Fachkräftemangel, der uns alle direkt betrifft: Altenpflege als Marketing-Gag?



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Wir haben auf Best of HR – Berufebilder.de® sehr heftig über den (gar nicht vorhandenen) Fachkräftemangel diskutiert, zu diesem Thema werde ich heute Abend auch in der ARD zu sehen sein. Einen Bereich, in dem wirklich Fachkräftemangel herrscht, haben wir dabei vergleichsweise wenig behandelt: Die Altenpflege.

Fachkräftemangel, der uns alle direkt betrifft: Altenpflege als Marketing-Gag? altenpflege

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

Altenpflege – der einzig echte Fachkräfte-Mangel-Markt?

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Schon jetzt ist die Situation in vielen Pflegeheimen unzumutbar: zu wenig Arbeitskräfte, aber immer mehr zu tun. Altenpfleger könnte ein echter Zukunftsberuf sein – wenn nur die miese Bezahlung nicht wäre.

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Die Diskrepanz zwischen der harten Arbeit und dem kargen Lohn sowie die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung führen denn auch dazu, dass die Altenpflege als sicherer Mangelberuf gehandelt wird – Nachwuchskräfte dringend gesucht.

Neue Gesetze müssen her

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Was aber tun, wenn Arbeitskräfte her müssen, aber der Job keinen anmacht? Na man macht ihn kurzerhand attraktiver – Altenpflege als Marketing-Gag sozusagen.

Und zwar indem man einfach mehrere Berufe zusammenlegt, die sich angeblich inhaltlich stark überschneiden. So kann man in einem Eckpunkte-Papier der Bund Länder Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung der Pflegeberufe“ nachlesen:

Die Eckpunkte

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Ausgehend von dem Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode beabsichtigen das für die Altenpflegeausbildung zuständige Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das für die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeausbildung zuständige Bundesministerium für Gesundheit, die Pflegeausbildungen grundlegend zu modernisieren und zusammenzuführen.

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und

Die Altenpflegeausbildung, die Gesundheits und Kranken pflegeausbildung und die Gesundheits und Kinderkrankenpflegeausbildung werden zu einer generalistisch ausgerichteten Pflegeausbildung zusammengeführt und als berufliche Ausbildung in Teil 1 des Gesetzes geregelt.

Gründe für das Vorhaben

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Auch die Gründe für dieses Vorhaben findet man in dem Eckpunkte-Papier relativ offen dargelegt. Die Maßnahme zielt vorrangig darauf ab, dem befürchteten Fachkräftemangel entgegenzuwirken:

Der Arbeitsmarkt im Dienstleistungssektor Pflege erfordert in Zeiten des demographischen Wandels den flexiblen und universellen Einsatz von Pflegefachkräften. Die Differenzierung der Pflegeberufe nach Altersgruppen entspricht nicht mehr dem Stand der Erkenntnisse der Pflegewissenschaft.

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Die Zusammenführung der Pflegeberufe erhöht die Attraktivität des Ausbildungsberufs für junge Menschen. Die beruflichen Einsatz und Entwicklungsmöglichkeiten werden über die gesamte Zeit des Erwerbslebens verbessert und damit auch die individuelle Berufszufriedenheit gestärkt.

Altenpflege als Marketing-Gag?

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Heißt im Klartext: Zum anderen soll die Zahl der möglichen Einsatzkräfte (ich drücke das an dieser Stelle ganz bewusst so aus!) dadurch erhöht werden, dass man eine breitere Basis an flexibel einsetzbaren Fachkräften schafft.

Zum anderen soll durch die Zusammenlegung mit vermeintlich attraktiveren Altersgruppen der Beruf durch die Hintertür attraktiver gemacht werden. Altenpflege wird da quasi zum Marketing-Gag.

Gegen dieses Vorhaben regt sich nun Widerstand. Das Bündnis für Altenpflege hat im Juni eine ePetition gegen das Gesetzesvorhaben ins Leben gerufen und auf seiner Website allerlei Material zum Thema zusammengetragen.

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Fachkräftemangel selbst gemacht

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So schreibt etwa Professor Dr. Karl-Heinz Sahmel vom Fachbereich Pflegepädagogik an der Fachhochschule Ludwigshafen:

„Altenpflege ist keine Krankenpflege. Arbeit mit alten Menschen meint, die Lebensqualität im Rahmen vorhandener Möglichkeiten zu erhalten und zu fördern.“

Man muss sich die Frage stellen, ob die Bundesregierung mit diesem Gesetz den Fachkräftemangel, den sie eigentlich verhindern will, praktisch selbst macht.

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  1. Amalia B

    Es ist wichtig, dass ein Beruf, bei dem Arbeitskräfte fehlen attraktiver gemacht werden muss. Altenbetreuung ist ein körperlich anstrengender Beruf, der kaum angemessen entlohnt wird. Möchte man mehr Menschen in dieses Feld bringen muss man entsprechende Anreize schaffen.

    • Simone Janson

      Liebe Amalia,
      das sehe ich auch so. Wie erklärte mir aber jemand kürzlich in einer Diskussion: Betreiber von Altenheimen haben kaum Nachteile von unmotiviertem oder fehlendem Personal und stehen deshalb nicht unter Zugzwang. Leider wahr.
      Viele Grüße

  2. Armin Fischer

    Richtig. Krankenpflege ist keine Altenpflege!

  3. Carolin Krahmer

    #Altenpflege als Marketing-Gag? #Fachkräftemangel #Pflegeberufe

  4. Carolin Krahmer

    #Altenpflege als Marketing-Gag? #Fachkräftemangel #Pflegeberufe

  5. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @matsblog: #Berufe durch Zusammenlegung der #Ausbildungen attraktiver machen? Ob das reicht?
    @SimoneJanson

  6. Martin Gaedt YOUNECT

    RT @matsblog: #Berufe durch Zusammenlegung der #Ausbildungen attraktiver machen? Ob das reicht?
    @SimoneJanson

  7. Mats

    #Berufe durch Zusammenlegung der #Ausbildungen attraktiver machen? Ob das reicht?
    @SimoneJanson

  8. Mensch & Chance

    RT @jobcollege: Fachkräftemangel, der uns alle direkt betrifft: Altenpflege als Marketing-Gag?: Wir haben hier… #B…

  9. KompetenzPartner

    Fachkräftemangel, der uns alle direkt betrifft: Altenpflege als Marketing-Gag?: Wir haben hier… #Beruf #Bildung

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