{Replik} Geschmacklose Werbeanzeigen im Überblick: „Die Zeit“ wirbt für Schlagstöcke, Berlusconi für Tierschutz


Gut arbeiten, 500 Bäume pflanzen! Wir machen die Arbeitswelt menschlicher wie ökologischer und spenden – urkundlich belegt – Einnahmen für Aufforstung. Als Verlag Best of HR – Berufebilder.de® mit einzigartigem Buchkonzept, on-Demand eKursen und News-Dienst geben wir über 15 Jahre Erfahrung an unsere Kunden (u.a. Samsung, Otto, staatliche Institutionen) weiter. Von der Top20-Bloggerin Simone Janson, referenziert in ARD, ZEIT, WELT, Wikipedia.
Bildrechte:  Bildmaterial von Sixt & Extremreads.
Erschienen bei , 08.11.2010, auf Deutsch, von Simone Janson (Hrsg.), alle Autoren finden Sie unten in der Buchvorschau.

Es gibt schöne gut gemachte Werbeanzeigen – und es gibt absichtlich geschmacklose, irreführende Werbung. Einige Beispiele im Überblick.

{Replik} Geschmacklose Werbeanzeigen im Überblick:

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Hier schreibt für Sie:

 

Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

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Sixt nutzt Anti-Castor-Demo für Werbung

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Seit gestern versuchen im Wendland Demonstranten den Castor aufzuhalten und nehmen dafür bei Sitzblockaden teilweise schwere Verletzungen in Kauf. Nun mag man von der Idee halten, was man will, es gibt ja sogar Leute, die der Ansicht sind, die Demonstranten seien selbst schuld, andere wiederum haben verstanden, wie wichtig es ist, hier ein Zeichen zu setzen.

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Nun  mag man dazu stehen, wie man will: Ich fand es krass, was Autohersteller Sixt daraus macht: Die haben nämlich die Anti-Castor-Demonstration am Samstag als Forum für ihre Gurilla-Marketing-Aktion genutzt. Dazu mal ein paar Fotos: {Replik} Geschmacklose Werbeanzeigen im Überblick:

Kommentare

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Kommunikationsberater Tapio Liller hat auf seinen Blog das Video von der Aktion gestellt und selbige kommentiert und sachlich diskutiert, wobei er sich persönlich von der Aktion distanziert, aber dennoch eine treffende Analyse lieferte:

„Aber politische Korrektheit hat Sixt in der Werbung noch nie interessiert. Es gehört zum Konzept, Grenzen zu überschreiten und seien sie auf den ersten Blick noch so wenig mit der Marke in Zusammenhang zu bringen. Irgendeine Brücke findet sich immer. Ich bezweifle, dass die Protestierenden im Wendland überhaupt der Adressat der Aktion waren. Sie nutzt – moralisch betrachtet missbraucht – den Anlass, um eine ganz simple Botschaft rüberzubringen: Sixt ist billig. Solidarisiert hat sich Sixt in meiner Erinnerung noch nie mit irgendeinem politischen Ziel. Warum auch, wenn die es die Spaßfraktion im Netz – und die ist m.E. der Hauptadressat – es eben doch spaßig findet. Das kann man verwerflich finden und abgeschmackt aber der Marke wird’s nicht langfristig schaden. „

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{Replik} Geschmacklose Werbeanzeigen im Überblick:

…und Reaktionen

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Damit hat Sixt vor allem eines erreicht: Aufmerksamkeit in Netz. Auch bei Twitter! Dabei kann man sehr schön erkennen, wie sich die Stimmung im Netz allmählich wandelte: Zunächst haben nur Fachleute diskutiert, die der Aktion aus Werbersicht positiv oder neutral gegenüberstanden. Erst allmählich mischten sich auch immer mehr negative bzw. verachtende Stimmen in den Twitterstream.

Ein wirklich konstruktiver Kommentar kommt von @Wissensagentur. Sie schreibt: „mutig wäre gewesen: ’nichtmal sixt würde das transportieren'“

ZEIT ONLINE wirbt für Schlagstöcke

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Ziemlich untergegangen ist in der ganzen Sixt-Empörung ein anderer Werbefail, den ZEIT ONLINE sich in Zusammenarbeit mit Google leistet – wenn auch sicherlich unbeabsichtig, und auf den Jakob Fricke aufmerksam machte:

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In einem Artikel zu den Anti-Atom-Protesten im Wendland wurde, automatisiert durch Google-Adsense, für Schlagstöcke und Elektroschocker geworben. Das ist natürlich in diesem Kontext alles andere als passend, zeigt aber einmal mehr, wie schwierig automatisierte Werbung sein kann – das habe ich auch in diesem Beitrag schon ausführlich behandelt.

Auch Google lernt

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Offenbar geht es auch anders: Die Werbung, die jetzt unter diesem Artikel erscheint, ist absolut passend!

Irreführende PR-Meldungen

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Ich gebe zu, dass ich auch mal öfter in der PR-Datenbank nach veröffentlichenswerten Meldungen stöbere. Viel ist aber nicht dabei, die meisten Firmen haben noch nicht kapiert, dass Informationen über sie den meisten Medien keine Zeile wert sind. Interessant sind nämlich vor allem nutztwertige Informationen, sprich Texte, in denen Leser auch einen mehrwert bekommt und die eigentliche PR nur so nebenbei läuft. Bei der Pressemitteilung von http://www.myonid.de dachte ich, es ginge genau darum. Zwar ist das Thema Online-Reputationsmangement nicht neu und es gibt bereits einige Dienste davon, andererseits ist das ein Thema, über das man ob der ständig lauernden Gefahren nicht genug schreiben kann. Also potenziell interessant – so dachte ich. Und dann das: „Wer Karriere machen will, muss nicht nur im echten Leben auf seinen guten Ruf achten, sondern auch im Internet…!“ Na gut, der Einstieg könnte spritziger sein. Das ist schon hinreichend bekannt. Öfter mal was Neues bitte. Und so gehts weiter:

Auf http://www.myonid.de, der Plattform für Identitäts- und Reputationsmanagement, kann jeder seine Online-Persönlichkeit professionell in einem Profil präsentieren und damit seine Karrierechancen erhöhen. Dazu hat die myON-ID Media GmbH seine Plattform zu einem „Meta Social Network“ weiterentwickelt und stark ausgebaut. myonid.de dient als Identitäts-Zentrale, in der jeder seine Online-Inhalte und -Aktivitäten beobachten, managen und vermarkten kann. Über das integrierte Social Media Monitoring kann er Informationen, die es im Internet über ihn gibt (z.B. Twitter, YouTube und Flickr) finden und zentral präsentieren. Jeder Nutzer kann Layout und Struktur seines myON-ID-Profils frei gestalten. Premium-Nutzer können zudem eine Wunschdomain buchen und die Werbung abschalten. myON-ID unterstützt offene Standards für den Datenaustausch. So können Nutzer ihre auf myonid.de gebündelte Online-Identität anderen Websites zur Verfügung stellen. Moment – das hat nichts mit Reputationsmangement zu tun. Das ist eine weitere der unzähligen Social Networkingformen. Wo ist der Unterschied zu Xing oder Facebook? Folgerichtig steht da weiter:

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Dieser offene Ansatz unterscheidet uns von anderen Social Networks. Zudem stellt myON-ID seinen Nutzern eine eigene OpenID zur Verfügung. Mit dieser können sie sich in anderen Diensten registrieren, ohne ein neues Passwort zu erstellen. Daten wie der Name und das Profilfoto werden auf Wunsch übertragen. Ok, das ist anders als Xing? Aber ist es nicht das selbe wie Facebook? Das Geschäftsmodell von myON-ID Media basiert auf dem „Freemium Ansatz“: Die kostenlosen Basisfunktionen können durch Premium-Services erweitert werden (5,99 EUR pro Monat). Zudem finanziert sich myON-ID durch Werbung. Die Profile der Premium-Nutzer bleiben werbefrei. Ah.. eine Art Facebook, nur mit Bezahlung wie Xing ohne Werbung. Nunja, abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, was daran anders sein soll: Mit Reputationsmanagement hat das doch wohl nicht viel zu tun. Der Begriff ist schlichtweg falsch. Sicherlich können in so einer Plattform die Userkonten bestehender Onlien-Profile zusammenlaufen. Soweit die Theorie. In der Praxis funktioniert das meist nicht, weil doch immer irgendwelche Schnittstellen nicht zusammenpassen. Das kennt man doch von Facebook, für das es eine Vielzahl solcher Anwendungen gibt, von denen viele dann nicht funktionieren. Nützlich wäre die Funktion tatsächlich, wenn sich darüber auch falsche Informationen, die im Internet über einen stehen, löschen ließen. Das wird jedoch kaum möglich sein, weil es technisch schlicht nicht machbar ist. Wer echtes Reputationsmanagement betreiben, d.h. vorhandene Daten im Internet ordnen will, muss weiterhin selbst dafür sorgen oder einen entsprechenden Dienst damit beauftragen. Netter versuch, mit einer alten Idee in eine aktuelle Diskussion einzusteigen.

Berlusconi als unfreiwilliger Werbestar

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Ich mag Italien ja sehr – aber Berlusconi? Der gute Mann hat sich ja schon öfter in die Nesseln gesetzt – zuletzt, weil er öffentlich in einer Talkshow anrif und den Moderator wüst beschimpfte. Kein Wunder, dass die Tierschutzorganisation Peta den Cavaliere zum Opfer ihres Spotts machte – und zum Werbestar wider Willen.

{Replik} Geschmacklose Werbeanzeigen im Überblick:

Bestimmt nicht abgesegnet

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Abgesegnet hat er das Plakat bestimmt nicht. Aber vielleicht es Herrn Berlusconi gar nichtmal so unrecht: Geht es doch um seine sexuelle Leistungsfähigkeit.

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Und die soll, so sagt Peta, schädlich sein. Fragt sich nur für wen: Für das Image des Stiefelstaates schon. Für Berlusconi selbst sicher nicht.


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  1. Simone Janson

    @annnalist sehr geil fand ich auch die Schlagstockwerbung beim Castor – hier ganz unten:

  2. Marcus Fischer

    via @simonejanson : Sixt-Werbung beim Castor. Wann wird Werbung geschmacklos? – Genau da.

  3. Patrick Jentsch

    RT @Jobcollege: Sixt-Werbung beim Castor und wie “Die Zeit” via Google für Schlagstöcke wirbtWann wird Werbung g… …

  4. KompetenzPartner

    Sixt-Werbung beim Castor und wie “Die Zeit” via Google für Schlagstöcke wirbtWann wird Werbung g…

  5. Simone Janson

    Frisch gebloggt: Sixt-Werbung beim Castor und wie “Die Zeit” via Google für Schlagstöcke…

  6. Simone Janson

    #Werbefail – wann wird Werbung geschmacklos? #sixt ,ZEIT-ONLINE wirbt via Google für Schlagstöcke & #castor – Überblick

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