Wirtschaftswissenschaften – Karriere mit BWL-Studium: Abseits der Klischees


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Wenn man mit frisch gebackenen Abiturienten über ihre Pläne spricht, wird häufig BWL als Wunschstudium genannt. Das Fach bietet unterschiedlichste Karrieremöglichkeiten.

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Hier schreibt für Sie: Marco Ebeling ist Online-Redakteur mit Themenschwerpunkt Karriere und Personalthemen. Profil

BWL-Studium – Ja oder Nein?

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Es muss nicht immer das Klischee-Studium sein, dennoch fällt ein Stichwort besonders häufig, wenn man Abiturienten nach ihrem Wunschstudium fragt. Den es ist recht auffällig, wie viele verschiedenste Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Gründen ein Studium der BWL ablegen möchten.

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Mitunter wird diese Entscheidung belächelt. Gerade, weil die BWL so häufig das Fach der Wahl ist, wird angenommen, dass sie nur ausgewählt wurde, um überhaupt etwas zu studieren. Ein Studium, das für jeden geeignet ist und niemanden in eine bestimmte Ecke zwingt.

Die Klischees der Wirtschaftslehre

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Doch während es grundsätzlich zwar stimmt, dass es relativ offen ist, wo einen die Lehre von der freien Wirtschaft letztendlich hinbringt, bedeutet das nicht, dass es ein lockerer, oberflächlicher Studiengang ist. Sie hat viele Facetten, interessante Kombinationsmöglichkein und einige Alternativen, die leider zu häufig untergehen.

Ein Klischee, das man immer wieder hört: BWL ist der Studiengang für alle, die nicht wissen, was sie sonst tun sollen. Es wird sich nur dafür entschieden, da der Numerus Clausus selten sehr streng ist und man viel mit reinem Auswendiglernen schaffen kann. Ein allgemeiner Studiengang für Theoretiker eben.

Gängige Vorurteile gegenüber Betriebswirten

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Oder alternativ, da in der freien Wirtschaft gute Löhne winken, vor allem, mit einem Studienabschluss im Rücken. Trotz mangelnder fachlicher Motivation wird BWL dann nur wegen den finanziellen Aussichten gewählt. Oder sogar noch schlimmer, wer den Numerus Clausus nicht schafft, wechselt dann einfach zur VWL.

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So zumindest die häufig wiederholten Vorurteile. Doch natürlich entsprechen diese nicht wirklich der Realität. Entgegen der öffentlichen Meinung ist BWL keineswegs unpraktisch, theoretisch und uninspiriert.

Studienverlauf in BWL: Theorie und Praxis

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Dieser Stereotyp kommt vermutlich vom Aufbau des Grundstudiums. In den ersten paar Semestern werden, wie auch in anderen Bachelor-Studiengängen üblich, zuerst einmal ein breites Spektrum an Grundlagen vermittelt. Ohne diese wären tiefergehende Einblicke nun mal nicht möglich.

Im späteren Verlauf kommt es, natürlich je nach genauerem Modell, das die jeweilige Hochschule verwendet, dann zu deutlich spezifischeren Themen. Viele Universitäten haben hier mittlerweile ein sehr großes Angebot an Vertiefungsfächern, die in der zweiten Hälfte des Bachelor-Studiums als Schwerpunkte ausgewählt werden können.

Außerdem gehören Praktika oder gar ganze Praxissemester dann ebenfalls zum Programm. Der Ruf von der reinen Theorie-Keule ist also ebenfalls nicht wirklich gerechtfertigt. Was hingegen jedoch stimmt, ist die Tatsache, dass mit einem guten Studienabschluss in der BWL durchaus gute und vor allem vielseitige Berufschancen zu erwarten sind.

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Vielseitig und individuell: Interdisziplinäres Studium

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Die Tatsache, dass die Wirtschaftslehre dennoch so einen wackligen Ruf hat, liegt zum Teil an der mangelnden Fantasie derer, die damit ihre akademische Laufbahn beginnen. Denn BWL ist nicht gleich BWL, zumindest nicht unbedingt.

Wirtschaftliche Ausbildung hat viele Gesichter, die insbesondere in Form von solchen Kombinations-Studiengängen schon von Anfang an für eine tiefergehende Spezialisierung sorgen kann. Dabei werden grundlegende Elemente der BWL mit einem anderen Fachbereich verknüpft, bevor dann später eine Spezialisierung erfolgt.

Streng genommen ist die allseits bekannte BWL bereits eine solche Spezialisierung. Die Grundlage sind die vollständig allgemeinen Wirtschaftswissenschaften, die auch vielerorts noch in dieser Form studiert werden können. Diese setzen sich aus den Aspekten der VWL und eben der BWL zusammen.

Alternativen zum klassischen Studium der Betriebswirtschaft

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Die folgenden Studiengänge sind Beispiele für jeden, der zwar im Hinterkopf hat, „irgendetwas mit Wirtschaft“ studieren zu wollen, jedoch nicht dringend auf klassische BWL besteht:

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  • Wirtschaftsinformatik: Hier teilen sich die wirtschaftswissenschaftlichen Themen ungefähr in gleichen Teilen die Bühne mit der Informatik. Je nach Wahl der Vertiefung ist man mit einem Abschluss dann ein Experte entweder im Programmieren für Unternehmen in der freien Wirtschaft, oder eben ein Kaufmann mit einem Hintergrund in Digitalisierung.
  • Wirtschaftsingenieur: Hier kommen zur Wirtschaft noch ingenieurwissenschaftliche Themen hinzu. Physik, Mathematik und Technik ergänzen so den Vorlesungsplan. Auch rechtliche Inhalte sind häufig ein Teil des Grundstudiums. Damit einen Platz in einem Maschinenbau-Konzern zu erlangen ist äußerst attraktiv.
  • E-Commerce: Ein Studiengang, der so aktuell ist, wie es nur möglich ist. Der gesamte Handelssektor wird in den letzten Jahren von Innovationen im Internethandel vollständig revolutioniert. Sowohl Neugründungen, als auch etablierte, althergebrachte Handelsunternehmen ringen daher regelrecht um Knowhow in diesem Bereich. Gerade, wer Interesse an digitalen Technologien mitbringt, ist hier gut aufgehoben.
  • Wirtschaftspsychologie: In vielen Aspekten der Wirtschaft spielt Psychologie eine große Rolle. Man denke nur einmal an Marketingmaßnahmen. Die psychologischen Grundlagen und Ursachen von Verhaltensmustern im wirtschaftlichen Bereich werden hier gezielt beleuchtet. Dies ist somit ein hochinteressanter Zweig der Wirtschaftswissenschaften und gleichzeitig einer der praxisorientiertesten Themenbereiche der Psychologie.

Mit diesen Studiengängen, es gibt natürlich noch viele mehr in alle möglichen Fachrichtungen wie etwa Naturschutz oder Tourismus, kann man ein persönliches Interesse von Beginn an in das wirtschaftliche Studium einbinden und sich damit sogar direkt für einen Beruf in diesem Bereich empfehlen.

Wer nun vielleicht Angst hat, sich mit dem Beginn eines solchen Studiums zu sehr zu spezialisieren: Nicht verzagen! Nach ein paar Semestern ist der Wechsel in ein anderes Fach für gewöhnlich problemlos möglich. Die bereits belegten, sich deckenden Inhalte werden fast ausnahmslos anerkannt.

Die BWL und der Master

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Eine häufig genutzte Möglichkeit, die eigenen Pläne für ein BWL-Studium aufzumotzen und sich zu spezialisieren, ist das Anhängen eines Master-Studiums, das auf die Inhalte des Grundstudiums aufbaut. Die Themen, die besonders interessant waren, können somit vertieft behandelt werden.

Das ist insbesondere in einem so genannten konsekutiven Aufbaustudium der Fall, welches einen bestimmten Abschluss voraussetzt, da lediglich spezialisierte Inhalte behandelt werden. Gleichzeitig ist Praxisnähe auch wesentlich wichtiger, weshalb es wichtig für den Berufseinstieg ist. Beispiele sind:

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  • Technische BWL
  • Wirtschaftsrecht
  • Statistik

Alternativ gibt es auch wirtschaftlich orientierte Master-Studiengänge, die nicht unbedingt einen BWL-Bachelor voraussetzen. So ist beispielsweise der Master of Business Administration ein sehr beliebtes Aufbaustudium, das sich auf Funktionen des Management konzentriert. Der Berufseinstieg erfolgt nach Abschluss zumeist im Verwaltungsbereich.

Weiter Alternativen zur BWL mit ähnlichen Aussichten

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Es gibt natürlich nicht nur die Möglichkeit, wirtschaftliche Themen mit einem in der Ökonomie relevanten Feld in einem interdisziplinären Studiengang zu kombinieren. Schon alleine die Fokussierung auf einen bestimmten Bereich der BWL wie etwa Controlling kann das Studium von Beginn an viel greifbarer und zielführender machen.

Zu praktisch jedem Teilbereich, der einem in der BWL begegnen kann, gibt es eigene Studiengänge. Viele, wenn auch nicht alle, davon lassen sich auch als Grundstudium belegen. Unter anderem gibt es bei dem riesigen Angebot folgende Möglichkeiten für ein Erststudium:

  • Mittelstandsökonomie: Hierbei haben wir es nicht mit einer Erweiterung, sondern einer Konkretisierung des Studiums zu tun. Im Fokus der wirtschaftlichen Ausbildung stehen die Themen, die den Mittelstand, der in Deutschland eine besondere Position innehat, besonders betreffen. Gerade, weil im Mittelstand häufig viel Arbeitserfahrung als Kriterium erwartet wird, wird ein MÖ-Abschluss, der Absolventen auf die spezifischen Herausforderungen in KMUs vorbereitet, von Personalern gerne gesehen.
  • Dienstleistungsmanagement: Der Sektor der Dienstleistungen erfährt im Zeitalter des Komforts ein riesiges Wachstum. Seit den 90er Jahren hat der so genannte Tertiärsektor den Sekundärsektor, also die Industrie, spürbar in seiner Bedeutung überholt. Warum sich also nicht gleich darauf konzentrieren? Dieser Studiengang wird häufig dual angeboten, also mit einem Praxisteil direkt im Unternehmen, das das Studium finanziert, zusätzlich zu den theoretischen Aspekten in Vorlesungen und Seminaren an der Hochschule.
  • Marketing: Ein sehr beliebter Studiengang mit hervorragenden Jobaussichten, nicht nur in der Werbebranche. Das Marketing ist auch deutlich vielseitiger, als häufig vermutet wird. Vermarktungsstrategien sind heutzutage extrem vielseitig. Zusätzlich kommen mediale und wirtschaftswissenschaftliche Inhalte nicht zu kurz, so dass man auch in der Jobwahl recht flexibel ist.

Fazit: Betriebwirtschaftslehre bietet viele Möglichkeiten

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All diese und andere Möglichkeiten sollten vor dem Beginn eines BWL-Studiums auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden. Eine gute Idee ist, die Veranstaltungen, die sich jeweils zwischen den favorisierten Studiengängen nicht überschneiden, im Rahmen von Schnupper-Studien zu besuchen. Viele Universitäten bieten dies mittlerweile an. So werden die inhaltlichen Unterschiede in der Praxis direkt klar.

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