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Besser Arbeiten, Infos nach Wunsch: Wir geben Ihnen Informationen, die Sie wirklich brauchen und engagieren uns für eine bessere und ökologische Arbeitswelt. Als Verlag Best of HR – Berufebilder.de® mit einzigartigem Buchkonzept und eKursen bieten wir über 20 Jahre Erfahrung im Corporate Publishing – mit Kunden wie Samsung, Otto, staatlichen Institutionen. Verlegerin Simone Janson leitet auch das Institut Berufebilder Yourweb, das u.a. Stipendien vergibt, und gehört zu den 10 wichtigsten deutschen Bloggerinnen, referenziert in ARD, FAZ, ZEIT, WELT, Wikipedia.

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Bildrechte bei Wolfgang Fritz (via crosswater-jobguide).

Hier schreibt für Sie:

46Prof. Dr. Niels Van Quaquebeke Professor für Leadership and Organizational Behavior an die Kühne Logistics University. Im Jahr 2012 wurde er zudem von Bucerius Law School als Fellow für Führungs- und Organisationsfragen ernannt. Zuvor war er zehn Jahre Leiter der interdisziplinären Forschungsgruppe RespectResearchGroup und vier Jahre Professor am Erasmus Centre for Leadership Studies der Rotterdam School of Management.Als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes hat Prof. Dr. Niels Van Quaquebeke Psychologie und Neurologie studiert und zu “Führung und Respekt” promoviert. Er arbeitete drei Jahre in den Neuen Medien und später in strategischer unternehmensberatender Tätigkeit.

Frauenquote für die Vorbildfunktion: Warum Frauen schlechtere Chancen haben

Frauen sind unterrepräsentiert – in der schwedischen Garde wie im deutschen Management. Was kann die Wissenschaft dagegen tun? Best of HR – Berufebilder.de®

Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert

Beim Erklimmen der Karriereleiter haben Frauen nach wie vor viele Hürden zu überwinden. Einen Erklärungsansatz bieten implizite Führungstheorien. Bei vielen Menschen ist sind “Frau” und “Führung” offenbar schlechter kognitiv miteinander assoziiert sind als “Mann” und “Führung”. Das haben wir genauer untersucht.

Vor allem in deutschen Topmanagementpositionen sind Frauen noch immer eher selten anzutreffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden auch heutzutage nur 30 % der leitenden Positionen von Frauen bekleidet.

Nur 26 % weibliche Manager

Manager-Datenbanken zeichnen ein ähnliches Bild: Frauen stellen in Deutschland nur 26 % des Personals im mittleren Management sowie 11 % im Topmanagement als auch in Aufsichtsgremien.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass dieses Bild teilweise einer systematischen Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz geschuldet ist. Frauen müssen beispielsweise in Arbeitsbeurteilungen besser abschneiden, um Beförderungen zu erzielen, die dann in der Regel zu Positionen führen, für die sie ca. ein Drittel schlechter entlohnt werden als ihre männlichen Kollegen, oder sie werden häufig nur dann befördert, wenn eine große Wahrscheinlichkeit des Versagens auf der höheren Position besteht, das sogenannte glass-cliff Phänomen.

Unternehmerisch kurzsichtig, ethisch fragwürdig

Während eine solche Praxis zwar noch unternehmerisch kurzsichtig ist, ist sie vor allem ethisch fragwürdig.

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In Deutschland besteht daher seit dem Jahr 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das ungerechtfertigte Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion, der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters, der sexuellen Identität oder eben des Geschlechts verhindern oder beseitigen soll.

Wo gibt es die Quote schon?

Zu diesem Zwecke setzen unternehmerische wie auch nationale Gremien auf sogenannte Quotenregelungen. Ein aktuelles Beispiel hierfür findet sich bei der Deutschen Telekom, die sich eine Frauenquote in Führungspositionen von 30 % bis zum Jahr 2015 verschrieb.

Noch konkreter findet es sich in Norwegen. Hier wurde bereits 2006 per Gesetz ein Frauenanteil von 40 % für Aufsichtsrate festgelegt. Unternehmen, die diese Quote nicht erfüllen, droht nach einer Schonfrist von zwei Jahren die Auflösung.

Positive wie negative Reaktionen

Psychologisch betrachtet sind solche Quotenregelungen zwar sinnvoll, um die Anzahl weiblicher Führungskräfte zu vergrößern und somit langfristig Vorurteile abbauen zu können, allerdings provozieren Quotenregelungen in vielen Fallen auch negative Reaktionen bei beiden Geschlechtern.

Männer fühlen sich durch Quotierungen nicht selten unfair behandelt, da sie bei gleicher Befähigung benachteiligt werden. Frauen dagegen befürchten, dass durch Quotenregelungen eine weitere Form der Stigmatisierung geschaffen wird, durch die sie mit noch mehr Vorurteilen zu kämpfen haben. Quotenregelungen scheinen also, zumindest kurzfristig, häufig eher kontraproduktiv zu wirken.

Prototypische Vorstellungen: Führungskräfte sind männlich!

Die Forschung zeigt, dass prototypische Vorstellungen zu Führungskräften noch immer stark mit männlichen Attributen und Rollenvorstellungen verwoben sind und somit einen impliziten Quell der ungleichen Behandlung bieten.

Wir wollten in unserer Studie herausfinden, ob sich durch die Beschäftigung mit Bildern weiblicher Führungskräften das klassische Bild der männlichen Führungskraft zugunsten von Frauen verschieben lässt, ob man also die impliziten kognitiven Muster verändern kann.

Unsere Ergebnisse

Damit wollen wir aufzeigen, wie Gleichstellungsbestrebungen unterstützt werden können, ohne eine weitere Stigmatisierung hervorzurufen.

Übrigens: Die gesamte Studie mit allen Fußnoten haben wir in der Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie A und O (Volume 54, Number 3 / 2010) publiziert.

Bücher zum Thema

4 Antworten zu “Frauenquote für die Vorbildfunktion: Warum Frauen schlechtere Chancen haben”

  1. Simone Happel sagt:

    RT @bpermantier: Lesenswert! Psych.Studie zur Vorbildfunktion der Frauenquote via @SimoneJanson

  2. birgit permantier sagt:

    Lesenswert! Psych.Studie zur Vorbildfunktion der Frauenquote via @SimoneJanson

  3. KompetenzPartner sagt:

    Serie & Studie: Frauenquote für die Vorbildfunktion? Warum haben Frauen schlechtere Chancen?: Fr…

  4. Simone Janson sagt:

    @bpermantier @julia_witt @anked @annnalist psych.Studie z.Vorbildfunktion d.Frauenquote-was BaschaMika gestern i.TV sagte

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