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Studie zu Frauen in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes: Noch 792 Jahre bis zur Gleichberechtigung


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Die Berliner BVG-Chefin Sigrid Nikutta, 43, verheiratet und vier Kinder, gehört zu den Vorzeigebeispielen von Frauen in Top-Positionen des öffentlichen Dienstes. Sonst sind Frauen in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes allerdings eher unterrepräsentiert, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nun zeigt. Ein brisantes Thema angesichtes der Diskussion um die Frauenquote in DAX-Unternehmen.


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Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Frauenquote – Politiker sollen vor der eigenen Tür kehren

Autorin Julia Schimeta vom DIW empfiehlt in ihrer Studie „Einsam an der Spitze: Frauen in Führungspositionen im öffentlichen Sektor“ der Politik hinsichtlich der Frauenquote einmal vor der eigenen Tür zu kehren:

Die rund 14.800 öffentlichen deutschen Unternehmen, die direkt dem Einflussbereich des Staates unterstellt sind, weisen eine jährliche Bilanzsumme von insgesamt 1.364 Milliarden Euro aus.

Nur ein Drittel Führungsfrauen im öffentlichen Dienst

Laut IAB Betriebspanel sind 15 Prozent der weiblichen Fachkräfte und ein Drittel der hochqualifizierten Frauen in Deutschland in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt.

Doch auch wenn dieser Bereich seit geraumer Zeit weitestgehend gleichstellungspolitisch reguliert ist, sind Frauen in Führungsfunktionen im öffentlichen Dienst insgesamt nur zu etwa einem Drittel vertreten. Und mit steigender Hierachieebene sinkt ihr Anteil an den Führungspositionen in den Verwaltungen und Unternehmen noch weiter ab.

In öffentlichen Unternehmen Unterrepräsentanz noch stärker ausgeprägt

In den öffentlichen Unternehmen ist die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen noch stärker ausgeprägt als in den Verwaltungen. In den Beteiligungsunternehmen des Bundes sind sie zu 17,7 Prozent in den Aufsichtsräten, zu 8,2 Prozent in den Vorständen vertreten.

In den Aufsichtsräten der Beteiligungsunternehmen der Landeshauptstädte machen Frauen immerhin 27,9 Prozent aus. Dabei sind deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Städten zu erkennen. Die Spannbreite reicht vom Spitzenreiter Berlin mit 42,8 Prozent bis zum Schlusslicht Kiel mit 11,9 Prozent.

Frauen in Vorständen: Noch 792 Jahre bis zur Gleichberechtigung

Besonderer Handlungsbedarf besteht im Finanzsektor. Der Frauenanteil von nur 2,5 Prozent in den Vorständen der größten öffentlich-rechtlichen Banken und Sparkassen (2011) ist noch niedriger als der der DAX-30-Unternehmen (3,0 Prozent).

Rein männlich besetzt sind 92,5 Prozent der untersuchten Vorstände. Legt man die Entwicklung der letzten fünf Jahre zugrunde, wird es noch 792 Jahre dauern, bis Frauen und Männer in gleichem Maße in den Vorständen der öffentlich-rechtlichen Banken und Sparkassen vertreten sind.

Diskrepanz zwischen Frauenanteil unter Beschäftigten und Aufsichtsräten

In den Aufsichtsräten der größten öffentlich-rechtlichen Banken und Sparkassen sind Frauen mit 16,8 Prozent vertreten und damit noch stärker unter- repräsentiert als in den Aufsichtsräten der Beteiligungsunternehmen des Bundes und der Landeshauptstädte.

Diese Werte stehen im Kontrast zur Überrepräsentanz von Frauen unter den Beschäftigten in den öffentlich-rechtlichen Sparkassen.

Gleichstellungsgesetze: Einführung ist gut, Kontrolle ist besser

Die Zahlen zeigen, dass sich die gleichstellungsrechtlich Regularien bei der Festlegung des Geltungsbereichs und bei der Umsetzung meist stärker auf die Kernverwaltungen als auf die Unternehmen konzentrieren.

Doch auch in den Verwaltungen haben die Gesetze ihre Ziele bislang größtenteils nicht erreicht. Die verstärkte privatrechtliche Organisation öffentlicher Unternehmen stellt die Umsetzung der gleichstellungspolitischen Vorgaben vor zusätzliche Herausforderungen.

Die vorliegenden Daten zeigen: Möchte man größere Fortschritte in absehbarer Zeit erreichen, müssen die in den Gesetzen verankerten Instrumente überprüft, angepasst und stärker als bisher mit verbindlichen Controlling-Strukturen unterlegt werden.

Die gesamte Studie können Sie hier kostenlos herunterladen: http://www.fes.de/forumpug/inhalt/documents/Expertise_Internet_.pdf

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