Jeder Mensch ist eine multiple Persönlichkeit. Jedenfalls was die Wirkung auf sein Umfeld angeht. Je nachdem mit wem wir kommunizieren, übernehmen wir andere Rollen.

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Jeder Mensch hat verschiedene Rollen

Ein Mann zum Beispiel wird sich in der Regel mit Kumpels beim abendlichen Bier anders verhalten als gegenüber seiner Frau – und sein Auftreten im Berufsalltag und gegenüber seinem Chef ist wieder etwas ganz anderes. Bei dem einen mögen diese Rollenwechsel stärker ausgeprägt sein als bei anderen, doch es ist vergleichweise normal, das der selbe Mensch im gesellschaftlichen Umgang mit anderen unterschiedlichen Rollenbildern entspricht – und das nicht erst seit der Erfindung des Internets. Neu ist allerdings die Anzahl der Möglichkeiten, die uns durch das Internet zu Verfügung stehen. Wir können uns anonym bewegen und eine fremde Identität mit einem andere Geschlecht oder Alter annehmen. Wir können unter Pseudonym in Chats oder Foren auftreten, uns witzige Avatare zulegen und ungeschminkt unsere Meinung zum besten geben – oder eben genau das Gegenteil tun.

Und selbst wenn wir unter unserem richtigen Namen im Netz erscheinen, so passen wir oft unser Verhalten auch dem jeweiligen Netzwerk an – zum Beispiel bei Xing etwa betont seriös, bei Facebook betont cool und bei Twitter betont witzig. Dieses Spiel mit einer Vielzahl unterschiedlicher Identitäten verunsichert viele Menschen, die nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Nutzt jemand nun Twitter privat oder beruflich? Und kann man beruflichen Kontakten bei Facebook Freundschaftsanfragen stellen oder wird das doch als zu privat empfunden? Es werden neue Kommunikations-Regeln notwendig, weil die Grenzen zwischen privater und öffentlicher Identität immer mehr verwischen.

Authentisch oder idiotisch?

Viele Internetnutzer sind Idioten! Zumindest wenn man nach der griechischen Ursprungsbedeutung des Wortes geht. Denn im Antiken Griechenland war Idiot ein Mensch, der Privates nicht vom Öffentlichen trennt. Und genau das tun viele Menschen, wenn sie sich im Internet präsentieren. Denn wie die Studie “Facebook Profiles Reflect Actual Personality, Not Self-Idealization” der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zeigt, wollen die meisten Mensch in sozialen Netzwerken möglichst ganz sie selbst sein und der eigenen Persönlichkeit Ausdruck verleihen.

In Kooperation mit deutschen und amerikanischen Kollegen untersuchten die Mainzer Psychologen insgesamt 236 deutsche (studiVZ/meinVZ) und US-amerikanische (Facebook) Nutzerprofile. Mit Fragebögen wurden die tatsächlichen Persönlichkeitseigenschaften der Profilbesitzer sowie ihre idealisierten Selbstbilder (d.h. die Vorstellungen davon, wie sie gerne wären) erhoben. Als Persönlichkeitseigenschaften wurden die sogenannten Big Five erfasst: Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus und Offenheit für Erfahrungen. Anschließend sahen fremde Beurteiler die Nutzerprofile und gaben ihren Persönlichkeitseindruck an. Die Fremdurteile wurden dann mit der tatsächlichen Persönlichkeit sowie dem Selbstideal der Profilbesitzer verglichen. Es zeigt sich, dass die spontanen Eindrücke der fremden Beurteiler mit den tatsächlichen Eigenschaften der Profilbesitzer übereinstimmen und nicht durch deren Selbstidealisierung verfälscht werden. Die Ergebnisse widersprechen damit der weitverbreiteten Meinung, dass Online-Profile nur dazu verwendet werden, ein Ideal der eigenen Person, sozusagen eine idealisierte virtuelle Identität, zu kreieren.


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