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Warum? So schadet Nachfragen Ihrer Karriere: Der Nocebo-Effekt


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Warum? Diese Frage geht uns allzuoft über die Lippen. Dabei ist es oft gar nicht wichtig, zu wissen, warum sich eine Sache so und nicht anders verhält. Denn nicht immer können zeitaufwändige Diskussionen ein Problem lösen. Warum? So schadet Nachfragen Ihrer Karriere: Der Nocebo-Effekt nocebo


Hier schreibt für Sie: Prof. Dr. Martin-Niels Däfler lehrt an der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) in Frankfurt am Main. Profil

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Das Agent-K-Motto

Zugegeben, die Überschrift ist etwas provokativ gewählt. Nachfragen schadet der Karriere natürlich nur indirekt: Zum Beispiel dann, wenn man mit lästigen Diskussionen Zeit verliert, die man lieber in das Finden von Lösungen investiert. Getreu dem Motto: „Stelle keine Fragen, auf die du die Antwort nicht wissen willst“.

Diese Aussage stammt von Agent K in dem Film Men in Black III. Und soll ich ihnen etwas sagen? Er hat tatsächlich recht damit: Nicht immer hilft Nachfragen wirklich weiter. Das wollen Sie nicht richt glauben, haben Sie doch gelernt, wir müssen stets kritisch nachfragen? Nachfolgend erkläre ich Ihnen, warum es sich so verhält:

Was wir von Men in Black lernen können

Es ist ein trüber Herbstsonntagnachmittag. Meine Kinder, Niklas und Klara, bedrängen mich, eine DVD einzulegen. Ich hätte zwar lieber in meinem spannenden Krimi weitergelesen, aber was tut man nicht alles für den Nachwuchs. Dafür darf ich dann auch bestimmen, welchen Film wir schauen.

Ich entscheide mich für Men in Black III, schließlich habe ich schon die ersten beiden Teile mit den skurrilen Außerirdischen gesehen und herzhaft darüber gelacht. So nun auch wieder in der dritten Fortsetzung.

Stelle keine Fragen, auf die du die Antwort nicht wissen willst

Während der Abspann läuft, diskutieren wir über den Film. Niklas war vom bösen „Boris, die Bestie“, der aus einem Alien-Hochsicherheitsgefängnis auf dem Mond ausbricht, besonders beeindruckt.

Klara haben vor allem die flotten Sprüche von Agent J (Will Smith) gefallen. Und ich? Ich fand eine Stelle am Ende des Films äußerst bemerkenswert, nämlich als der Alien-Jäger Agent K, der von Tommy Lee Jones gespielt wird, seinem Kollegen den Rat gibt:

„Stelle keine Fragen, auf die du die Antwort nicht wissen willst.“

Die Wahrheit auf den Punkt gebracht

Während ich das so sage, erschließt sich mir erst die wahre Dimension dieses Ausspruchs. Wie recht Agent K doch hat und wie viel Substanz in diesem scheinbar so lapidaren Satz steckt! Manchmal kann es einfach besser sein, den Dingen nicht auf den Grund zu gehen, sondern eine Situation so zu akzeptieren, wie sie ist.

Aufgepasst: Dies stellt keine Aufforderung zum Fatalismus oder zur Verdrängung dar. Es geht vielmehr darum, abzuwägen, ob einem die Antwort beziehungsweise detaillierte Angaben in irgendeiner Form helfen. Wie das geht, erkläre ich Ihnen morgen im zweiten Teil meines Beitrags.

Zeit & Energie in Lösungen investieren

Wenn sich beispielsweise ein Liefertermin verzögert, ist es zunächst völlig unwichtig, in Erfahrung zu bringen, weshalb es zur Verzögerung kam. Viel bedeutsamer ist es, den Kunden zu besänftigen. Anstatt also nach den Gründen zu fahnden, sollten Sie Ihre Zeit und Energie besser in die Suche nach Lösungen investieren.

Wohlgemerkt gilt diese Empfehlung nur, wenn es sich um eine einmalige Situation handelt und die Ursache unerheblich ist. Treten Fehler oder Versäumnisse jedoch vermehrt auf, wäre es fatal, das Agent-K-Prinzip anzuwenden.

Der Nocebo-Effekt

Das Agent-K-Prinzip, benannt nach der Rolle von Tommy Lee Jones in dem Film Men in Black, habe ich im ersten Teil des Beitrags bereits erklärt. Man kann ihn aber noch viel weiter fassen:

Bin ich wirklich bereit, die Konsequenzen zu (er)tragen, die sich aus einer möglicherweise negativen Antwort ergeben oder beschäftige ich mich lieber nicht mit dem Thema? In der Medizin ist das unter dem „Nocebo-Effekt“ bekannt.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

Patienten, die nicht wissen, welche Nebenwirkungen eine Behandlung oder ein Medikament haben können, erkranken auch viel seltener daran als diejenigen, die sich detailliert damit beschäftigt haben.

Viel einfacher drückt der Volksmund den Zusammenhang aus: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“

Ich frage erst gar nicht nach den Gründen

Dazu ein Beispiel aus meiner Arbeit: Hin und wieder kommt es vor, dass ein Student um die Verschiebung des Termins für eine Präsentation bittet. Normalerweise ist dies nur aus triftigen Gründen möglich. Ich habe mir jedoch abgewöhnt zu fragen, warum der Termin verlegt werden muss.

Ich weiß genau, dass in den meisten Fällen mangelndes Zeitmanagement die Ursache ist. Aber warum soll ich mich auf weitschweifige Erklärungen einlassen, einen ewig langen E-Mail-Verkehr pflegen, wenn es mir letztlich egal ist. Ich frage also nicht nach und gestatte einfach die Verschiebung des Termins.

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  1. cesarJobsuchmaschine

    RT @jobcollege: Warum Nachfragen der Karriere schadet – 2/2: Der Nocebo-Effekt: Zugegeben, die Überschrift ist... #B…

  2. cesarJobsuchmaschine

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  3. KompetenzPartner

    Warum Nachfragen der Karriere schadet – 2/2: Der Nocebo-Effekt: Zugegeben, die Überschrift ist... #Beruf #Bildung

  4. Dominic Grzbielok

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