit zeigt man nicht nur fachliche Qualifikation, sondern auch die emotionale und kommunikative Reife, die in modernen Arbeitsumgebungen entscheidend ist.

Mehr Wissen über Menschen und Orte

Für Ihren persönlichen Erfolg in der Post-KI-Welt bieten wir außerdem individuelle Beratung und viele, frei verfügbare Informationen, die Menschen und Orte wirkungsvoll verbinden: Unter , staatlich geförderter Partner des früheren Bundesbildungsministeriums, finden Sie alles über Business, Beruf und Erfolg, während , vorgestellt im Rahmen eines EU-geförderten Projekts, touristische Themen behandelt. Viel Erfolg! [*Anzeige]

Top Bücher zum Thema

Text als PDF lesen

Diesen Text als PDF erwerben (nur zur eigenen Nutzung ohne Weitergabe gemäß AGB): Bitte schicken Sie uns nach dem Kauf eine eMail mit gewünschten Titel an support@berufebilder.de, wir schicken das PDF dann umgehend zu. Sie können auch Text-Reihen erwerben.

7,99Bezahlen

eKurs on Demand buchen

Bis zu 30 Lektionen mit je 4 Lernaufgaben + Abschlusslektion als PDF-Download. Bitte schicken Sie uns nach dem Kauf eine eMail mit gewünschten Titel an support@berufebilder.de. Alternativ stellen wir gerne Ihren Kurs für Sie zusammen oder bieten Ihnen einen persönlichen regelmäßigen eMail-Kurs – alle weiteren Informationen!

29,99Bezahlen

Individuelles eBook nach Wunsch

Falls unser Shop Ihnen nicht Ihr Wunschthema bietet: Wir stellen gerne ein Buch nach Ihren Wünschen zusammen und liefern in einem Format Ihrer Wahl. Bitte schreiben Sie uns nach dem Kauf unter support@berufebilder.de

79,99Bezahlen

Persönliche Beratung für Ihren Erfolg

Egal ob es um das Erreichen von Zielen, die persönliche Entwicklung oder berufliche Fragen geht: Wir beraten Sie individuell rund um Ihren Erfolg in einer sich schnell wandelnden Post-KI-Welt.

199,99Bezahlen