Walter Kohl über Lebensgestaltung & Erfolg: 5 Schritte zum inneren Frieden | Best of HR - B E R U F E B I L D E R
EnglishGerman

Walter Kohl über Lebensgestaltung & Erfolg: 5 Schritte zum inneren Frieden


Über Uns: Top500 & größtes englisches Blog zum deutschen Arbeitsmarkt & Bildungssystem, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen HR-Blogs. Wir begleiten Kunden seit 15 Jahren im Wandel der Arbeitswelt (was unser Name bedeutet).

Das Leben ist wie ein Kreisverkehr, der uns in Konfliktsituationen drei Ausfahrten anbietet: Kampf, Flucht oder Versöhnung. Wir müssen uns entscheiden: Will ich mich weiter im Kreis drehen? Kämpfen? Fliehen? Oder mich versöhnen und inneren Frieden finden? Ich plädiere für die letzte Ausfahrt und erläutere das in fünf konkreten Schritten.


Hier schreibt für Sie:

walter-kohl Walter KohlWalter Kohl ist der älteste Sohn des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl, Unternehmer und Bestseller-Autor.

Profil

Versöhnung als Quelle innerer Kraft

Lebensfreude kann nur entstehen, wenn wir Frieden mit unserer Vergangenheit geschlossen haben: Diese Erkenntnis habe ich aus eigenen Erfahrungen gezogen:

Durch einen übermächtigen Vater, die persönliche Gefährdungssituation im Zeichen des RAF-Terrorismus und den Freitod meiner Mutter habe ich erkannt: Um zu sich selbst zu finden und neue Lebenswege zu gehen, ist Versöhnung eine Quelle innerer Kraft. Hier sind die 5 Schritte auf dem Weg zum inneren Frieden auf einen Blick:

1. Schritt: Was ist mein Anliegen?

Um den ersten Schritt zu machen, muss man wissen, wohin dieser Schritt gehen soll. Als nützliches Mittel dazu empfehle ich „gedankliche Reduktion“, was so viel heißt wie: Konzentration auf das Wesentliche. Die Frage dazu lautet:

  • Worum geht es mir genau?
  • Welchen Kraftfresser will ich bearbeiten?

In Seminaren leite ich die Teilnehmer dazu an, einen knappen und präzisen Satz zu formulieren. Ein solcher Satz beginnt am besten mit einem einfachen „Ich will…“ und endet mit einem konkreten Ziel.

Denn erst wenn das schmerzhafte „Thema“ exakt und konkret benannt ist, kann die Arbeit an der Wurzel des Problems beginnen. So startet ich einen Versöhnungsweg mit dem Anliegen: „Ich will Frieden mit meinen Gewalt- und Terrorismuserfahrungen haben.“

2. Schritt: Alles auf den Tisch

Im zweiten Schritt auf dem Weg zur Versöhnung geht es darum, „alles auf den Tisch zu legen“: Das bedeutet, alle Gedanken, Fakten, Erinnerungen und Gefühle aufmerksam anzusehen – und zwar ohne Scham und Peinlichkeitsgefühle.

Dass dieser Schritt nicht immer ganz leicht ist, weiß ich aus eigener Erfahrung: Manchmal schämen wir uns für unsere Gefühle und wollen sie nicht wahrhaben. Gerade weil wir Meister im Verdrängen sind, sei dieser Schritt aber besonders wichtig. Um wirklich alle Gefühle „auszupacken“, empfehle ich in meinen Seminaren, einen Brief an sich selbst zu schreiben: Hier kann man alles rausschreiben, was man mit seinem schmerzhaften Erlebnis verbindet – in meinem Fall ging es um meine Terrorismuserfahrungen und damit verbundene Isolation.

Solche Briefe sind heilsam, weil sie uns eine Plattform bieten, in Ruhe und Abgeschiedenheit zu uns selbst zu finden und uns nicht länger vor uns selbst zu verstecken. Aus diesem Brief können dann die Kernaussagen – die Kraftfresser – herausgefiltert werden, etwa Einsamkeit, inneren Sprachlosigkeit, Ohnmacht.

3.  Schritt: Den Energiewandel erleben

Zu jedem Gefühl gibt es ein Gegengefühl und die Energie kann verblüffend schnell von einem Pol zum anderen laufen. Deswegen geht es im dritten Schritt auf dem Weg der Versöhnung darum, zu den Kraftfressern aus dem zweiten Schritt ein positives Gegengefühl zu finden. Dazu müssen wir dieses zunächst identifizieren, und zwar klar und unmissverständlich.

Im Video-Seminar erläutert Walter Kohl Schritt für Schritt, wie man das für sich stimmige Gegenstück zu seinen negativen Gefühlen findet. So wurde bei mir aus Einsamkeit Verbundenheit, aus Ohnmacht Selbstverantwortlichkeit und aus innerer Sprachlosigkeit „Es sagen können“. Und aus der alten Energie „Ungerechtigkeit“ fand er das für sich stimmige Gegenstück „Akzeptanz und Vertrauen“.

4. Schritt: Mein Friedensvertrag mit mir selbst

Im vierten Schritt wird der Entschluss gefestigt, ein für allemal aus dem alten inneren Konflikt auszusteigen. Und dies geschieht durch einen „Friedensvertrag an sich selbst“: In diesem Vertrag erklärt man seine Unabhängigkeit gegenüber der alten Situation, die Schmerzen bereitet hat. Dabei ist wichtig, dass der Text keine Schuldzuweisungen oder Beschimpfungen enthält.

Wir brauchen und sollten nicht auf die anderen Beteiligten warten, denn wir schaffen unseren neuen inneren Frieden aus unserer eigenen Hoheit heraus. Versöhnung und innerer Frieden kennen keine weiteren Ansprüche an andere. Mein Friedensvertrag lautet in Ausschnitten:

„Heute akzeptiere ich die Jahre des Terrorismus als einen Teil meines Lebens. Es ist kein schöner Teil, aber ein Teil, der da ist, so wie andere Teile auch. (…) Meine alten Gefühle habe ich anerkannt. Sie sind wahr. Doch ich habe gelernt, mit diesen Gefühlen umzugehen, sie zu wandeln. Ich bin ihnen nicht länger ausgeliefert. Heute kann ich sagen, dass die Terrorzeit mich nicht gebrochen hat, wohl aber verletzt. (…) Dieser Verletzungen waren tief, doch sie sind durch den Weg der Versöhnung verheilt und vernarbt. Manche Narben verheilen, aber das ist okay. Auch alte Hunde haben oft Narben, aber sie sind dennoch schön und liebenswert.“

5. Schritt: Die neue Kraft im Fluss des Alltags nutzen

Jeder, der den Weg der Versöhnung aufgenommen hat, weiß: Versöhnung befreit. Sie erneuert den Menschen. Sie setzt ungeahnte Kräfte frei. Den inneren Frieden im Alltag zu leben, sei der eigentliche Prüfstein. „Und Prüfungen werden kommen, so viel ist sicher“.

Der fünfte Schritt führt aus der Vergangenheit in die Zukunft. Er ist Symbol einer Lebensphilosophie, in der die Suche nach innerem und äußerem Frieden im Mittelpunkt steht.

Tipp:

Für die glücklich leben-Akademie, eine E-Coaching-Plattform des Verlag Herder, habe ich ein Video-Seminar aus 6 Lektionen mit insgesamt 11 Videos entwickelt, die der Teilnehmer im Abstand von sieben Tagen per E-Mail erhält und so Schritt für Schritt persönliche Blockaden lösen kann. Zusätzlich zu den Videos erhält der Seminarteilnehmer schriftliche Zusammenfassungen und Übungsteile, um den Inhalt zu vertiefen und auf die persönliche Situation anzuwenden.

berufebilder

Mehr HR-News & Tipps? Gerne sprechen wir auch persönlich mit Ihnen über Ihr Anliegen!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Jochem Neysters
    Jochem Neysters

    Walter Kohl – 5 Schritte zum inneren Frieden #konflikte (Beitrag via Twitter) 8hRhiN0Ocx

  2. Thomas Dawideit
    Thomas Dawideit

    #Versöhnung, eine Möglichkeit zur Lösung innerer Konflikte! (Beitrag via Twitter) sct8bDXFD7

  3. kanzlei-job
    kanzlei-job

    Walter Kohl über Lebensgestaltung & Erfolg: 5 Schritte zum inneren Frieden: Das Leben ist wie ein Kreisverkehr… (Beitrag via Twitter) Ed1TLNyy6U

  4. KompetenzPartner
    KompetenzPartner

    Walter Kohl über Lebensgestaltung & Erfolg: 5 Schritte zum inneren Frieden: Das Leben ist wie … (Beitrag via Twitter) 8KOvZ8DFTW #Beruf #Bildung

  5. Berufebilder
    Berufebilder

    Walter Kohl über Lebensgestaltung & Erfolg: 5 Schritte zum inneren Frieden – (Beitrag via Twitter) otsC3brnDr

  6. Simone Janson
    Simone Janson

    Walter Kohl über Lebensgestaltung & Erfolg: 5 Schritte zum inneren Frieden – (Beitrag via Twitter) oDlYbrHTns

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.