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3 Gründe gegen Prokastinieren: So überwinden Sie Aufschieberitis


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Steuererklärung, die Neuinstallation Ihres Betriebssystems, den Hausputz – all das sind Dinge, die wir gerne vor uns herschieben – bis der Berg immer größer und größer wird. 3 gute Gründe gegen Prokastinieren.

procrastination


Hier schreibt für Sie:

 

MN Däfler 2014-03-17 farbigProf. Dr. Martin-Niels Däfler lehrt an der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) in Frankfurt am Main.

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Aufschieben oder nicht?

Stellen Sie sich eine wirklich unangenehme Aufgabe vor: Die Reisekostenabrechnung zu erstellen, das Protokoll der letzten Projektsitzung zu verfassen oder den 17seitigen Statusbericht zur SAP-Einführung zu lesen. Und jetzt die Gretchenfrage: Aufschieben oder nicht?

Egal, an welchen Horrorjob Sie jetzt gerade gedacht haben: Was, glauben Sie, ist besser:

  • a) Die Sache schnell hinter sich zu bringen und sie in einem Rutsch zu erledigen oder
  • b) ein paar kleine Unterbrechungen einzuplanen?

Jobs, die Sie lieben…

Und nun wollen Sie bitte an eine gegenteilige Situation denken, nämlich an eine Tätigkeit, die Sie wirklich gern machen. Auch hier ist es völlig egal, was das ist.

Wenn Sie ein Zahlenmensch sind, dann bereitet es Ihnen vielleicht Vergnügen, Excel-Tabellen zu analysieren. Wenn Sie eher der kreative Typ sind, dann haben Sie eventuell Spaß daran, Folien zu erstellen.

Prokastinieren oder nicht?

Wie auch immer: Was, meinen Sie, ist sinnvoller:

  • c) Die angenehme Aufgabe ohne Pause zu erledigen oder
  • d) bewusst zwischendrin etwas anderes zu tun?

Warum Prokastinieren falsch ist: 3 Gründe

Wenn Sie wie die meisten Menschen gestrickt sind, dann haben Sie bei der ersten Frage mit b) und bei der zweiten mit c) geantwortet. Dies jedoch ist die falsche Strategie! Zumindest, wenn man den Forschungsergebnissen von Leif D. Nelson von der University of California und Tom Meyvis von der New York University Glauben schenkt.

Nelson und Meyvis haben in ihren Experimenten nämlich herausgefunden, dass Menschen weniger leiden, wenn sie eine unangenehme Erfahrung nicht unterbrechen. Und sie erfreuen sich mehr an einer angenehmen Erfahrung, wenn sie zwischendurch eine Pause einlegen.

1. Nur keine Pause machen

Überprüft haben Nelson und Meyvis ihre These unter anderem an negativen Erfahrungen: Staubsaugerlärm, die Hand in kaltes Wasser tauchen, Besuch beim Zahnarzt oder in der Warteschlange anstehen. Zu den positiven Erlebnissen zählte ein Flug in der ersten Klasse, Musik hören oder ein Eis essen.

Die Quintessenz der Wissenschaftler: Macht man während einer nervigen Aufgabe eine Pause, so fällt es anschließend viel schwerer, erneut damit zu beginnen. Und umgedreht gilt: Wenn man Angenehmes kurz unterbricht, so genießt man hinterher das Schöne noch intensiver.

2. Hedonistische Adaption

Nelson und Meyvis erklären dieses Phänomen mit der hedonistischen Adaption. Auf gut Deutsch: Wir passen uns recht schnell an eine neue Situation an und gewöhnen uns an sie.

Die ersten fünf Minuten in der warmen Badewanne sind noch ein Hochgenuss, die nächsten fünf auch noch recht schön, aber ziemlich bald haben wir uns an das wohlige Gefühl gewöhnt. Wer mal kurz aus der Wanne steigt, um sich beispielsweise ein kühles Bierchen zu holen, wird das Wiedereintauchen ins Schaumbad mehr genießen als jemand, der darin verharrt.

3. Unangenehmes besser durchziehen

Analog gilt bei blöden Aufgaben: Wenn man sie unterbricht, dann genießt man den (kurzen) Moment, muss sich aber neu überwinden, wenn es an den zweiten Teil des gehassten Jobs geht.

Also: Ziehen Sie unangenehme Aufgaben lieber an einem Stück durch, statt sie (mehrfach) zu unterbrechen, und versuchen Sie, Schönes durch bewusste Pausen zu verlängern!

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