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Konferenz Öffentlichkeit & Demokratie in Berlin: Gut gemeint, schlecht organisiert



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Von der (Internet)Öffentlichkeit eher unbeachtet fand am Wochenende in Berlin der Kongress „Öffentlichkeit und Demokratie“ statt. Die geringe Werbewirkung sorgte denn auch für entsprechend wenig Andrang. Dabei gab es einige Highlights. oeffentlichkeit-demokratie


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Altbackener Eindruck, guter Inhalt

Zugegeben, das Programm mit immerhin 130 Referenten wirkte eher ein wenig altbacken, der Internetauftritt eher spartanisch und langweilig – jedenfalls im Vergleich zu hippen Web 2.0-Konferenzen wie der re:publica.

Auch die Ankündigungestexte zu den gut 70 Veranstaltungen machten wenig Lust auf mehr: M.E. waren sie für heutige Lesegewohnheiten eher zu sperrig und zu umständlich. Aber vielleicht gehörte ich auch einfach nicht zur Zielgruppe?

Den Besucher direkt anspringen

Denn Leser erwarten heute, dass sie der unmittelbare Nutzen Veranstaltung direkt anspringt – etwa: „Wie verdiene ich Geld mit meinem Blog?“. Die Klischees bedienen andere Konferenzen mit großem Erfolg, um dann oft nur Altbekanntes wieder aufzuwärmen oder mit schönen Bildern und Pseudinformationen um sich zu werfen.

Löblich natürlich, dass eine Veranstaltung, der es um Medienanalyse als Gesellschaft und im Endeffekt um die Formation von öffentlickeitskritischen Aktionsbündnissen geht, sich nicht der marktschreierischen Methoden kommerzieller Verkaufsveranstaltungen bedienen will.

Warum muss unkommerziell langweilig sein?

Zumal die Veranstaltung von einem Bündnis von DJV über Humanistische Union, Hans Böckler Stiftung, Lobby Control bis zur Rosa Luxemburg Stiftung getragen wird und die Idee auf einer Sommerakademie von Attac entstand.

Schade allerdings, dass man dabei derart über das Ziel hinausschoss, dass es am Ende zum Großteil die ewig gleichen Gewerkschaftler und 68-er waren, die sich für das an sich gute Programm interessieren.

Ist die Linke internetfeindlich?

Robin Meyer Lucht hatte im Vorfeld bereits auf carta analysiert, warum die linken Organisatoren das Internet eher mit Vorbehalten betrachten denn als Chance nutzen:

Heute hingegen scheint die Linke in Bezug auf mediale Entwicklungen eher zwischen Larmoyanz, Kritik und Aufbruch zu verharren: Man könnte als progressiv denkender Mensch durchaus zu dem Schluss kommen, dass sich im Netz teilweise Multitude-Ansätze zu manifestieren beginnen. Doch zugleich sind dieVorbehalte auf der linken Seite des politischen Spektrums gegenüber der vermachteten und kommerzialisierten Öffentlichkeit groß.

Fehlorganisation mach unkommunikativ

Ein weiteres Manko war für mich die Gesamtorganisation. Denn leider fanden die Veranstaltungen teils in der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und teils im Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) statt, das ca. eine Viertel Stunde fußläufig entfernt war. Nicht weit, sollte man meinen, aber doch zu weit, um mal kurz von einer Veranstaltung zur anderen zu switschen.

Und auch ein Sammelpunkt fehlte so, weil viele Teilnehmer dann doch lieber im WBZ blieben, wo ein Großteil der Veranstaltungen stattfand. Dass das Catering nur aus Keksen und merkwürdigen schwammigen Brötchen bestand, tat ein Übriges, so dass der eine oder andere, wie z.B. meine Kollegin Ulrike Langer, es vorzog woanders zu essen. Der Netzwerkeffekt, wegen dem man sonst auch zu solchen Veranstaltungen geht, fehlte daher leider weitestgehend.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Lediglich die Programmvielfalt war ein Lichtblick – aber gleichzeitig ein weiteres Problem. Denn der eigentlich auf drei Tage angesetzte Kongress unterteilte sich in eine Auftaktveranstaltung am Freitag Abend, den Samstag zur Analyse und Kritik – während am Sonntag bis 13 Uhr Ideen und Projekte ausgearbeitet werden sollten. Möglich, dass dieser Terminplan den Berufstätigen geschuldet war. Nett auch die Idee, jedem Tag ein Motto zu geben.

Das Problem war allerdings, dass sich sämtlich Vorträge am Samstag kumulierten – und zwar in den Morgen- und Nachmittagsstunden. Oder wie brachte es Jens Best so schön auf den Punkt: „Es ist so viel parallel.“ Und so kam es, dass ich von 130 Veranstaltungen überhaupt nur 4 wahrnehmen konnte – schade, von den restlichen 126 wären sicher auch ein paar interessant gewesen!

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