Mentales Selbstmanagement in Alltag & Job - Teil 3: Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel



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Um anderen ein guter Kollege oder Freund zu sein, brauche ich Mitgefühl und Empathie, aber auch klare Grenzen und Selbst-Bewusstheit. Ich muss wissen, wer ich bin, was ich will und brauche. Wer immer es allen recht machen will, hat hier ein Problem.

Mentales Selbstmanagement in Alltag & Job - Teil 3:  Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel licht-unter-scheffel-stellen


Hier schreibt für Sie: Tom Diesbrock ist Psychologe, Berater, Teamentwickler und Buchautor. Profil


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Everybody’s Darling - ein praktisches Verhaltensmuster

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Kennen Sie Everybody’s Darling? Everybody’s Darling hat ein großes Ohr für unausgesprochene Aufforderungen. Obwohl er weiß, dass man ihn ausnutzt, lächelt er stets, sagt zu allem Ja und Amen und lässt sich seine Wut – die er durchaus spürt – nicht anmerken.

Und er hofft insgeheim, dass doch jemandem auffallen müsse, wieviel Mühe er sich gibt und wie ungerecht es zugeht. Dabei übersieht er aber, wie praktisch sein Verhaltensmuster für alle Beteiligten ist.

Lächelnd immer für andere da?

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Sein Lächeln und seine stets gute Laune machenes auch seinem Chef leicht, ihn gewähren zu lassen. Schließlich organisiert ein Everybody’s Darling ganz nebenbei auch noch jede Betriebsfeier, bringt ständig Kuchen mit und sorgt für Geburtstagsgeschenke.

Außerdem fungiert er als Sorgenonkel / -tante für jeden, der Kummer hat. Wer sollte sich wünschen, dass sich daran etwas ändert? Und wer will schon so genau wissen, wie unglücklich der Betroffene ist? Er will’s doch nicht anders.


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Die Bühne des Everybody’s Darling: Die anderen

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Privat läuft es womöglich ähnlich. Ein Everybody’s Darling dreht sich um die Familie, den Partner, die Kinder, die Freunde im Kegelverein – jeder andere ist selbstverständlich wichtiger als er selbst. Insgeheim fühlt er sich zwar ungesehen und vernachlässigt, aber er zeigt niemandem seine Wut und Traurigkeit.

Auf der Ich-Bühne des Everybody’s Darling ist der Alles-allen-Recht macher die dominante Figur. Wahrscheinlich hat er schon in seiner Kindheit gelernt, dass nur der geliebt wird, wer niemals aufmüpfig und immer freundlich ist und seine Wünsche stets zurückstellt.

Wer alles mit sich machen lässt, ist unsexy

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Das Tragische ist: Sein Verhalten wird zwar von seinem Bedürfnis nach Zuneigung bestimmt, aber Zuneigung wird man für ihn kaum empfinden.

Ganz im Gegenteil. Jemanden, der immer nur nett und folgsam ist und keine Ecken und Kanten zeigt, findet man eher langweilig. Wer alles mit sich machen lässt, ist unsexy.

Wissen, was man selbst will

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Wer dies versteht und keine Lust mehr hat, Everybody’s Darling zu sein, steht vor einer großen Aufgabe. Denn lange hat man sich ausschließlich daran orientiert, was andere denken und von einem wollen.

Um nach seinem eigenen Kompass navigieren zu können, muss man erst einmal herausfinden, was man selbst denkt, fühlt und sich wünscht. Und das wird wahrscheinlich einige Zeit und viel Aufmerksamkeit brauchen.


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Scham & Selbstkritik

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Manche Everybody’s Darlings, die ihr Problem erkannt haben, verfallen erst einmal in eine Phase der Selbstkritik. Wie konnte ich nur so blöd sein?!

Es ist doch schrecklich peinlich, so sehr um die Zuneigung anderer zu buhlen. So hart mit sich ins Gericht zu gehen, hilft natürlich niemandem. Es verunsichert höchstens und führt dazu, sich gar nicht mehr selbst über den Weg zu trauen.

Die Gründe des Verhaltens erkennen

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Deutlich klüger als sich zu schämen und anzuklagen ist es, sich mit den Wurzeln seiner Skripte zu befassen. Wenn man versteht, welchen Sinn das Alles-allen-Rechtmachen einmal für einen selbst und seine Umgebung hatte, wird es leichter, diesen Persönlichkeitsanteil zu akzeptieren.

Es steckt ja keine böse Absicht dahinter, sondern wahrscheinlich der kindliche Versuch, sich vor Ablehnung und Entwertung zu schützen.

Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel

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Vor allem, wer in der Arbeitswelt bestehen will, sollte die dumme Gewohnheit aufgeben, sein Licht unter den Scheffel zu stellen und anderen das Steuer zu überlassen. Das Motto dabei:

» Du bist du, und ich bin ich. (...) Ich tu das Meine ; und du tust das Deine. Ich bin nicht auf dieser Welt, um deine Erwartungen zu erfüllen. Und du bist nicht auf dieser Welt, um meine zu erfüllen.


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