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Resilienz bei der Bundestagswahl #btw17 - 1/2: Können Politiker scheitern?



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Richtig Scheitern - was Manager von Politikern lernen können hieß es noch letzte Woche auf Best of HR - Berufebilder.de im Beitrag von Claudia Hupprich. Nun, nach der Bundestagswahl, muss sich zeigen, wie resilient und scheiterfähig deutsche Politiker wirklich sind. schwarz-gelb


Hier schreibt für Sie: Dr. Denis Mourlane ist Psychotherapeuth & einer der führenden europäischen Experten für Wirtschaftsresilienz. Profil

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Wie reslient sind deutsche Politiker wirklich?

Resilienz beschreibt neben der Fähigkeit mit Druck und Ungewissheit umzugehen, vor allem die menschliche Fähigkeit aus Rückschlägen zu lernen, optimistisch zu bleiben und schnell wieder aufzustehen.

Ebenso betrifft dies aber auch Gruppen von Personen, wie sie politische Parteien darstellen. Nun sind die Bundestagswahlen gerade vorbei und es zeigt sich: Viele Parteien mussten herbe Rückschläge einstecken.  Da stellt sich natürlich gleich die Frage, wie sie wohl mit dieser Niederlage umgehen wird, also wie resilient sie eigentlich sind?

Hauptsache Kausalanalyse

Diejenigen, die am Wahl-Sonntagabend aufmerksam die Interviews mit den führenden Personen dieser Parteien verfolgt haben, werden parteiübergreifend vor allem einen Satz immer wieder gehört haben: „Wir werden uns nun in den Gremien zusammen setzen und die Gründe für diese Niederlage schonungslos analysieren“.

Dieser Satz beschreibt in vortrefflicher Weise einen der bedeutendsten der sieben Resilienzfaktoren: die Kausalanalyse. Denn dieser Faktor ermöglicht es Menschen, die Gründe (Kausa) für Rückschläge genau zu analysieren und führt dazu, dass man denselben Fehler nicht immer wieder von vorne macht.

Der „Warum-Stil“ ist erlernt

Jeder Mensch hat einen besonderen Stil eine solche Kausalanalyse zu betreiben. Er wird auch als „Warum-Stil“ bezeichnet und kann auf drei Ebenen beschrieben werden. Ebene 1 beschreibt, ob ich die Gründe bei mir (Ich-Stil) oder bei Anderen (Nicht-Ich-Stil) suche.

Auf Ebene 2 stellt sich der Mensch die Frage, ob die Gründe in Zukunft nicht-änderbar (Immer-Stil) oder änderbar (Nicht-Immer-Stil) sind. Auf Ebene 3 schließlich kann ich die Gründe auf Allgemeingültiges (Alles-Stil) oder auf etwas spezifisches (Nicht-Alles-Stil) beziehen.

Wir wurden nicht ausreichend unterstützt?

Die Mehrzahl der Menschen hat im Laufe ihres Lebens einen spezifischen Stil entwickelt, von anderen Menschen gelernt und dieser wird bei Rückschlägen immer wieder angewendet. So haben Optimisten, also positiv denkende Menschen, beispielsweise die Angewohnheit bei Rückschlägen den Stil „Nicht-Ich“ - „Nicht-Immer“ – „Nicht-Alles“-Stil anzuwenden.

Auf die aktuelle Parteienlandschaft übertragen würde dies dann bedeuten, dass sie beispielsweise sagen „unser Koalitionspartner hat uns bei diesem Wahlkampf nicht ausreichend unterstützt“. Die Gründe liegen außerhalb der jeweiligen Partei, sind in Zukunft änderbar und beziehen sich nur auf diese spezifische Unterstützung.

Wir werden es nie mehr schaffen?

Ein anderer häufig anzutreffender Stil ist der „Ich“-„Immer“-„Alles“-Stil. Dieser wäre dann gegeben, wenn die Parteien sagen z.B. würden: „Wir werden es einfach niemals mehr schaffen werden, die Wähler von unseren Ideen zu überzeugen“.

Dies ist ein Stil, den man insbesondere bei pessimistisch denkenden Menschen antreffen kann: ich bin Schuld und ich werde es auch in Zukunft nicht ändern können.  Beides ist nicht die optimale Lösung. Wie diese hingegen aussieht, erfahren Sie morgen im zweiten Teil meines Beitrag.

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