Körpersprache und Kompetenz: Die Macht der Wirkung



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Abdruck: Dieser Text stammt aus dem Buch "Körpersprache für Frauen: Sicher und selbstbewusst auftreten (2012) " von Dr. Cornelia Topf, veröffentlicht bei Münchener Verlagsgruppe, und wurde uns zum Abdruck überlassen.
Bildrechte:  Bildmaterial von fotolia © by fizkes.

Wenn Sie es im Leben weiter bringen wollen, sollten Sie verstehen lernen, was im Leben weiter bringt. Kompetenz ist wichtig. Und das ist oft eine Sache der Körpersprache.

Körpersprache und Kompetenz: Die Macht der Wirkung Körpersprache und Kompetenz: Die Macht der Wirkung

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Hier schreibt für Sie: Dr. Cornelia Topf ist zertifizierter Businesscoach und internationale Managementtrainerin. Profil

Körpersignale als Karrierekiller

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Wirkung bringt weiter. Das wussten übrigens schon unsere Urgroßeltern: „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr!“ Dass der Mann auf dem Bild besser, kompetenter, vorgesetzt wirkt, sehen Sie auch. Aber woran liegt das?

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Ihre Wirkung hängt von Ihren Körpersignalen ab. Körpersprache ist eine Sprache wie jede andere Sprache auch. Sie besteht aus Vokabeln. Die Vokabeln der Körpersprache sind die einzelnen Körpersignale. Sobald Sie Körpersignale wahrnehmen und einsetzen können, beherrschen Sie die Körpersprache.

Die Vokabeln der Körpersprache

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Doch in vielen Situationen wird klar, dass der Mann besser wirkt als die Frau. Aber woran liegt das denn? Schauen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz um. Durch welche typischen Körpersignale unterscheiden sich Männer und Frauen?

  1. Männer sitzen zum Beispiel breitbeinig, Frauen schlagen oder wickeln die Beine übereinander. Das wirkt zwar attraktiv. Doch wer Karriere machen will, sollte nicht in erster Linie attraktiv, sondern kompetent wirken.
  2. Die meisten Frauen erreichen nicht annähernd das, was sie erreichen möchten. Warum? Weil die Körpersprache nicht stimmt.
  3. Männer stellen beim Sitzen die Ellenbogen aus. Frauen führen sie eng am Körper oder haben die Arme sogar unterm Tisch.
  4. Männer stehen gern breitbeinig, Hände in den Hosen- oder gar Jacketttaschen. Frauen stehen in der Entlastungshaltung: Beine eng, Körpergewicht auf einem Bein; Hände sichtbar.
  5. Frauen sitzen oft mit geschlossenen Knien und nach innen gedrehten Füßen.
  6. Männer halten die Knie offen und die Füße nach außen gedreht.

Die Liste ließe sich endlos fortführen. Wenn Sie im Alltag die Augen aufmachen, werden Sie von einer geschlechtstypischen Signalflut geradezu überschwemmt werden. Alle diese Signale haben leider eines gemeinsam: „Die Körperhaltungen von Frauen wirken“, sagt die Verhaltensforscherin Marianne Wex, „mit ihren Armen und Beinen eng am Körper gehalten, sich schmal machend, verkleinernd, verniedlichend, verharmlosend, demütig, sich anbietend, in sich zurückgezogen, sich versteckend, vorwiegend eingeschüchtert und angstbestimmt.“

Frauen – oft wie die brave Tocher?

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Dieser Eindruck ist natürlich völlig ungewollt und unbewusst, doch er wirkt verheerend. Eben so verheerend, wie wir das täglich erleben: Während Männer kompetent bis arrogant wirken, wirken Frauen leider viel zu oft wie die brave Tochter. Sie ist lieb, nett, sympathisch – aber man möchte keine Gasdruckturbine von ihr kaufen! Weil sie eben nicht tough enough fürs Business scheint.

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Was natürlich lächerlich ist. Kinderkriegen ist zehnmal härter als alles, was das Business zu bieten hat. Doch Frauen scheinen eben viel zu nett fürs Business zu sein. Weil sie die falschen Körpersignale senden. Heißt das jetzt, dass Sie ab sofort breitbeinig wie John Wayne durch die Flure staksen sollen?

Wie sieht selbstbewusste Körpersprache aus?

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Das ist ein beliebter Spontanirrtum. Räumen wir ihn gleich aus:  Diese zu entdecken sind wir hier. Frauen müssen nicht zwangsläufig wie die brave Tochter wirken. Erfolgreiche Business-Frauen, die nicht vermännlicht sind, machen es vor:

Sie führen sich nicht so arrogant auf wie Männer, wirken aber trotzdem sehr kompetent und selbstsicher. Es gibt eben Körpersignale für „brave Tochter“, Signale für „brutaler Kerl“ und Signale für „selbstsichere BusinessFrau“. Wie Letztere aussehen, müssen wir näher betrachten. Denn eine Frau ist kein Mann. Also sollte sie sich auch nicht wie einer aufführen. Das wirkt lächerlich. Frauen haben eine eigene Körpersprache.

Macho oder netter Kerl?

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Die Körpersprache des typischen Mannes sagt: „Platz da, jetzt komme ich!“ Natürlich gibt es auch untypische Männer, die lieb und nett wirken. In Amerika gibt es einen Ausdruck dafür: Mr. Nice Guy. Dieser Begriff hat in einer typisch männlichen Gesellschaft einen unüberhörbar abwertenden Beiklang: Er ist lieb und nett – also kein echter Kerl. Sprachlicher Ausdruck einer Chauvi-Gesellschaft? Gerade nicht:

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Der Begriff wird öfter von Frauen als von Männern im Mund geführt. Auch viele Frauen stehen eben eher auf echte Kerle. Während der typische Mann also wie ein echter Kerl wirkt, wirken Frauen nett, unscheinbar, sympathisch – eben „weiblich“. Wir alle wissen und erleben täglich, dass Männer typischerweise burschikos und etwas arrogant auftreten und Frauen eben weiblich.

Wo wir die Wirkung der Körpersprache unterschätzen

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Doch wir vergessen regelmäßig, welche Auswirkungen das hat! Die Wirkungen der Körpersprache werden ständig unterschätzt:

  1. Frauen werden in Meetings und Besprechungen eher übersehen, nicht wahrgenommen, eben weil sie so unauffällig wirken. Typische Reaktion der Männer: „Ach, die Müller war damals auch dabei? Richtig, jetzt erinnere ich mich.“ Das fördert nicht gerade den eigenen Erfolg.
  2. Wer weniger auffällt, wird auch weniger befördert – denn an wen sich ein Vorgesetzter nicht oder nur schwach erinnert, der kommt auch bei Beförderungen nicht in die engere Wahl.
  3. Wer weniger auffällt, wird auch öfter übersehen, untergebuttert, nicht ernst genommen, weniger anerkannt.
  4. Wer weniger auffällt, bekommt weniger attraktive Projekte, Posten, Aufgaben, Kunden, Befugnisse …
  5. Wer weniger attraktive Projekte, Kunden … bekommt, fällt auch in der Folge weniger auf, weshalb er/sie auch in Folge weniger weit kommt – eine tödliche Abwärtsspirale.
  6. Wer nicht weiter auffällt, wird von Kunden, Kollegen, Mitarbeitern und Chefs eher und häufiger untergebügelt, weil der äußere Anschein suggeriert: Mit der/dem kann man’s ja machen!

Fatale Körpersprache: Mit mir kann man es ja machen

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Genau das berichten mir viele Frauen in Frauenseminaren und Coachings: „Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Kerle im Büro denken: Mit der kann man’s ja machen!“ Das stimmt! Männer denken das und geben es untereinander auch zu. Und warum? Weil Frauen eben häufig diesen Eindruck erwecken.

Sie erwecken diesen Eindruck nicht bewusst, sondern unbewusst – gerade deshalb ist er so gefährlich. Die meisten Frauen bemerken gar nicht, welche fatalen Körpersignale sie senden! Sie denken, die bösen Männer sind schuld. Doch tatsächlich laden sie die Männer mit ihren unbewussten Signalen dazu ein: „Komm, zieh mich übern Tisch. Mit mir kannst du’s machen!“

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