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Vortrag & Rede vorbereiten in 10 Schritten - 1/2: Den Mansukript-Rahmen schaffen



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Vorträge, Reden und Grußworte sind eine Mischung aus mündlicher und schriftlicher Kommunikation. Viele Ratgeber empfehlen zwar, frei vorzutragen, doch mal ehrlich: Nur echten Vollprofis gelingt es, länger frei und überzeugend zu sprechen. Und auch sie brauchen in der Regel ein stichpunktartiges Manuskript wie einen Rahmen.

Vortrag & Rede vorbereiten in 10 Schritten - 1/2: Den Mansukript-Rahmen schaffen reframing


Hier schreibt für Sie: Prof. Dr. Martin-Niels Däfler lehrt an der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) in Frankfurt am Main. Profil

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Auf den Inhalt kommt es an

Lassen Sie mich mit drei Bemerkungen allgemeiner Art beginnen:

  1. Schreiben und sprechen Sie nur über Themen, die Sie kennen. Bei jedem Redeanlass hat das Publikum eine hohe Erwartungshaltung – Sie müssen Ihren Zuhörern etwas mitteilen, was diese noch nicht wissen. Ein mangelndes Wissen führt automatisch zu einem Autoritätsverlust; spätestens bei der Fragenrunde werden Nicht-Sachkundige enttarnt. Setzen Sie Schwerpunkte also immer dort, wo Sie sich gut auskennen.
  2. Passen Sie auf, was Sie sagen. Welche Inhalte könnten falsch verstanden werden? Auf welche Themen dürfte das Publikum sensibel reagieren? Welche Inhalte werden (sehr) kontrovers diskutiert? Heikle Themen oder solche, die zweideutig sind oder missverstanden werden könnten, sollten Sie vermeiden.
  3. Seien Sie persönlich. Ein guter Redner spricht nicht nur zur Sache, sondern er urteilt, kommentiert, empfiehlt und berichtet aus seinem Leben. Durch Subjektivität wird eine Rede menschlich. Haben Sie also den Mut, eigene Thesen zu äußern und gegebenenfalls die Zuhörer (ein wenig) zu provozieren.

Schritt 1: Beantworten Sie die Grundsatzfragen.

  • Werden Sie sich zunächst über einige grundlegende Dinge klar – folgende Fragen helfen Ihnen dabei:
  • Was ist der Redeanlass?
  • Welche Personen(gruppen) sitzen im Publikum?
  • Welche Einstellungen, Erfahrungen und welches Vorwissen haben die Zuhörer?
  • Wie viele Zuhörer werden erwartet?
  • Wie kann ich ihnen einen Nutzen verschaffen?
  • Welche Vorträge oder Reden gibt es vorher, welche nachher?
  • Wie lange ist die Redezeit?
  • Welches Redeziel habe ich?

Schritt 2: Formulieren Sie die zentrale Botschaft

Eine gute Rede lässt sich in einem Satz zusammenfassen, der gleichzeitig die zentrale Botschaft oder das Motto wiedergibt. Ihre Zuhörer sollten sich wenigstens daran erinnern. Dazu drei Beispiele aus bekannten Reden:

  • Winston Churchill: „Ich habe nichts zu bieten als Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß.“
  • Martin Luther King: „I have a dream!“
  • Roman Herzog: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“

Sie müssen die zentrale Botschaft nicht unbedingt wörtlich in Ihrer Rede zum Besten geben – wohl aber sollten Sie sich diesen einen Satz aufschreiben und an Ihrem Monitor oder an anderer Stelle deutlich sichtbar anbringen. So haben Sie beim Formulieren der Rede stets im Blick, auf was Sie hinaus wollen.

Schritt 3: Formulieren Sie einen packenden Einstieg

Der Redeeinstieg erfüllt verschiedene Funktionen. Er soll zuerst einmal die Aufmerksamkeit des Publikums wecken. Dann soll er den Hauptteil inhaltlich vorbereiten – allerdings tatsächlich nur anreißen, denn eine ausführlichere Einführung ins Thema folgt später mit der Einleitung (siehe Schritt 5). Und schließlich soll der Einstieg die Zuhörer gegenüber dem Inhalt der Rede und dem Redner gewogen machen. Legen Sie also hohen Wert auf den Einstieg, denn der erste Eindruck ist entscheidend.

Hier einige Möglichkeiten, eine Rede zu beginnen: Anekdoten, eigene Erlebnisse und Erkenntnisse, Sternbild oder Horoskop (auch chinesisches Horoskop), Fabeln, Märchen, Sagen, Legenden oder Mythen, Weltrekorde, ungewöhnliche Statistiken, populäre Irrtümer oder historische Ereignisse.

Schritt 4: Formulieren Sie eine kurze Begrüßung

Falls Sie sich wundern sollten: Ja, ich empfehle tatsächlich, zunächst ohne Begrüßung zu beginnen (mit Schritt 3 eben) und erst dann die offizielle Begrüßung folgen zu lassen. Auf diese Weise erzielen Sie ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Ich nenne dies den „James-Bond-Effekt“, denn bei den 007-Filmen wird der Zuschauer unmittelbar in die Handlung gezogen und erst nach ein paar Minuten folgt der Vorspann. Was der Vorspann im Kino, ist die Anrede beim Vortrag.

Auch, wenn es Ihnen schwer fallen sollte: Begrüßen Sie, wenn möglich, nicht mehr als drei Personen namentlich, denn sonst schaufeln Sie gleich zu Beginn ein „Namensgrab“ und verlieren die Aufmerksamkeit wieder. Erwähnen Sie weitere Namen dann lieber im Redeverlauf. Überprüfen Sie vorher stets die korrekte Aussprache von Namen und vergewissern Sie sich, ob Sie die genaue Amtsbezeichnung beziehungsweise die Funktion kennen.

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  1. Jens M.

    Zeit ist im heutigen hektischen Berufsalltag ein immer knapperes gut und gute Vorbereitung bleibt dabei wirklich oft auf der Strecke. Zu schade.

  2. Dirk Eickmeier

    RT @SimoneJanson: Der Karriere-F?hrerschein: In 10 Schritten eine Rede vorbereiten (Teil 1) #Pr?sentation

  3. Holger Froese

    Der Karriere-F ührerschein: In 10 Schritten eine Rede vorbereiten (Teil 1) #Business

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