Share-Economy als Zukunftskonzept im Nahverkehr: Gründer-Report Usedom Rad


Wir machen die Arbeitswelt menschlicher wie ökologischer und spenden – urkundlich belegt – Einnahmen für Aufforstung. Als Verlag Best of HR – Berufebilder.de® mit einzigartigem Buchkonzept, on-Demand eKursen und News-Dienst geben wir über 15 Jahre Erfahrung an unsere Kunden (u.a. Samsung, Otto, staatliche Institutionen) weiter. Von der Top20-Bloggerin Simone Janson, referenziert in ARD, ZEIT, WELT, Wikipedia.
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Leihen statt kaufen liegt voll im Trend. Auch bei Fahrrädern. Auf der Insel Usedom wurde aus dieser Idee mit staatlicher Unterstützung ein Verkehrssystem entwickelt, das zukunftsweisend sein könnte. Share-Economy als Zukunftskonzept im Nahverkehr: Gründer-Report Usedom Rad OLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson ist Verlegerin, deutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation. Profil

Fahrrad und Nahverkehr als Komplett-Alternative zum Auto-Fahren?

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Über innovative Fahrrad-Leih-Systeme habe ich in letzer Zeit öfter mal geschrieben – z.B. das Bixi-Bike in Montreal, bei dem mit Kreditkarte abgerechnet wird und die erste halbe Stunde gratis ist. Und auch das Call-a-Bike-System der deutschen Bahn ist bestens bekannt.

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Auf der Insel Usedom ganz am nordöstlichen Rand der Republik wurde nun mit Hilfe des Bundesministeriums für Verkehr ein System entwickelt, das auch den öffentlichen Nahverkehr entwickelt und daher erstmals eine Komplett-Alternative zum Autofahren bietet.

Usedom Rad – von Fahrradverleihern gegründet

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Schon früher war Usedom als fahrradfreundliche Insel bekannt gewesen: 50 Fahrradverleiher mit einem Bestand von ungefähr 10.000 Rädern, die von bis zu 3.000 Personen täglich genutzt wurde, gab es vor Gründung der Usedom Rad GmbH 2009.

10 Fahrradverleiher und drei Hotels schlossen sich zur Usedomer Fahrradgesellschaft zusammen, die die Mehrheit an der Gesellschaft hält. Das Konzept wurde im Rahmen eines Projektes des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung staatlich gefördert.

Modellversuch de Bundes-Verkehrs-Ministeriums

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Mit dem Modellversuch „Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme – Neue Mobilität in den Städten“ wollte das Ministerium den klimafreundlichen und energieeffizienten Nahverkehr unterstützen.

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Das Usedomer Konzept ist eines von 8, das unter 44 Bewerbern zur Förderung ausgewählt wurde. „Unsere Idee wurde damals als besonders einfallsreich bewertet und ist auch heute das einzige, das schwarze Zahlen schreibt“, sagt Geschäftsführer Enrico Krohn nicht ohne Stolz. Denn die staatliche Förderung ist Ende 2012 ausgelaufen. Das Unternehmen muss nun auf eigenen Beinen stehen. Und das sieht gar nicht so schlecht aus:

Mit 100 Rädern angefangen

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„Angefangen haben wir mit 10 Ausleihstationen und 100 Rädern. Heute haben wir 110 Stationen und 1000 Räder überall auf der Insel verteilt – darunter 60 eBikes und 50 Kinderräder,“ berichtet Krohn, der auf 20 Jahre Erfahrung als Fahrradverleiher zurückblickt. Doch was ist die eigentliche Innovation des Konzeptes?

Wie bei jedem anderen Fahrradverleih auch können die Kunden ein Rad entleihen – für 3 Euro in in der Stunde, 6 Euro für drei Stunden oder 9 Euro für den ganzen Tag. Ein eBike kostet 20 Euro pro Tag. „Wir können keine Phanatsiepreise verlangen, sondern müssen uns dem Markt anpassen“, erklärt Krohn die moderaten Preise.

Verbund mit Verkehrsbetrieben

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Neu ist allerding, dass sie das Rad an jeder beliebigen Station auf der Insel zurückgeben können. Und dass sie die Tageskarte für das Fahrrad auch im öffentlichen Personen-Nahverkehr auf der Insel nutzen können.

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Wer will, kann das Rad an einer Stelle abgeben und mit dem selben Ticket im Bus zurückfahren. Oder umgekehrt. Zu diesem Zweck besteht ein Verbund mit diversen Verkehrsbetrieben.

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Kostenloser Reperatur-Service inklusive

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Bald werden, so hofft Geschäftsführer Enrico Krohn, mehr Menschen das Auto stehen lassen und auf das Fahrrrad umsteigen: „Im Sommer ist die Strandstraße oft durch Autos blockiert, weil jeder zum Strand will. Das könnte bald der Vergangenheit angehören.“

Doch auch das Ausleihen der Räder selbst ist ein Vorteil: „Wer liegen bleibt, der wird entweder zu einem Pannenservice in der Nähe geleitet oder Usedom Rad kommt selbst vorbei.“

Leihen lohnt sich mehr als kaufen

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Die Reperatur der Leihrräder ist übrigens kostenlos – es sei denn, der Kunde hat das Rad nachweislich selbst kaputt gemacht.“, erklärt Enrico Krohn, warum ein eigenes Rad sich quasi gar nicht mehr lohnt. Und diesen Service bewältigt das Unternehmen mit zwei Geschäftsführern und nur einem Mitarbeiter.

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Nebenbei sind die Räder – wie ich selbst getestet habe – von besserer Qualitäg als so manches selbst gekaufte Fahrrad.

Ausleihe und Rückgabe per Hotline oder persönlich

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Ausleihe und Rückgabe selbst werden dabei vergleichsweise konventionell abgewickelt: Die Kunden können entweder an den bemannten Stationen ein Rad ausleihen, dabei wird bar bezahlt und es werden die Personalien per Ausweis aufgenommen.

Oder aber die Kunden rufen die in Berlin sitzende Hotline an, geben ihre Kreditkartennummer durch und erhalten im Gegensatz dazu die Nummer des Schlosses. Ähnlich funktioniert auch die Rückgabe, wobei eBikes und Kinderanhänger nicht einfach abgestellt werden, sondern an bemannten Stationen abgegeben werden müssen.

Mobile Payment angedacht

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Auch eine App für Android und iPhone mit Infos zu Strecken und Stationen gibt es schon. Die Ausleihe mobil abzuwickeln, ist allerdings noch Zukunftsmusik: „Die Leute sind sehr konservativ.

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Am Anfang musste ich noch erklären, warum man seine Kreditkartennummer telefonisch durchgeben muss. Daran haben sich die Leute gerade gewöhnt,“ sagt Krohn. Immerhin hat man bei Usedom Rad schon über Mobile Payment nachgedacht: „Wir machen erstmal einen Schritt nach dem anderen“, so Krohn.

Abosystem für die Einwohner

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Worüber er und sein Co-Geschäfsführer Axel Bellinger allerdings ernsthaft nachdenken, ist ein Karten-Abosystem für die Einwohner: „Das System wurde ursprünglich für Touristen geschaffen, aber da die Sache so gut angenommen wird, sollten auch die EInheimischen ihr Auto öfter mal stehen lassen“, so Krohn.

In der Share-Economy muss man eben vieles nicht mehr selbst besitzen – auch kein eigenes Fahrrad mehr, wenn es Teil eines integrierten Verkehrs-Konzeptes ist.

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  1. Glayds Hartgrove

    Hilfreiche, gute weiterführende Tipps. Ich freue mich schon darauf mehr zu lesen.

  2. Dieter Bertram

    Wow, Share-Economy auf Usedom – das ist wirklich anspruchsvoll.

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