Im Jobinterview Bewerber-Standart-Antworten und sozial erwünschtes Verhalten vermeiden



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Text stammt aus: ERFOLGSERPROBTE EINSTELLUNGSINTERVIEWS: Wie Sie mit professionellen Fragen die passenden Mitarbeiter finden (2016) von Uta Rohrschneider, erschienen bei BusinessVillage Verlag, Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Bildrechte:  Bildmaterial erstellt im Rahmen einer kostenlosen Kooperation mit Shutterstock. .

Unbestritten: Das Dilemma, dass sich Kandidaten in Bewerbungsgesprächen bewusst in einem guten Licht präsentieren und Sie sie daher nur bedingt richtig kennenlernen, besteht. Welche Möglichkeiten gibt es daher, trotz des Phänomens der sozialen Erwünschtheit ein echtes, ehrliches Bild von Kandidaten zu erhalten?

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Hier schreibt für Sie:

 

Uta Rohrschneider UtaUta Rohrschneider ist geschäftsführende Gesellschafterin der grow.up. Managementberatung.

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Sozial erwünschtes Verhalten umgehen

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Sozial erwünschtes Verhalten kann nur gezeigt werden, wenn der Kandidat weiß, welche Antwort Interviewer von ihm hören wollen. Dann kann er diese so anpassen, dass Sie dem Personaler gefallen wird. Welche Antworten auf klassische Fragen erwünscht sind, kann er zudem in einer Vielzahl von Bewerber-Ratgebern nachlesen.

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Und ein gut vorbereiteter Bewerber tut das auch. Gute Bewerber bereiten sich detailliert auf ihr Bewerbungsgespräch vor. Sie wissen um ihre Stärken, Schwächen, Ziele und Fähigkeiten und sie werden sie Ihnen bestmöglich präsentieren.

Beispiel: Sozial erwünschte Antworten zur Teamfähigkeit

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Teamfähigkeit ist eine häufig geforderte Fähigkeit in Stellenbeschreibungen. Dennoch ist es selten so, dass ein Kandidat ausschließlich im Team fähig sein soll. Im Gegenteil, neben der guten Teamfähigkeit sollte er ebenfalls über eine selbständige Arbeitsweise verfügen.

Kandidaten wissen, dass Sie weder als Einzelkämpfer noch als ausschließlicher Teamplayer gut bei Unternehmen ankommen. Aus diesem Grund häufen sich in Bewerbungsgesprächen Antworten wie:

  • „Natürlich arbeite ich sehr gerne im Team. Dort kann man sich mit den Kollegen austauschen und findet gemeinsam schnell eine Lösung. Viele Köpfe denken ja mehr und schneller als ein Einzelner. Aber ich muss nicht in einem Team arbeiten. Ich bringe auch auf mich allein gestellt meine Leistung.“
  • „Ich kann sehr gut eigenständig arbeiten. Bei längerfristigen Aufgaben mache ich eine Planung, was ich wann bearbeite. Die arbeite ich dann konsequent ab. Aber häufig ist es natürlich auch so, dass Aufgaben zu groß sind, um sie ganz alleine zu bearbeiten. Dann arbeite ich sehr gerne im Team mit anderen, weil man sich die Aufgaben teilen und alle gut auslasten kann.“
  • „Ich würde mich als Teamplayer bezeichnen. Ich finde es wichtig, dass man auch von Kollegen lernt und alle Erfahrungen und die Gesamtenergie eines Teams ausnutzt, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Manchmal ist es aber auch nicht sinnvoll, im Team zu arbeiten, zum Beispiel wenn die Aufgabe gar nicht groß genug ist, um ein ganzes Team damit zu beschäftigen. Dann kann ich die Aufgabe auch gut für mich selbst erledigen. Und auch das hat seine Vorteile. Ich habe gerne eine ausgewogene Mischung aus Team- und Einzelarbeit.“

Es gibt Bewerber, die sich nicht sozial erwünscht verhalten, sondern Ihnen von sich aus ein sehr ehrliches Bild von sich zeichnen. Es muss allerdings betont werden, dass dies nicht der Regelfall, sondern die Ausnahme ist. Die meisten Bewerber vermeiden es, ihre Schwächen beziehungsweise potenziell Ungünstiges über sich selbst zu berichten.

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Wie Sie Standard-Antworten vermeiden

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Von diesen Bewerbern werden Personaler auf viele ihrer Fragen nur Standard-Antworten erhalten. Um einen echten Eindruck von diesen Bewerbern gewinnen zu können, müssen Personaler spezielle Fragen stellen. Versetzen Sie sich daher einmal konkret in die Lage eines solchen Jobinterviews:

Ihr Ziel ist es, den Bewerber wirklich kennenzulernen, um eine richtige Entscheidung über seine Eignung zu treffen. Wenn Bewerber nicht von sich selbst aus ehrlich und echt agieren, sollten Sie sie in eine Situation bringen, in der sie sich, zumindest für einen ersten Moment, echt zeigen. Das erreichen Sie, indem Sie den Kandidaten mit Ihren Fragen überraschen.

Was passiert, wenn Bewerber spontan reagieren müssen

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Dann muss er spontan auf die Fragen antworten. Wenn Menschen sich spontan verhalten müssen, können Sie nicht so gut auf etwas Einstudiertes oder Erprobtes zurückgreifen. Stattdessen greifen Sie auf ein Antwort- beziehungsweise Verhaltensrepertoire zurück, das Sie bereits besitzen. Darum geben spontane Antworten eine Menge über einen Bewerber preis.

Sie sagen etwas darüber aus, wie schlagfertig, spontan oder flexibel das Gegenüber ist, wenn es unvorbereitet agieren muss. Sie bieten Informationen darüber, ob der Kandidat überhaupt ohne Vorbereitung souverän auftreten und agieren kann.

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Typische Fragen zur Person – einige Beispiele

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Agiert ein Bewerber auf eine Antwort bedacht und nimmt sich für eine Antwort viel Zeit oder beantwortet er Ihre Frage ohne zu zögern? Und welche Reaktion zeigt er überhaupt, wenn er überrascht wird? Hier einige Beispiel-Fragen, mit  denen Sie Bewerber überraschen können.

  • Trinken Sie lieber Bier oder Wein?
  • Wie heißt Ihr Lieblingsrestaurant?
  • Wer ist Ihr Lieblingssportler?
  • Welche Disney-Figur wären Sie gerne?
  • Warum haben Sie kurze/lange Haare?
  • Haben Sie schon mal einen Baum gepflanzt?
  • Was wollten Sie als Kind werden?
  • Was langweilt Sie?
  • Wie laut können Sie schreien?
  • Haben Sie eine gute Handschrift?
  • Würden Sie sich Ihre Eltern nochmal aussuchen, falls Sie die Wahl hätten?
  • Was machen Sie mit Geschenken, für die Sie keine Verwendung haben?
  • Worin sind Sie schlechter als alle anderen Menschen, die Sie kennen?
  • Können Sie einen Autoreifen wechseln?
  • Ohne was könnten Sie nicht leben?
  • Sie gehen wohl gerne auf Nummer sicher…
  • Worüber machen Sie sich einfach zu wenig Gedanken?
  • Wie viel würden Sie maximal für einen Liter Milch bezahlen?
  • Welchen Designer tragen Sie heute?
  • Welche Farbe steht Ihnen gut?
  • Würden Sie so angezogen auch zum Kunden gehen?
  • Welches Essen würden Sie nie probieren?
  • Was wären Sie lieber: Hund oder Katze?
  • Wie finden Sie Flamingos?
  • Was wären Sie am ehesten: blind, taub oder stumm?
  • Fallen Ihnen spontan fünf Spiele des Jahres ein? Welche?
  • Erzählen Sie mir einen Witz.
  • Bringen Sie mich zum Lachen.
  • Wenn Sie ein Cowboy wären, wie hieße Ihr Pferd?
  • Wenn Sie einer der drei Könige wären, was hätten Sie mit zur Krippe gebracht?
  • Ab wann bekommen Sie Heimweh?
  • Sie wachen in einem Müllcontainer auf. Was ist Ihr erster Gedanke?
  • Was kann Ihre Mutter am besten kochen?
  • Welches Buch hätten Sie gerne geschrieben?
  • Welche Superkraft hätten Sie gerne?
  • Mit wem würden Sie gerne einen Tag tauschen?
  • Wohin würden Sie mit einer Zeitmaschine reisen?
  • Wie können Sie am besten entspannen?
  • Was ist für Sie eine Versuchung?
  • Was wäre Ihre Henkersmahlzeit?
  • Wo bleiben Sie beim Zappen hängen?
  • Wofür geben Sie zu viel Geld aus?
  • Was können Sie besonders gut kochen?

Wie Sie ehrliche Antworten erhalten

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Um Ihre Bewerber im Vorstellungsgespräch zu überraschen, bleibt Ihnen nur ein Hilfsmittel: Fragen zu stellen, auf die sich der Bewerber nicht vorbereiten kann und die Ihnen eine echte Reaktion des Bewerbers liefern.

Wenn der Kandidat nicht weiß, welche Antwort bei Ihnen auf Zustimmung stößt, erschweren Sie es ihm, sich sozial erwünscht zu verhalten.

Sie können dann davon ausgehen, dass seine Antwort ehrlicher ausfällt. Er kann zwar immer noch schätzen, welches Verhalten oder welche Antwort Sie gerne sehen/hören würden, aber er weiß es eben nicht mit Sicherheit.

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Wie antwortet der Kandidat?

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Es kommt bei den überraschenden Fragen, die Sie stellen, nicht primär auf den Inhalt der Antwort an, sondern darauf, wie der Kandidat sie beantwortet. Im Fokus stehen also die Reaktion des Kandidaten und Ihre Bewertung dieser Reaktion.

Daher dürfen Sie auch Fragen stellen, die mit den direkten Anforderungen der zu vergebenden Position nichts zu tun haben. Wenn Sie berufsrelevante Fragen stellen, achten Sie darauf, dass Sie die klassischen Fragen zu den jeweiligen Themen vermeiden.

Fragen ohne Konext

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Fragen können aus unterschiedlichen Gründen überraschend auf einen Bewerber wirken. Typischerweise überrascht es Bewerber, wenn Sie Fragen stellen, die völlig aus dem Kontext gegriffen sind.

Zum Beispiel wenn Sie abrupt das Thema wechseln und eine Frage stellen, die mit der ursprünglichen Thematik nicht zusammenpasst. Darauf muss der Kandidat sich dann erst einmal einstellen.

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Worauf Sie beim Bewerber achten sollten

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Achten Sie insbesondere auf Folgendes:

  • Wie lange braucht er, um das Thema zu wechseln?
  • Ist er irritiert über Ihren schnellen Wechsel zwischen Themen?
  • Versucht er, zurück auf das Ursprungsthema zu kommen?

All diese Dinge geben Ihnen Informationen über die Flexibilität des Bewerbers und über seine Anpassungsfähigkeit an wechselnde Anforderungen. Wie schnell kann er wirklich umspringen und sich voll auf ein neues Thema einlassen und konzentrieren?


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