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Bewerbung & Karriere im öffentlichen Dienst: 5 Arbeitsmöglichkeiten bei Staat & Kommunen


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Der öffentliche Dienst bietet vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten und Karrierechancen – man muss sie nur kennen. Wir zeigen 5 Arbeitsmöglichkeiten, wie man sich bei Staat oder kommunalen Einrichtungen bewerben kann.


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Mario Hahn ist freier Redakteur.

Hahn schreibt schwerpunktmäßig zu den Themen Wirtschaft, Handel, Finanzen, Job, Karriere, Management und Bildung.

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4,7 Millionen Beschäftige im Öffentlichen Dienst

„Freitag ab 1 macht jeder seins“ – diese Redewendung wird immer wieder gern benutzt, wenn es um Behörden, Ämter und Ministerien geht. Der deutsche Amtsschimmel wird allgemein als paragrafenverliebt und etwas träge angesehen. Dabei fällt unter den Tisch, wie stark der öffentliche Dienst im Alltag eigentlich verwurzelt ist.

Beamte auf Behörden sind nur eine Facette des öD – wie der öffentliche Dienst gern abgekürzt wird. Beispiel Müllabfuhr oder Kita: In beiden Bereichen handelt es sich um Sparten des öffentlichen Dienstes. Und weder die Abfallentsorger noch Erzieher in Kindertagesstätten haben Jobs, die jeder gern machen würde. Überraschend auch die Zahl der Beschäftigten in staatlichen und vor allem kommunalen Einrichtungen.

Laut Statistischem Bundesamt waren 2016 knapp 4,7 Millionen Beschäftigte im öD tätig. Unter Berücksichtigung der Gesamtzahl an Arbeitnehmern in Deutschland entspricht dies – zumindest bei Betrachtung der Daten der Bundesagentur für Arbeit – einem Anteil von mehr als zehn Prozent.

Karriere als Amtsschimmel? 5 Berufsgruppen im öffentlichen Dienst

Welche Berufsmöglichkeiten bietet der öffentliche Dienst heute? Auch wenn sehr häufig zuerst an den Beamtenstatus gedacht wird, muss es sich nicht zwangsläufig um einen reinen „Schreibtischjob“ handeln. Schließlich fallen im weitesten Sinn auch Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit in den Bereich des öffentlichen Dienstes.

1. Sachbearbeiter auf Ämtern – das Klischee vom öffentlichen Dienst

Beim öffentlichen Dienst geht es in erster Linie um den Sachbearbeiter, der von 8 Uhr bis 15:30 Uhr im Büro sitzt – mit Kaffee und langer Mittagspause. Dieses Bild ist ein Klischee, welches sich nach wie vor in der Bevölkerung hält. Entspricht dies der Arbeitswirklichkeit im öffentlichen Dienst? In der Praxis ist der Begriff des Sachbearbeiters nur ein Teil der Wahrheit. Hintergrund: Laut Definition handelt es sich um einen Fachangestellten, der ein spezielles Aufgabengebiet bearbeitet. Im öffentlichen Dienst kann dies zum Beispiel:

  • In der Personalverwaltung die Bearbeitung einer Niederlassung
  • die Vergabe und Verwaltung von Kita-Plätzen
  • die Verwaltung von Liegenschaften (Immobilien)
  • die Vergabe von Fördermitteln

sein. Der Begriff des Sachbearbeiters lässt absichtlich offen, welchen Inhalt die Tätigkeit hat. Letztere wird über die Stellenbeschreibung umrissen. Hier werden die Aufgaben festgelegt, welche ein Sachbearbeiter im weiteren Verlauf zu erledigen hat. Achtung: Der Begriff Sachbearbeiter ist kein eigenständiger Beruf, er beschreibt vielmehr die Funktion. Um als Sachbearbeiter eingesetzt werden zu können, müssen spezielle Eignungen vorliegen, die zum Beispiel:

  • Buchhalter
  • Bürokaufleute
  • Verwaltungsfachangestellte

im Rahmen der eigentlichen Berufsausbildung entwickeln. Sachbearbeiter übernehmen in der Regel nur in Ausnahmefällen Personalverantwortung – sprich leiten ein Team im öffentllichen Dienst. Letztere Funktionen übernehmen im öffentlichen Dienst eher Sachgebiets- oder Referatsleiter und Referenten.

2. Akademische Berufe: Architekten, Juristen & Ingenieure

Sachbearbeiter im öffentlichen Dienst sind sehr häufig Verwaltungsfachangestellte oder Finanzfachwirte, welche speziell für die spätere Tätigkeit in Steuerbehörden/Verwaltungen und Ministerien geschult werden. Die Besonderheit der Ausbildung liegt in der starken Fokussierung auf den Bereich des öffentlichen Rechts bzw. des Steuerrechts. Aber: Der öffentliche Dienst muss eine breite Palette verschiedener Aufgaben erfüllen.

Typische akademische Berufe im öffentlichen Dienst

Dass Juristen im öffentlichen Dienst gut aufgehoben sind, liegt auf der Hand. Gesetze müssen in Ministerien vorbereitet und Grundsatzfragen – zum Beispiel in der Besoldung oder Eingruppierung von Beamten – juristisch bewertet werden. Was machen Architekten oder Ingenieure im öffentlichen Dienst? Beispiel Liegenschaftsverwaltung: Bund und Länder besitzen Immobilien – sprich Gebäude und Grundstücke.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gebäude der öffentlichen Verwaltung
  • Schulen und Hochschulen
  • Museen usw.

Diese Liegenschaften müssen verwaltet, instandgehalten und eventuell – etwa im Fall einer Fiskalerbschaft – verwertet werden. Aufgaben, für welche es Spezialisten aus den betreffenden Bereichen braucht. Und auch die öffentliche Verwaltung setzt in zunehmendem Umfang auf die Nutzung der IT und Digitalisierung. An diesem Punkt sind Informatiker gefragt.

Berufliche Chancen für Akademiker

In Unternehmen ebnen Fleiß und Know-how den Weg die Karriereleiter aufwärts. Im öffentlichen Dienst ticken die Uhren etwas anders. Hier entscheiden auch Aspekte wie Dienstzugehörigkeit oder der Abschluss und die Arbeitsgebiete.

So können Positionen im höheren Dienst meist nur ausgefüllt werden, wenn ein akademischer Bildungsabschluss nachgewiesen wird. Wer sich als Akademiker mit dem Gedanken trägt, in den öffentlichen Dienst einzutreten, muss sich im Klaren darüber sein, dass im Einzelfall der Abschluss – also ob universitär oder von einer Fachhochschule – nicht automatisch für den höheren Dienst berechtigt.

3. Bildungs- und Erziehungswesen

Zum öffentlichen Dienst gehört nicht nur die Verwaltung – auch wenn sie in der Wahrnehmung einen erheblichen Teil des öD ausfüllt. Ein in den letzten Jahren immer wieder ins Interesse gerückter Bereich sind die Ressorts Bildung und Erziehung. Letzteres zielt in erster Linie auf die Betreuung der Vorschulkinder ab. Bei beiden handelt es sich um Bereiche, welche den Ländern unterstehen. Aufgrund dieser Tatsache unterscheiden sich die Rahmenbedingungen für Erzieher im Ländervergleich deutlich.

Dies betrifft nicht nur die Tatsache, dass einige Bundesländer – wie zum Beispiel Sachsen – im schulischen Rahmen seit einigen Jahren stark auf Quereinsteiger als Mittel gegen den Lehrermangel setzen. Auch die Betreuungsschlüssel und die Ausstattungen der Einrichtungen unterliegen starken Unterschieden.

Aufgrund dieser Punkte lässt sich dieser Bereich nur sehr unscharf abgrenzen. Tätig werden beispielsweise in Kindertagesstätten Erzieher (deren Ausbildung in speziellen Fachschulen oder Akademien und Berufsfachschulen erfolgt) und Kinderpädagogen mit akademischem Abschluss. Es handelt sich bei beiden um Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Ebenfalls Angehörige des öffentlichen Dienst sind Lehrer an öffentlichen Schulen (Lehrkräfte an privaten Einrichtungen sind normale Arbeitnehmer) und das Lehrstuhlpersonal der Hochschulen.

4. Handwerksberufe im öffentlichen Dienst

Häufig zuerst nicht mit dem öffentlichen Dienst in Zusammenhang gebracht werden Handwerksberufe. Dabei sind diese Berufsbilder gerade abseits der öffentlichen Verwaltung gefragt. Jede Liegenschaft, die von:

  • Bund
  • Ländern
  • Kommunen

verwaltet wird, muss in ihrem Zustand erhalten werden. Hierfür hat die öffentliche Verwaltung zwei Möglichkeiten. Entweder werden über Ausschreibungen Dritte mit diesen Aufgaben betraut oder diese Bereiche selbst übernommen.

Ein zweites Beispiel wären die Straßen- und Autobahnmeistereien. Diesen obliegt die Überwachung und Durchsetzung der Verkehrssicherungspflicht – was ein breites Spektrum unterschiedlicher Aufgaben mit sich bringt. Und es sollten auch nicht die Bauhöfe der Kommunen vergessen werden. Hier sind – neben Ingenieuren in der Bauhof-Verwaltung – Handwerks-/Bauberufe gefragt, um die anfallenden Aufgaben sachgerecht erledigen zu können.

Eine Besonderheit bilden in diesem Zusammenhang die in einigen Städten existierenden Bauhöfe. Meist sind sie Teil der Liegenschaftsverwaltung – etwa die Zwingerbauhütte der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Hier sind Restauratoren, Steinmetze und Bildhauer gefragt, deren Hauptaufgaben in der Regel in der Instandhaltung und Denkmalpflege liegt.

5. Polizei und Bundeswehr

Im weitesten Sinne gehören auch Personengruppen wie:

  • Richter
  • Beamte der Polizei
  • Angehörige der Bundeswehr

zum öffentlichen Dienst. Letztere übernehmen im Verlauf der Dienstzeit oft sehr spezielle Aufgaben – etwa im Rahmen der Truppenversorgung (Logistik), IT oder des Personalwesens.

Um eigene Spezialisten ausbilden zu können, unterhält die Bundeswehr beispielsweise eigene Hochschulen. Natürlich können Interessenten mit abgeschlossener Berufsausbildung ebenfalls in den Truppendienst eintreten – was sich auf den Einstellungsdienstgrad und damit auch auf die Besoldung auswirkt.

Fazit: Der öffentliche Dienst besteht nicht nur aus Sachbearbeitern

Der Blick von außen auf den öffentlichen Dienst fokussiert sich schnell auf Behörden und Ämter. Damit stehen Sachbearbeiter oder Referatsleiter meist im Mittelpunkt. Vom Standpunkt der Berufsbilder und Abwechslung hat der öffentliche Dienst allerdings deutlich mehr zu bieten. Gefragt sind Akademiker, die im technischen Bereich eingesetzt werden können.

Gefragt sind aber auch Lehrer und Erzieher, welche in der Betreuung und Bildung eine wichtige Aufgabe übernehmen – und sich täglich neuen Herausforderungen stellen müssen. Der öffentliche Dienst beschäftigt aber auch Ärzte und Informatiker oder Absolventen, die aus den Geisteswissenschaften kommen – etwa in den Bundes- und Landesarchiven. Nicht zuletzt ist der öffentliche Dienst auch auf Handwerksberufe angewiesen. Ohne diese wären viele Aufgaben – etwa im Zusammenhang mit dem Management von Liegenschaften oder dem Straßenbau und der Landschaftspflege – schlicht und einfach nicht zu leisten. Dies macht den öffentlichen Dienst durchaus zu einer überlegenswerten Option für die Planung der eigenen beruflichen Laufbahn.

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