Fleissig sein oder Karriere machen? Der Arbeitsbienen-Mythos


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Ohne Fleiß kein Preis – das stimmt, allerdings braucht man für den Erfolg im Berufsleben noch etwas Selbstmarketing, Effizienz und Verhandlungsgeschick. Darum machen Arbeitsbienen selten Karriere.

Fleissig sein oder Karriere machen? Der Arbeitsbienen-Mythos

Hier schreibt für Sie:

 

Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

  Profil

Arbeitsbienen leisten Unglaubliches, aber die Anerkennung fehlt

Es gibt Leute, die leisten in Unternehmen Unglaubliches, überschlagen sich beinahe mit guten Ideen, arbeiten mit ungeheuerem Elan bis zum Umfallen – und liegen dann häufig völlig ausgebrannt in der Ecke, während andere daneben strahlend lächelnd die Karriereleiter erklimmen. Ungerecht, oder? Beruflicher Erfolg wird häufig mit langen Arbeitszeiten gleichgesetzt. Dabei übersehen wir häufig, was wirklich zählt.

Denn genau jenen, die im Job Unglaubliches leisten und arbeiten bis zum Umfallen wird oft die notwendige Anerkennung versagt. Im Gegenteil, wenn sie doch einmal einen Fehler machen, werden sie dafür umgehend kritisiert. Das liegt daran,  dass Chefs von ihnen eben keine Fehler gewohnt sind. Ungerecht, oder? Leider übersehen diese Arbeitsbienen einige entscheidenden Faktoren, die für die Karriere noch weitaus wichtiger sind als Leistung..

Die Macht der Gewohnheit

Aber warum ist das so? Bei näherer Betrachtung gibt es gleich ein ganzes Bündel an Gründen. Da ist zum einen der Gewohnheitseffekt: Ein Mitarbeiter, der konstant brav seine Leistung bringt, ist für den Chef ungeheuer nützlich und bequem:

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Schliesslich spurt der ohne zu klagen. Warum sollte man ihn dann befördern – er bringt ja da, wo er jetzt ist, die beste Leistung. Vorausgesetzt, seine Leistung wird überhaupt wahrgenommen. Denn häufig werden solche Fleissarbeiter vom Chef eher noch kritisiert, weil Chefs von ihnen eben keine Fehler gewohnt sind. Und weil ihre konstant gute Leistung als normal betrachtet wird, wird dem Mitarbeiter häufig auch nicht der nötige Respekt entgegengebracht.

Tue Gutes und rede drüber

Ein anderer wichtiger Punkt ist daher die Selbstdarstellung. Was bringen unglaublicher Arbeitsaufwand und Höchstleistungen, wenn der Chef oder die Chefin es gar nicht mitbekommt, dass Du immer so gut bist? Daher solltest Du nicht nur arbeiten bis zum Umfallen, sondern das auch entsprechend nach aussen kommunizieren – wie ein Unternehmen, das auch nicht nur in die Entwicklung eines neuen Produktes investieren kann, in der Hoffnung, dieses verkaufe sich dann von alleine.

Die Werbung ist mindestens genau so wichtig – auch wenn das manchen Leuten nur schwer einleuchten mag. Ich habe im Bekanntenkreis mehrere Fälle von Leuten, die ihrem Chef beispielsweise sehr subtil klar gemacht haben, dass sie auch noch andere Optionen haben – und damit eine Führungsposition nach oben geklettert sind.

Mehr arbeiten ist nicht mehr Leistung

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass mit mehr Aufwand auch mehr herauskommt. Stress macht nur körperlich leistungsfähiger, und das auch nur eine Zeit lang, während er klares Denken eher behindert. Dass aber gerade in stressigen Situationen viele Fehler passieren, kann wahrscheinlich jeder aus seinem eigenen Alltag bestätigen.

Ist es Ihnen nicht auch schon passiert, dass Sie wegen eines wichtigen Meetings oder einer Präsentation nervös waren – und prompt haben Sie sich Kaffee über die Hose geschüttet? Oder Sie musstesn schnell etwas am Computer fertigstellen, drückten in der Eile auf die falsche Taste – und weg war die ganze Datei? Sehr häufig sind Hektik und, damit verbunden, Unachtsamkeit Schuld an solchen Missgeschicken. Achten Sie Mal darauf.

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Führungsstärke als Karrierefaktor

Wer aufsteigen will, für den zählen nicht nur Fachwissen und Leistungsbereitschaft, sondern auch Führungsqualitäten. Zumindest muss der Chef, der Sie befördern soll, davon überzeugt sein, dass Sie welche haben. Chefs sind davon in der Regel nicht überzeugt. Er bemerkt zwar, dass der Mitarbeiter viel leistet, aber auch, dass er dabei vor allem von der Furcht getrieben wird, einen Fehler zu machen.

Der Antriebsmotor des Handelns ist nicht die Freude an der Arbeit, das positive, nach vorne gerichtete “Etwas-Schaffen-Wollen”, sondern Druck und Angst. Das Problem ist jedoch, dass man ängstlichen Menschen weniger Kompetenzen zutraut, weniger Respekt vor ihnen hat und ihnen weniger Verantwortung zutraut – das ist auch der Grund dafür, warum solche Mitarbeiter oft bei einer Beförderung übergangen werden.

Weg mit dem Perfektionismus, her mit dem dicken Fell

Aber wie soll der Chef auch Respekt haben, wenn ein Mitarbeiter während eines Kritikgesprächs ängstlich im Stuhl vor ihm kauert und ihm so durch ihre Körpersprache förmlich demonstriert, dass sie für Führungsaufgaben nicht bereit ist? Viel besser ist es, wenn ein Mitarbeiter selbstbewusst und souverän mit Kritik umgeht und beim nächsten Mal zeigt, dass er daraus gelernt hat, wie er es besser machen kann.

Doch gerade übereifrige, perfektionistische Naturen fürchten die Kritik, die sie treffen könnte, sobald sie etwas falsch machen, so sehr, dass sie alles daran setzen, auf keinen Fall Fehler zu machen. Nur lässt sich dieses Ziel, in den seltensten Fällen verwirklichen. Viel mehr konzentriert man sich dann nur um so mehr auf die Kritik – und macht sich noch zusätzlich angreifbar.

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