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Dresscode Knigge Macht & Zugehörigkeit: Die richtige Kleidung für den Job

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Echte Dresscodes gibt es heute in vielen Berufen nicht mehr, doch sollte man auf die Wahl der richtigen Kleidung achten, denn dies erfüllt immer noch eine wichtige Funktion: Die der Zugehörigkeit.

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Dresscodes signalisieren seit jeher Gruppenzugehörigkeit

Ganz zu Anfang bot die Kleidung des Menschen einfach nur Schutz gegen Kälte, Nässe und Hitze. Irgendwann entwickelten sich erste Kleiderordnungen, die eine bestimmte Botschaft nach außen transportieren sollten.

Dazu gehörten zum Beispiel im Mittelalter die “Dresscodes” der Zünfte – aber auch im heutigen Berufsleben ist es nicht immer möglich, sich ganz nach eigenem Gusto zu kleiden.  Denn das wichtige Stichwort, das die rein praktische Funktion von Kleidung für immer veränderte, lautet Gruppenzugehörigkeit.

Du bist, was du trägst

Frei nach dem Motto “Du bist, was du trägst” basierte das Einhalten des Dresscodes nicht immer auf Freiwilligkeit. Der Sinn hinter Bekleidungsvorschriften wird dann klar, wenn man sich die Geschichichte des Dresscodes anschaut.

Ein Handwerker auf traditioneller Walz trägt noch heute das dazugehörige historische Kostüm, wie wir es zum Beispiel von den Zimmerleuten nur zu gut kennen. Im Mittelalter gehörte die Wanderschaft sogar teilweise fest zum Ausbildungsweg dazu, unterwegs sollte der fleißige Arbeiter besser nicht ohne seine Zunftkleidung angetroffen werden. Nicht nur an dieser Stelle gab es einen kleidungstechnischen Zwang, dem sich die meisten Menschen aber willig fügten, weil sie sich als natürlicher Bestandteil ihrer Gruppe sahen.

Kleidungsbezogene Privilegien für herrschende Schichten

Dem gegenüber stehen kleidungsbezogene Privilegien, die ausschließlich den Adeligen oder den Königen vorbehalten waren: Purpurrot war beispielsweise lange Zeit allein dem Herrscher vorbehalten, der Farbstoff Purpur war enorm teuer und damit kostbar.


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Auch einen Königsmantel, der in verschiedenen Kulturen unterschiedlich gestaltet wurde, durfte beileibe nicht jeder tragen. Natürlich war auch er entsprechend teuer, sodass sich die finanzielle Hürde kaum von “gewöhnlichen Menschen” überschreiten ließ – ebenso wie sich heute nur eine bestimmte Klasse Edel-Klamotten von Gucci leisten kann.

Einfach Gleichung: Gehobene Orte = gehobene Kleidung

Die gehobene Gesellschaft zeigte ihren Stand aber natürlich nicht bloß durch das, was sie trug, sondern auch durch die Orte, an denen sie sich aufhielt. Empfänge, Ausstellungen, Restaurants, aber auch das Theater oder die Oper waren Plätze, an denen eine bestimmte standesgemäße Kleidung vorgeschrieben waren.

Heute sind diese Grenzen mehr und mehr verwischt, aber wer genau hinsieht, kann auch hier immer noch deutliche Standesunterschiede erkennen.

“Ich bin wer!”: Kleidung kann sogar optisch adeln

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts legten in Deutschland die Landesherren und Reichstage die Kleiderordnungen ihres Herrschaftsgebietes fest. Manchmal brach heftiger Streit darüber aus, was wer zu tragen hatte. 1524 sollten die thüringischen Bauern sich unbedingt mit roten Schauben kleiden, genau wie die Angehörigen der Oberschicht.

Schauben waren weitgeschnittene Herren-Mäntel, die eine wichtige Botschaft vermittelten: “Ich bin wer!” Die Kleidung markierte damals nicht nur die gesellschaftliche Stellung, sondern sie konnte sozusagen auch nachträglich adeln, indem sie einen Bauern rein optisch zum Hochgeborenen machte. Heutzutage gibt es keinen langen Streit darüber, ob ein Landwirt die wertvollsten Luxusmarken tragen darf. Er tut es einfach, wenn ihm der Sinn danach steht und er den Spaß bezahlen kann.

Dresscodes im modernen Berufsleben: over- oder underdressed?

In modernen Firmen sind Dresscodes weiterhin stark verbreitet, allerdings kommt es dabei immer auf die Einstellung der Unternehmensleitung an. Einige mögen es, wenn ihre Mitarbeiter sich unbegrenzt individuell ausleben, andere wiederum legen strenge Maßstäbe an. Oft hängen die Vorgaben mit dem angestrebten Image der jeweiligen Firma zusammen:

Wer als locker-leger und “gut drauf” gelten will, der lässt die Kollegen gewähren. Doch wo ein hoher gesellschaftlicher Standard angestrebt wird, gehört der feine Business-Anzug einfach mit dazu. Wer dann trotzdem im Sommer in Shorts und T-Shirt zur Arbeit erscheint, wird oft nicht nur schief angesehen, sondern gleich wieder zum Umziehen nach Hause geschickt. Genauso ist es natürlich auch möglich, “overdressed” zur Arbeit zu erscheinen und damit eventuell zum Gespött im Kollegenkreis zu werden.

Fazit: Dresscodes auch im normalen Alltag üblich

Auch in unserem ganz normalen Alltag gibt es eine unterschwellige Kleiderordnung für Zugehörige der Durchschnittsgesellschaft.

Wer die unausgesprochenen Schranken durchbricht, den ordnen Unbeteiligte sofort in eine andere Gruppe ein, allein anhand optischer Merkmale: Das ist ein Punk, ein Gothic, ein Prolet, ein Rocker … Die Herrschaft der Dresscodes werden wir nicht mehr los.


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4 Antworten zu „Dresscode Knigge Macht & Zugehörigkeit: Die richtige Kleidung für den Job“

  1. Wir leben leider in einer Gesellschaft, in der es nur noch um Oberflächlichkeit geht.

  2. Danke für den sehr informativen Artikel, das macht echt lust auf mehr.

  3. danke, wirklich sehr schöner und ausführlicher Artikel. Und wieder mal wieder zeitlich perfekt passend.

  4. Ist der Dresscode wirklich wichtiger als Leistung?

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