Besser entscheiden - 10 Tipps: Richtig Informieren statt grübeln!


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Entscheidungen zu fällen kann schwierig sein - oft weil uns in einer immer komplexer werdenden Welt die richtigen Informationen fehlen. 10 Tipps, wie man sich richtig informiert, statt nächtelang herumzugrübeln.

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin & Beraterin für HR-Kommunikation. Profil


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Gut Ding will Weile haben?

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"Gut Ding will Weile haben" sagt der Volksmund - und das gilt erst recht für wichtige Entscheidungen, die viele nicht unüberlegt treffen wollen. Also werden Informationen gesucht, studiert, abgewogen, verglichen - um auch ja eine wirklich optimale Entscheidung zu fällen. Das kann jedoch in regelrechtes Grübeln ausarten.

Da findet dann so mancher nächtelang keinen Schlaf, wenn eine schwierige Entscheidung ansteht und wälzt ständig die Gedanken hin und her – um am Ende doch zu keinem Ergebnis zu kommen.

Wie zielführend ist die Informationssuche?

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Denn wer sagt, dass wochenlange, oft ziellose Informationssuche und das tagelange Nachdenken darüber eigentlich so zielführend ist?  Kein Zweifel: Nachdenken ist wichtig, weil es hilft, Probleme zu lösen. Schwierig wird es dann, wenn aus dem konstruktiven Nachdenken zielloses Gegrübel wird. Das ist nicht nur Zeitverschwendung, sondern lähmt auch produktives Arbeiten.

Und wird nicht vielleicht in diesem Stadium der Informationssuche bereits viel zu viel Zeit verschwendet, indem man akribisch auch nutzlose Informationen anhäuft, vom Hölzchen auf Stöckchen kommt - und am Ende vielleicht doch nicht klüger ist als zuvor?


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Angst vor der Entscheidung

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Sie finden das widersprüchlich? Nur auf den ersten Blick. Tatsächlich besteht die Kunst nicht darin, so viele Informationen wie möglich anzuhäufen, sondern gezielt die richtigen Information zu finden. Denn durch falsche Informationen kommt es auch regelmäßig zu Fehlentscheidungen in den betroffenen Unternehmen. Und das kann so richtig teuer werden.

Daher ist weniger sozusagen mehr - auch wenn Entscheidungs-Ängstliche meinen, ihre Furcht vor der Entscheidung mit immer noch mehr Informationen und Recherche kompensieren zu können und so die eigentliche Entscheidung immer weiter herauszögern.

Wenn das Gehirn müde wird

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Das hängt mit der Funktionsweise unseres Gehirns zusammen: Je länger man über eine Sache nachsinnt, desto mehr muss sich unser Geist anstrengen. Das Problem erscheint schließlich immer komplizierter, einfach weil das Gehirn müde wird.

Dadurch erhält man irgendwann den Eindruck, die Situation nicht unter Kontrolle zu haben. Das Selbstbewusstsein schwindet, man wird unsicherer. Schließlich wird es immer schwieriger, zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen. Je nachdem, wie weit das geht, macht sich vielleicht sogar Panik breit und man kann keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Komplexe Probleme richtig überdenken

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Nun einfach entscheidungen aus dem Bauch heraus zu fällen, keine Informationen mehr zu suchen, einfach nicht mehr nachzudenken, wäre allerdings grundfalsch: Gerade bei den komplexen Problemen, mit denen wir im modernen Berufsalltag konfrontiert sind, ist es wichtig, einmal in Ruhe und gründlich über eine Sache nachzusinnen und gegebenenfalls weitere Informationen zu sammeln, statt sofort spontan zu reagieren. Auf diese Weise mindert wohlüberlegtes Handeln das Risiko einer Fehlentscheidung, die fatale Folgen für einen selbst und das Unternehmen haben könnte.

Mehr noch: Der amerikanische Psychologe Neil Roese hat herausgefunden, dass sogar das Nachdenken über Dinge, die man gar nicht mehr ändern kann, sinnvoll ist und gibt in seinem Buch „Ach hätt' ich doch! Wie man Zweifel in Chancen verwandelt“ zahlreiche Tipps, wie man diesen Prozess rechtzeitig stoppt. Seine These: Sich die Frage zu stellen, was gewesen wäre, wenn man die schief gelaufene Präsentation besser vorbereitet oder im Streitgespräch schlagfertiger reagiert hätte, ist keinesfalls unproduktiv: Im Gegenteil, mit diesen so genannten kontrafaktischen Gedanken verarbeitet man eine negative Situation und bereitet sich damit unbewusst auf das nächste ähnliche Problem vor: Den gleichen Fehler wird man in Zukunft wohl kein zweites Mal machen.


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10 Tipps für besseres Entscheiden

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Produktives Nachdenken ist wichtig, doch zielloses Grübeln kann zum Problem werden. Leider wird dieser Vorgang durch das Anhäufen unterschiedlichster, teilweise widersprüchlicher und verwirrender Informationen noch befördert.

Denn auch wenn mehr Informationen und Nachdenken oft helfen, Probleme zu lösen oder Dinge zu verbessern: Es gibt Grenzen. Die sind dann erreicht, wenn aus konstruktivem Denken zielloses Grübeln wird, das einen daran hindert, produktiv zu arbeiten. Leider geht dieser Prozess oft schleichend vor sich, so dass es nicht immer leicht fällt, ihn rechtzeitig zu stoppen.

  1. Plan machen, Deadline setzten! Was gegen chronische Entscheidungsunfreude hilft, ist genau nach Plan vorzugehen und sich für jeden der folgenden Schritte eine Deadline zu setzen - so vermeidet man das Prokrastinieren der Entscheidung. Schritt 1: Informationssuche Schritt - 2: Die Informationen sichten & sortieren - Schritt 3: Die Informationen bewerten - Schritt 4: Die eigentliche Entscheidung fällen. Denn merke: Manchmal ist die Entscheidungsunfähigkeit nicht eine frage von zu wenig Informationen sondern schlicht die Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen und mit den Konsequenzen zu leben.
  2. Lernen Sie sich kennen: Wenn Sie sich  das nächste mal dabei ertappen, wie sie stundenlang akribisch Informationen sichten oder tagelang Entscheidungen vergrübeln: Achten Sie mal darauf, wie der Prozess abläuft: Ab wann können Sie nicht mehr aufhören? Wann werden Sie unsicher? Und gibt es Signale dafür? Je besser Sie sich kennen, desto eher können Sie den Entscheidungsprozess in produktive Bahnen lenken.
  3. Aus Fehlern lernen: Etwas ist schief gelaufen? Denken Sie ganz in Ruhe darüber nach. Aber nehmen Sie sich dann auch ganz konkret vor, was Sie das nächste mal besser machen können.
  4. Visualisieren Sie Ihren Wissensstand: Gerade wenn Sie sehr viele Informationen angehäuft haben, hilft es, ihren momentanen Status Quo zu visualisieren. Schreiben Sie alles auf. Ihre Gedanken, Ihre Gefühle – und was Sie sich in Zukunft vornehmen, besser zu machen. Das hilft, Dinge besser zu verarbeiten und klarer zu sehen. Als Medium eignet sich ein Tagebuch oder – moderner – ein Blog.
  5. Nerven Sie andere nicht: Natürlich hilft es, mit anderen zu reden. Aber gerade wenn Sie sehr viele Informationen erhalten haben, kann das schnell nerven. Daher ist Schreiben viel besser. Studien zeigen überdies: Es ist nicht nötig, sich jemand anderem mitzuteilen, was hilft, ist alleine der Akt des Kommunizierens.
  6. Positiv denken: Was uns schnell panisch werden lässt, wenn wir sinnlos herumgrübeln und Informationen bewerten wollen: Unsere Gedanken kreisen stets um die gleiche Befürchtung. Machen Sie sich klar, das eine Entscheidung auch positive Ergebnisse haben kann und dass es tausend Gründe geben kann, warum etwas schief gegangen ist.
  7. Machen Sie eine Denkpause: Sie denken schon eine Weile über ein Problem nach und hatten schon mehr als fünf Einfälle dazu? Stopp! Gönnen Sie Ihrem Gehirn Ruhe - selbst wenn Sie noch keine Lösung gefunden haben. Denken Sie gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt weiter über das Thema nach.
  8. Legen Sie einfach los: Statt zu grübeln – fangen Sie einfach an, das zu tun, worum Ihre Gedanken kreisen. Sie werden feststellen, dass sich auf diese Weise Ihre Befürchtungen manchmal von selbst erledigen.
  9. Lenken Sie sich ab: Manchmal hilft einfach arbeiten. Falls Sie gerade nichts zu tun haben: Machen Sie Entspannungsübungen oder suchen Sie sich eine kleine Arbeit, die zu erledigen ist. Wichtig ist, an etwas anderes zu denken.
  10. Gedankenstopp: Sie merken, Sie gleiten ins Grübeln ab? Sagen Sie einfach laut „Stopp!“. Atmen Sie tief ein und langsam wieder aus, entspannen Sie sich. Streifen Sie sich ein Gummiband übers Handgelenk, das Sie auseinanderziehen und zurückschnellen lassen, um Ihr Nachdenken zu unterbrechen. Sagen Sie auch dazu eindringlich „Stopp!“.

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