Aufräumen Ordnen Sortieren – 4 Tipps: Das Marie-Kondo-Dilemma


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Marie Kondo hat erkannt, dass Aufbewahren nur selten schlau ist und daraus ein veritables Geschäftsmodell gemacht. Aber wie sorgt man dafür, dass sich erst gar nichts ansammelt?

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

Marie Kondo – reich und berühmt durch Aufräumen

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Marie Kondo ist dadurch, dass Sie bei anderen Menschen gnadenlos aussortiert, reich und berühmt geworden. Sie arbeitet damit praktisch dem menschlichen Sammeltrieb entgegen. Viel effizienter ist es allerdings, wenn sich Dinge gar nicht erst ansammeln. Wie erreicht man das?

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Bei dieser Frage denke ich an einen ganz besonders stressigen Tag: Meinen ersten Umzug. Denn dabei stellte sich heraus: Ich hatte ohne es zu wollen, jede Menge überflüssiger Dinge angesammelt, vor allem Unmengen an Büchern.

Ordnungsproblem heimtückische Verstecke

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Und so kam es, wie es kommen musste: Ich hatte mich glatt in der Menge der umzuziehenden Gegenstände verschätzt. Und da das ganze Zeug auf einmal mit dem Umzugswagen die Reise von Bonn nach Berlin antreten sollte, wäre das um ein Haar schief gegangen.

Was war passiert? Der Reihe nach. Zum Verhängnis geworden waren mir vor allem sogenannten heimtückischen Verstecke wie Schreibtischschubladen oder Fotoschrank – also Dinge, die man nicht auf den ersten Blick sieht und daher vergisst. Hier hatte sich auch bei mir jede Menge unnötiger Ballast angesammelt und das wurde mir zum Verhängnis.

Zu gut organisiert

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Oder anders ausgedrückt: Ich hatte meinen Kram einfach zu gut wegorganisiert. Die Bücher standen z.B. im Regal zweireihig. Dadurch wurde der Platz voll und effizient ausgenutzt – denn irgendwie sind Bücherregale ja immer tiefer als die Bücher.

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Diese Anordnung war auch kein Problem, denn dank Internet musste ich meine Bücher auch selten hervorkramen. Auch die Abstellkammern waren bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgenutzt.

Aufräum-Dilemma Keller

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Mein größtes Dilemma aber war der Keller. Dort hatte ich greifbar alle Sachen deponiert, die ich nicht so häufig brauchte, auch z.B. meine Winterjacken im Sommer (und umgekehrt). Oder meine alten Unterlagen von der Uni.

Und ich war der festen Überzeugung, dass ich die nicht mehr notwendigen Sachen jederzeit mit nur einem Handgriff entrümpeln könnte. Aber bis dahin könnte man die Sachen ja noch aufheben – man weiß ja nie… Sie ahnen schon, dass die Geschichte nicht gut ausging.

Was man nicht braucht, kommt gar nicht erst in die Wohnung!

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Ich erinnere mich dabei an die Story eines Paars, die nach dem [Umzug] alles (!) im Keller deponiert haben. Wenn sie etwas brauchten, gingen sie es holen und dann erhielt es einen Platz in der Wohnung. Was nach x Monaten immer noch im Keller stand, warfen sie kompromisslos weg.

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Oder eine andere Geschichte, bei der das gesamte Geschirr im Keller deponiert wurde – falls mal Gäste kamen. In der Wohnung waren nur zwei Gläser, Teller und Besteck-Sets, die nach jedem Essen immer wieder gespült wurden. Ich kann mir gut vorstellen, dass so ein System für Ordnung in der Küche sorgt.

Wie man den Überblick verliert

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Das Deponieren von Dingen im Keller jedoch hatte bei mir leider den gegenteiligen Effekt: Ich verlor den Überblick über mein Hab und Gut. Ich warf eben nichts weg. Meine Wohnung wirkte ja stets nett und auch nicht besonders vollgestopft. Und so hatte ich keine Ahnung, wie viele Sachen ich wirklich hatte.

Um es kurz zu machen: Die Sache endete in einem ziemlichen Chaos, aber am Ende hat es dann doch irgendwie geklappt. Ich aber habe mir geschworen: So etwas mache ich nie wieder.

Stauraum vermeiden hilft – 4 Tipps

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Bestimmte Fehler begehe seither vor und nach Umzügen in neuen Wohnungen erst gar nicht (dafür sicher andere). Zu den Maßnahmen, die ich ergriffen habe, damit ich beim nächsten Umzug nicht wieder das gleiche Problem habe, gehören:

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  1. Stauraum vermeiden: Wo Platz ist, da sammelt sich auch etwas an. Ich habe also ganz bewusst keine Schränke oder ähnliches gekauft, besitze nur Regale, eine Kommode – und die unvermeidliche Abstellkammer, die diesmal aber deutlich leerer ist.
  2. Der Keller bleibt leer: Im Keller befinden sich nur noch meine Fahrräder und Dinge aus der Wohnung, die meinem Vermieter gehören. Denn nach meiner Erfahrung verliert man im Keller am ehesten den Überblick.
  3. Die Bücher-Regale nur noch einreihig: Was für eine Platzverschwendung – das halbe Regal ist quasi unbenutzt. Aber das Ergebnis ist, dass ich stets alle Bücher im Blick habe und mir dadurch immer mal wieder eines auffällt, das ich definitiv nicht mehr brauche. Das verkaufe ich dann entweder via Amazon oder lege es auf der Bücherbank bei mir gegenüber ab.
  4. Gelegentliches Entrümpeln ist besser als Hauruck-Aktionen: Meine vielleicht wichtigste Erkenntnis ist, dass ich auf diese Weise immer mal wieder Kleinigkeiten praktisch nebenbei entrümple, aber nie alles auf einmal. Dadurch ist es viel weniger stressig. Zum Beispiel bringe ich die Bücher oder auch alte Kleidungsstücke auf dem Weg zur U-Bahn weg. Die Gefahr bei großen Entrümplungs-Aktionen ist, dass man unterwegs stecken bleibt.

Die Krux beim Aufbewahren: Warum aufheben wirklich nichts bringt

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Was mir die Beschäftigung mit dem Thema einmal wieder eindringlich klar geworden ist: Viele Dinge hebt man jahrelang sorgsam auf, weil man denkt, dass man sie irgendwann nochmals brauchen könnte. Dahinter steckt die pure Angst bzw. der Geiz, dass man das Geld dann wieder ausgeben muss.

Was mir allerdings schon sehr oft passiert ist: Wenn ich die Sache dann gesucht habe, habe ich sie nicht gefunden. Und ich musste sie trotzdem nochmals besorgen. Aufheben bringt als tatsächlich so gut wie gar nichts, wenn man es nicht schafft, die Sachen mit einem Handgriff zu finden.


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