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Auf zu neuen Ufern: „Man muss sich einfach trauen“


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Bildrechte: Das Autorenfoto wurde zur Verfügung gestellt von Matthias Remberg gemäß Autorenvereinbarung.

Ich möchte aus eigener Erfahrung in der Wirtschaft anderen Geisteswissenschaftlern Mut machen, sich zu trauen und auch ins kalte Wasser zu springen – selbst wenn das erstmal unbekannt ist und Angst macht.


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Ein Blick auf meinen Werdegang:

Ich bin von der Ausbildung her Politologe (Nebenfächer: Geschichte Südasiens, Politische Wissenschaften Südostasiens), Abschluss im Februar 1991 in Heidelberg. Wie viele Kommilitonen habe auch ich eine Zeitlang mit Promotion und Unikarriere bzw. Journalismus geliebäugelt, habe mich dann aber dagegen entschieden.

Hintergrund der Entscheidung gegen die Uni-Karriere waren die abschreckenden Beispiele, die ich in meiner Hiwi-Zeit am Institut kennengelernt hatte (Habilitation gefolgt von Sozialhilfe…). Gegen Journalismus sprach einfach, daß ich nie Zeit für Praktika und Volontariat gehabt hatte, weil ich während des Studiums Geld verdienen mußte.

Einfach auf Alles beworben

Also habe ich mich einfach mal auf alle Anzeigen beworben, die halbwegs interessant erschienen und in denen Bewerbungen von Geisteswissenschaftlern nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurden. Ich landete nach nur 20 Bewerbungen als Projektleiter bei einem Veranstalter von Managementkonferenzen und sollte Fachkonferenzen zum Thema IT organisieren (ohne anfänglich mehr von IT zu wissen, als das man die ganz toll als Ersatz-Schreibmaschine nutzen konnte).

Meine Kollegen in der Abteilung waren eine Anglistin, eine Romanistin, eine Übersetzerin, ein Volkskundler und – ein Betriebswirt. Daraus entspann sich eine Karriere, die verschiedene Stationen im Konferenzgeschäft, Auslandseinsätze (Israel, USA, Österreich) und Personalverantwortung umfasst.

Vom Eventveranstalter zum Berater

Heute bin ich als selbständiger Berater für Unternehmen im Tagungs- und Weiterbildungsbereich sowie als Dozent für Weiterqualifizierung von arbeitssuchenden Akademikern aktiv. Man sieht also, es geht!

Denn wir Geisteswissenschaftler haben ein paar Eigenschaften, die immens wertvoll sind. Wir können querdenken, wir können strategisch über mehrere Stationen/Abteilungen/Teilentscheidungen hinweg denken, wir sind geistig flexibel und könne immer wieder schnell neue Themen auffassen, auf die Kernthemen reduzieren, Probleme analysieren und systematisieren sowie mit (häufig unkonventionellen) Lösungsvorschlägen helfen.

Keine Scheu haben!

Wichtig ist, – keine Scheu zu haben in die Wirtschaft reinzuschauen, – Gewinnerzielungsabsichten nicht als unmoralisch oder unter unserer Würde zu empfinden – und zu lernen, wie Gewinn und Verlustrechnungen aussehen und die entsprechenden Zahlenkolonnen lesen und verstehen (das Erstellen sollen die Betriebswirte ruhig selber machen **gg**)

Mein Fazit: Man muss sich einfach trauen! WiWis und Juristen kochen auch nur mit Wasser – Betriebswirtschaft besteht im Prinzip nur aus gesundem Menschenverstand, den vier Grundrechenarten und einer Menge Verschleierungstaktik.

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