Sie haben keinen Rechtsanspruch auf eine Förderung. Ob Sie einen Zuschuss erhalten oder nicht, liegt rein im Ermessen des Arbeitsberaters. Um überhaupt eine Weiterbildung oder ein Training zu bekommen, müssen Sie also zunächst Ihren Arbeitsberater überzeugen. Wie machen Sie das am besten?

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Erste Schritte

Der erste Schritt, den Arbeitsberater von der Notwendigkeit einer Förderung zu überzeugen, besteht darin, sich in seine Situation hineinzuversetzen und sich seine Sichtweise klar zu machen: Denn, anders als viele denken, sieht sich die Arbeitsagentur nicht als soziale Einrichtung, sondern als Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, die von den Beiträgen ihrer Mitglieder “lebt” und Arbeitslosengeld im “Schadensfall” auszahlt.

Daher interessiert sich die Arbeitsagentur auch erst einmal kaum dafür, Leute zu unterstützen, die nicht arbeitslos sind und auch nicht unmittelbar davon bedroht sind (denn in diesem Fall ist man ja kein “Schadensfall”).

Arbeitslosigkeit beenden

Vielmehr muss die Weiterbildung helfen, Arbeitslosigkeit zu beenden oder verhindern, dass man arbeitslos wird. Ziel einer Weiterbildung soll immer die möglichst schnelle und wirtschaftlich günstigste Maßnahme zur beruflichen Eingliederung sein. Die Arbeitsagentur fördert Sie also in der Regel eher, wenn Ihre Arbeitslosigkeit abgewendet werden kann oder Sie keine andere Möglichkeit haben, einen Job zu finden, als sich weiterzubilden.

Tipp: Bemühungen nachweisen Sie sollten nachweisen, dass Sie sich reichlich bemüht haben, auch ohne Weiterbildung einen neuen Job zu finden. Um das zu beweisen, können Sie z. B. eine Art Tagebuch anlegen, in das Sie Ihre Aktivitäten genau notieren, Quittungen und den Schriftverkehr in einem Ordner sammeln usw.

Vorbereitung ist alles!

Darüber hinaus sollten Sie sich auf das Gespräch mit dem Arbeitsberater genau vorbereiten. Recherchieren Sie schon von zu Hause aus, welche Weiterbildungen für Sie in Frage kommen und was Sie kosten. Finden Sie außerdem heraus, ob es nicht billigere Alternativen gibt – z. B. einfache Trainingsmaßnahmen oder einzelne Weiterbildungsmodule.


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Der Arbeitsberater sieht dann, dass Sie sich Gedanken gemacht und informiert haben, dass Sie ihn bei seiner Arbeit unterstützen und bereit sind, aktiv Ihre Situation zu verbessern. Er wird Sie umso eher unterstützen, je weniger Aufwand er mit Ihrem Fall hat. Je vorbereiteter Sie also zum Arbeitsberater gehen und je eher Sie wissen, was Sie wollen, desto besser sind Ihre Chancen auf eine Förderung.

Wissen, was Sie wollen!

Noch überzeugender sind Sie, wenn Sie nicht nur genau wissen, welche Weiterbildung Sie machen möchten, sondern auch noch einige Details kennen: Finden Sie schon vor dem Gespräch heraus, welche Möglichkeiten Sie haben, was es kostet, wie lange es dauert, warum diese Maßnahme für Sie geeignet ist – und ganz wichtig: Was sie Ihnen bei der Arbeitssuche, bzw. Joberhaltung bringt!

Sinnvoll ist es auch, einen Ort in der Nähe auszusuchen – denn bei Förderung werden Ihnen Fahrt und Aufenthalt bezahlt – je geringer die Kosten für die Arbeitsagentur, desto wahrscheinlicher die Förderung. Dafür ist natürlich ein erhebliches Maß an Eigeninitiative notwendig.

Gute Argumente sind wichtig!

Besonders wichtig ist, dass Sie im Gespräch gut argumentieren, denn es ist nicht einfach, eine Förderung zu erhalten. Aber mit guten Argumenten können Sie den Berater vielleicht überzeugen.

Ein Beispiel: Sagen Sie nicht: “Ich habe keine Lust mehr, herumzujobben”, das wird keinen Arbeitsberater überzeugen. Besser ist hingegen: “Wenn ich weiter als ungelernte Kraft arbeite, stehe ich bald wieder auf der Straße”. Dann würden Sie nämlich Arbeitslosengeld beziehen – und das will die Arbeitsagentur vermeiden. Daher wird man sich überlegen, ob es sich lohnt Ihren Berufsabschluss zu finanzieren.

Liste machen, sachlich bleiben!

Machen Sie sich eine Liste aller Argumente – und aller Gegenargumente, umzu testen, wie stichhaltig Ihre Argumentation wirklich ist. Gehen Sie also insgesamt taktisch vor: Liefern Sie dem Arbeitsberater wirklich gute Argumente, warum Sie ohne Weiterbildung/Training nicht weiterkommen.

Wenn es nicht klappt: Versuchen Sie nicht, hitzig auf den Berater einzureden, sondern bleiben Sie ruhig und sachlich – das wird Ihnen Pluspunkte einbringen, auch im Hinblick auf spätere Beratungsgespräche. Vielleicht ist es nicht das letzte Mal, dass Sie bei Ihrem Arbeitsberater vorbeischauen müssen und auch wenn er jetzt keine Weiterbildung/kein Training bewilligt – vielleicht später?

Tipp: Beraterwechsel

Manchmal stimmt auch einfach die Chemie zwischen Ihnen und dem Arbeitsberater nicht. Dann können Sie zu dem direkten Vorgesetzten Ihres Beraters gehen, den dieser Ihnen auf Wunsch nennen sollte und freundlich nach der Möglichkeit fragen, zu einem anderen Berater gehen zu dürfen.

Sie sollten das nicht verlangen; eigentlich ist ein Wechsel nicht vorgesehen, aber im Einzelfall kann man Ihren Wunsch berücksichtigen.

Übrigens:

Die Arbeitsagentur kann Ihnen auch helfen, wenn Sie in einem festen Arbeitsverhältnis stehen und eine Weiterbildung machen möchten: Denn die Arbeitsagentur bietet ihnen ein zusätzliches Argument, um Ihren Chef von der Notwendigkeit, eine Weiterbildung zu machen, zu überzeugen:

Wird die Weiterbildung nämlich während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses durchgeführt, kann Ihr Arbeitgeber von der Bundesagentur einen Zuschuss zu Ihrem Lohn erhalten. Geld bekommt er außerdem, wenn er Ihnen damit einen Berufsabschluss ermöglicht und/oder vertretungsweise einen Arbeitslosen einstellt.


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