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3 Bücher übers Denken und warum es gut ist: Weheklagen über vergossene Milch & Simples Denken


Top20 deutscher Bloggerinnen, referenziert in ZEIT, Wikipedia & Blogger-Relevanz-Index, Seit 15 Jahren Wandel der Arbeitswelt: Beratung, Bücher, News-Dienst Best of HRSeminare & Locations.

Spritzig und frisch werden in einem der Bücher Forschungsergebnisse zum kontrafaktischen Denken präsentiert. Wer denkt, ein Buch über Zweifeln - das kann doch nur furchtbar, depremierend, langweilig und trocken sein, der irrt! Leider enttäuschen die beiden anderen Bücher zum Denken ziemlich.

Übrigens: Eine Übersicht über die wichtigsten Neuerscheinungen & Bücher im Bereich Karriere finden Sie in unserer Rubrik Business-Bestseller!


Hier schreibt für Sie: Simone Janson, deutsche Top20 Bloggerin, Auftritte in ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR - Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

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Dinge die Sie nicht ändern können - und warum es ok ist, darüber zu heulen

Heulen Sie auch manchmal über Dinge, die Sie nicht mehr ändern können und dürfen sich dann von Ihrem Umfeld anhören, wie sehr das nervt? Dann ist dies das passende, zugegeben schon etwas ältere, aber keinesfalls veraltete Buch für Sie:

In "Ach hätt ich doch" kommt Autor und Hochschulprofessor für Psychologie, Neal Roese dem sogenannten kontrafaktischen Denken auf die Schliche. Das ist nämlich besser als sein Ruf.

Hätte ich doch nur dieses oder jenes

Wenn ich ihm doch nur gesagt hätte, dass ich ihn liebe! Wenn ich doch eine andere Ausbildung gemacht hätte! Wenn ich mich doch auf diesen Job beworben hätte! Wenn ich doch mehr Zeit mit den Kindern verbracht hätte! Oft verbringt man viel Zeit damit, darüber nachzudenken, was hätte sein können, wenn ... Und so geht es vielen.

Diese Gedanken über verpasste Gelegenheiten und möglicherweise falsche Entscheidungen sind unvermeidbar, sagt Psychologieprofessor Neal Roese. Sie werden von unserem Gehirn spontan produziert, um uns zu zeigen, was wir das nächste Mal besser machen können. Er zeigt, wie unser "psychologisches Immunsystem" sie verarbeitet und wie wir sie für unser Handeln produktiv machen können.

Kontrafaktisches Denken: Besser als sein Ruf!

Dabei hat mich der Autor ehrlich überrascht: Nicht nur mit seiner flotten Schreibe, sondern auch mit seinem Inhalt, der wirklich viele neue Erkenntnisse liefert die auch durchaus beruhigend sind.

Zweifel zu haben und über vergossene Milch zu weinen, ist schlicht keinesfalls immer so schlecht, wie uns das Binsenweisheiten glauben machen wollen, sondern helfen uns, zu erkennen, was wir beim nächsten mal besser machen können. Vorausgesetzt man übertreibt es nicht.

Fazit

Ein ganz tolles Buch. Und das ganze ist auch noch mit vielen empirischen Ergebnissen wissenschaftlich belegt. Sehr empfehlenswert!

Gute Idee verschenkt: Simple Wahrheiten sind meist falsch!

In einer Zeit, in der Simplify-Bücher zu Bestsellern werden, ja sich ein regelrechter Vereinfachungstrend abzeichnet, war dieses Buch schon lange überfällig.

Denn tatsächlich ist Vieles nicht so einfach, wie es scheint wenn zu stark vereinfacht wird, kann das zu großen Problemen führen.

Das Problem mit der Erwartungshaltung

Und sicherlich werden die einfachen Wahrheiten in diesem Buch kritisch, hintergründig und intelligent beleuchtet, keine Frage. Nur: Das war das Mindeste, was ich erwartet habe. Und wie das eben mit der Erwartungshaltung so ist...

Ich hatte mir von diesem Titel ein Buch versprochen, dass den Simplify-Trend mit seinen eigenen Waffen schlägt: Reich an Wortwitz und Ironie, eine einfache klare Sprache - und dennoch hintergründig.

Trocken statt spritzig

Stattdessen ein wissenschaftlich-analytisch-trockener Stil, wobei Frau Gronemeyer in der Argumentation kaum empirische Belege liefert, sondern vor allem ihr persönlichen, rein subjektiven Ansichten zum Besten gibt.

Und die stoßen gelegentlich etwas moralinsauer auf. Außerdem ist die Autorin selbst auch nicht vor Vereinfachungen gefeit. Beispiel ihre Ausführungen zu Existenzgründern: Unbestritten versucht die Politik in jüngster Zeit, Arbeitslose in die Existenzgründung zu drängen und viele scheitern daran (übrigens auch, weil die Politik gleichzeitig die Rahmenbedingungen für kleinstgründer keinesfalls verbessert).

Moralinsaure Opferhaltung

Ob viele dieser Kleinstgründer sich aber gerne von Frau Gronemeyer als Opfer stilisieren lassen, sei dahingestellt. Denn es gibt zahlreiche Kleinstselbständige, die mit Überzeugung, Tatkraft und Optimismus ans Werk gehen - etwas, das diesem Buch leider fehlt.

Es gibt eben IMMMER solche und solche und es ist eben NIE so einfach. Immerhin ist es gut, dass dieses Buch geschrieben wurde, wenn auch unter einem Titel, der mehr verspricht.. naja, es ist gut gemeint.

Wie funktioniert unser Gehirn?

Der Mensch - eine neuronale Maschine?" Fragt Wissenschaftsjournalist Hubert. Die Neurobiologie hat in jüngster Zeit einige Erkenntnisse auf die uralte Frage "Was ist der Mensch?" geliefert.

Und diese Erkenntnisse haben einiges Aufsehen erregt und gefallen offenbar nicht jedem. Fragen nach dem Wesen des Menschen werden laut.

Sind wir für unser Handeln verantwortlich?

Vorneweg: Dieses Buch wirft Fragen auf und regt zum Nachdenken an. Zum Beispiel:

  • Sind wir für unser Handeln verantwortlich oder werden wir nur vom Gehirn gesteuert?
  • Bestimmt unser Gehirn unser Handeln?
  • Haben wir wirklich keinen freien Willen?
  • Gibt es gar kein "Ich"?
  • Und welche Konsequenzen hat dies für unseren Alltag?

Der Mensch gelenkt durch Neuronen - eine bedrohliche Vorstellung?

Offenbar finden einige Leute, unter ihnen auch der Autor dieses Buches, die Vorstellung bedrohlich, der Mensch könnte nur durch seine Neuronen gelenkt sein.

Warum eigentlich? Weil der Mensch dann mehr wäre als ein Stück Natur, der sich durch seinen Geist lenken kann - mehr als die Krone der Schöpfung?

Subjektiver Überblick

Ich persönlich verstehe diese Vorbehalte nicht und kann daher der Argumentation dieses Buches nicht ganz folgen:

Eigentlich will der Autor anhand von vielen Beispielen und Experimenten Überblick über die aktuellsten Diskussionen in der Neurowissenschaft. Aber tatsächlich versucht er Stück für Stück das angeblich so schrecklich reduktionistische Menschenbild der Hirnforscher zu widerlegen.

Vie Lärm um nichts

Herausgekommen ist dabei keine wissenschaftliche Analyse, sondern die pseudophilosophische Darstelllung einer Meinung, nämlich, dass der Mensch dennoch einen freien Willen hat.

Für meinen Geschmack viel Lärm um nichts, dieses Buch hätte man sich auch sparen können.

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  1. Jakob

    Wirklich super Seite!

  2. BEGIS GmbH

    Kontrafaktisches Denken und warum es gut ist: Weheklagen über vergossene Milch? via @berufebilder - Empfehlenswerter Beitrag Pi9gl8FVSZ

  3. Thomas Eggert

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