Öko-Marketing in schlecht & PR-Supergau: DM’s #Taschengate

DM-Gründer Götz Werner wirft sich gerne mal in die soziale Pose, plädiert für das bedingungslose Grundeinkommen und wirbt mit Ökoprodukten. Das könnte nun in die Hose gehen.




Greenwashing als Mogelpackung

Greenwashing ist der Fachbegriff für Unternehmen, die Öko werben, dahinter aber eine Mogelpakung verbergen. Sie tun das, weil sich Öko und soziales Gewissen heutzutage gut verkaufen, aber gleichzeitig in der Produktion teurer sind.

Da kommt so manches Unternehmen auf die Idee, mit dieser Diskrepanz seinen Gewinn aufzupolieren – natürlich ohne die Kunden darüber zu informieren.

DM’s Taschengate

So war es nun offenbar bei der Drogerimarkt-Kette DM, deren Gründer Götz Werner gerne mal auf Öko-Sozial macht. Peinlich. Der Hintergrund:

DM vertreibt Stofftaschen, die von Manomama, dem preisgekrönten Unternehmen der Augsburgerin Sina Trinkwalder produziert werden.

Der Hintergrund

Das 2010 gegründete ökosoziale Textilunternehmen beschäftigt hauptsächlich auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen und produziert vom Garn bis zur Naht komplett in Deutschland.

Die DM-Stofftaschen verkaufen sich natürlich gerade auch vor diesem Hintergrund – denn gute Projekte unterstützen viele Menschen gerne.

Unklare Kommunikation

Bloggerin Pia Drießen hat nun festgestellt und auf ihrem Blog Mamamiez gleich öffentlich festgehalten, dass DM Kopien dieser Taschen offenbar mittlerweile in Tirppur/Indien produzieren lässt – einem Ort, der auch für Kinderarbeit in der Kritik stand.

Zwar unterstützen Käufer der Tasche auch die Kinder und Indien, auf welche Art und Weise bleibt, so Pias Recherche, allerdings unklar. So schreibt sie:

„Man erfährt zwar eine Menge über das Leid der Kinder, aber die konkrete Hilfe/Verantwortung wird an Industriepartner und Textillieferanten abgegeben. “

Auf der Website von DM ist von beiden Produktionsorten, Augsburg und Indien, die Rede.

„Mit unserer Produktionsstätte in Augsburg unterstützen wir deutsche Hersteller, mit der Produktionsstätte in Indien fördern wir soziale Projekte vor Ort.“

Hier bin ich Mensch, hier lass ich mich verarschen?

Wie man weiter bei Mamamiez nachlesen kann, gibt es auch im „Käuferhandling“ einige entscheidende Änderungen:

„Während man für die alten Manomama-Taschen bei nicht-mehr-gefallen oder Beschädigung eine neue Tasche oder sein Geld zurück bekam, bekommt man für die neuen Taschen nur noch bei Beschädigung eine neue Tasche, aber nicht mehr sein Geld zurück. Hier müsste man nochmal über den Begriff “Pfand”-Tasche genauer nachdenken.“

Bei Twitter wird das Thema wie immer passend auf den Punkt gebracht:


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