Frauen glauben oft, es geht im Job um die Sache. Doch gute Leistung trägt nur zu einem geringen Teil zum Erfolg bei. Allzu oft geht es um Image und um Bekannheit. Heißt: Wer sich gut darstellt, hat mehr Erfolg!

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Es geht nicht nur um die Sache

Immer wieder treffe ich im Coaching jungen Führungsfrauen, die mir sagen: “Ich bin auch so eine, die jahrelang geglaubt hat, dass ich mich über die Sache profilieren kann. Wie konnte ich mich bloß so irren?” Sie kommen ins Coaching, damit ich sie “umcoache”.

Ich muss ihnen oft schmerzhaft klarmachen: Es geht im Job nicht nur um die Sache. Es geht natürlich auch um Macht und Selbstdarstellung. Ich halte das moralisch zwar für nicht vertretbar.

Mitspielen um der Sache Willen?

Doch wer seinen Job liebt und wirklich Gutes in der Sache tun möchte, muss sich entweder selbständig machen, ein eigenes Unternehmen gründen – oder strategisch schizophren managen nach dem Motto:

Ich spiele das peinliche Macht- und Selbstdarstellungsspiel zwar mit – aber nur, um letztendlich Gutes in der Sache zu tun.

Man muss sich entscheiden

Wer sich dafür entscheidet, muss jedoch höllisch aufpassen, sich dabei nicht selbst zu verlieren, wie das vielen Vorständen ergeht, die ich dann auch in meiner Coaching-Praxis treffe.


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Was jedoch überhaupt nichts bringt: Frustriert den Rückzieher machen, statt sich bewusst zu entscheiden. Denn immer wieder erreichen mich Mails und Wortmeldungen von Gattinnen oder Partnerinnen von Vorständen und Geschäftsführern.

Besser selbst aktiv werden

Und höre und lese dann solche Sätze: “Ich habe alle Hände voll zu tun, meinen Mann als Vorstand eines internationalen Unternehmens auf dem Boden zu halten!”, “Ich war selber mal Abteilungsleiterin und habe irgendwann festgestellt, dass es den lieben Kollegen nur noch ums eigene Fortkommen, nicht mehr um Sachinhalte geht.”

Da ist es doch besser, selbst aktiv zu werden!

Was wollen Sie?

Keine Frage: Ein System, in dem vor allem die vorankommen, die sich besser vermarkten können, ist fragwürdig. Das bestreite ich nicht. Das bestreiten nicht einmal Vorstände. Doch darum geht es nicht.

Es geht darum: Was wollen Sie? “Ich habe geglaubt, mich über die Sache profilieren zu können.” Wer das sagt, möchte zwei Dinge: Die Sache voranbringen und sich selbst zu profilieren. Überlegen Sie sich: Was möchte ich mehr?

Für die Sache, gegen die Karriere!

Ich kenne viele Frauen, die sich mit voller Überzeugung für die Sache entschieden haben, seit 20 Jahren auf Sachbearbeiterinnen-Ebene den ganzen Laden schmeißen – und damit zwar keine Anerkennung und Karriere von den Old Boys bekommen, aber die sehr glücklich und erfolgreich damit sind.

Der Grund dafür liegt ganz einfach darin, dass sich diese Frauen ganz bewusst für die Sache und gegen die Karriere entschieden haben.

Das Machtspielchen mitspielen

Auf der anderen Seite gibt es auch viele Frauen, die sich bewusst entschieden haben: “Wenn ich mit meiner Sachkompetenz nicht weiterkomme, dann schlage ich das System eben mit seinen eigenen Waffen und hole mir jetzt eine gehobene Position.”

Und diese gehobene Position benutzt frau dann, um viel Gutes zu tun. Wie die junge Unternehmerin, die vom Vater das Bauunternehmen geerbt hat und schon nach kurzer Zeit mit einem Unternehmerpreis ausgezeichnet wurde, weil sie jetzt ökologisch und sozial nachhaltig baut. Sie sagt zum Beispiel: “Warum sollen sich nicht zwei Mütter einen Arbeitsplatz teilen?”

Frust bringt nicht weiter!

Ergo: Es ist möglich, Gutes in der Sache zu tun und sich nicht für Karriere zu interessieren. Es ist auch möglich, das marode System selbst dafür zu nutzen, um aus einer höheren Position heraus noch mehr Gutes zu tun.

Was dagegen überhaupt nichts bringt: über das System zu schimpfen, seine Ungerechtigkeiten und sinnlosen Machtkämpfe anzuprangern.+

Fazit: Bewusst entscheiden!

Bis so viele Frauen im System drin sind, um es komplett zu verändern, sollte jede von uns sich zu einer von zwei Einstellungen durchringen, die beide Erfolg und Zufriedenheit ermöglichen: Ich tue Gutes in der Sache – meine Position ist mir egal. Oder: Ich tue Gutes in der Sache – und hole mir dafür eine gehobene Position.

Zwei gleichwertige Wege zum Glück. Welcher ist Ihrer?


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