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Situationsbezogen führen – 2/3: 10 Tipps zum Management auf Augenhöhe



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Nicht immer ist Führung von oben nach unten die beste Lösung. In zunehmend mehr Organisationsprozessen der Wirtschaft ersetzen andere Führungsformen die klassische Hierarchie. So kann laterale Führung, also Management auf Augenhöhe, gelingen.

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Stefan Häseli Portrait 1_quadrStefan Häseli ist Berater für Organisationsentwicklung.

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Richtungsänderung: So sieht die Führung der Zukunft aus

Durch flacher gewordene Organisationen verliert die strenge Hierarchie an Bedeutung. Gleichzeitig gewinnen die netzwerkartigen Beziehungen verschiedener Fachgebiete an Einfluss. Das Miteinander ist vielschichtiger und komplexer geworden.

Besonders bei abteilungsübergreifenden Projekten wird immer häufiger laterale Führung praktiziert, meist temporär angelegt. Freie Mitarbeiter werden ebenso in Unternehmensprozesse eingebunden wie wichtige Lieferanten oder Experten in beratender Funktion.

10 Tipps für Management auf Augenhöhe

  1. Seite an Seite: Kennzeichnend für Situationen mit lateraler Führung ist, dass sich der „Führende“ auf gleicher Hierarchiestufe wie die zu „Führenden“ befindet, also Seite an Seite. Die fehlende Weisungsbefugnis ist das wesentliche Merkmal dieser Führungsform. Die Beeinflussung von Meinung, Motivation und Handeln der Gruppenmitglieder beruht auf Überzeugung und Können. Auch disziplinarische Schritte entfallen. Im Vordergrund stehen Vertrauen und Verständigung.
  2. Kollege und Chef in Personalunion: Als (besonderer) Kollege hat der Projektleiter dafür zu sorgen, dass miteinander das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Eine anspruchsvolle Aufgabe mit begrenzten Befugnissen. Umso mehr muss der Projektleiter sich seiner Verantwortung und Entscheidungsbefugnis bewusst sein, ebenso seiner Kompetenzen und deren Grenzen.
  3. Persönliche Autorität: Da der Chef weder über Machtmittel noch Amtsautorität verfügt, hängt das Gelingen der Führungsaufgabe entscheidend von der persönlichen Autorität ab. Davon wie er seine Aufgabe, ein Projektziel zu erreichen, auf jedes einzelne Mitglied der Gruppe adaptieren kann.
  4. Führung will gelernt sein: Werden hoch qualifizierte Mitarbeiter für ein adäquates Projekt mit der Führungsaufgabe betraut, müssen diese zunächst ihre „fachlichen Scheuklappen“ ablegen. Erst der Blick über den Tellerrand ermöglicht es, Belange, Beweggründe und Bedürfnisse der Projektbeteiligten zu erkennen, zu akzeptieren und zu lenken.
  5. Bereitschaft zu Lernen: Führungskräfte sollten auch eine gewisse Bereitschaft zum Lernen haben. Erhält beispielsweise ein zuverlässiger Koordinator die Projektleitung, muss dieser sich in die fachliche Materie so weit vertiefen, dass er Zusammenhänge bestmöglich beurteilen und so sichere Entscheidungen treffen kann.
  6. Gemeinsames Ziel: Alle Beteiligten müssen das gemeinsame Ziel erkennen und anerkennen. Nur wenn alle überzeugt mitgehen und ihre Aufgaben im Teilbereich so erfüllen, dass sie dem Gesamtprojekt zugute kommen, kann es gelingen. Dann kann die detaillierte Ausarbeitung in den Händen der Spezialisten bleiben. Der „Führende“ sollte sich nicht einmischen, weil das wie mangelndes Vertrauen wirken und Boykotthaltungen auslösen könnte.
  7. Miteinander kommunizieren: Eine gute Kommunikation von Anfang an ist das A und O. Durch frühzeitige Information über Inhalte und voraussichtliche Dauer können sich alle Beteiligte auf den Verlauf einstellen. Das erste gemeinsame Gespräch sollte deshalb intensiv vorbereitet werden: Die Führungsperson sollte seine Gesprächspartner kennen, alle notwendigen Unterlagen zur Hand haben und das Vorgehen zumindest gedanklich strukturiert haben. So gewappnet, steht einem selbstbewussten Auftreten nichts mehr im Wege.
  8. Gemeinsamer Denkhorizont: Vorrangig ist die sachliche Information. Grund und Ziel des Gesprächs werden ebenso dargelegt wie der voraussichtliche Ablauf. Anschließend werden die Ausgangslage, der Ist- und der Soll-Zustand beschrieben und mit Fakten untermauert.
  9. Gemeinsame Motivation: Der Nutzen ist zu formulieren – für die Gesprächspartner, sich selbst und das Unternehmen. Dieser Mehrwert ist eine wichtige Antriebskraft für das Gelingen eines Projektes. In der Planung des weiteren Vorgehens sollten die Kollegen eingebunden werden. Jeder ist aufgefordert, seine Gedanken einzubringen. Am besten mit konkreten Fragen: Was tun wir bis wann? Wer tut was bis wann?
  10. Sichtweisen abgleichen: Nicht auf Anhieb wird sich der eine Weg abzeichnen. Wahrscheinlicher ist, dass sich ganz verschiedene Möglichkeiten auftun. Im Geschick des Führenden liegt es, sich dem Ziel durch Verhandeln, Abwägen, Kooperieren und Motivieren anzunähern. Wie ein Coach muss sich der Führende in die verschiedenen Sichtweisen der Beteiligten versetzen und diese „Wirklichkeiten“ miteinander abgleichen. Wo es Übereinstimmungen gibt, kann von einer gemeinsamen Sicht gesprochen werden, die auf das gemeinsame Ziel ausgerichtet ist.

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