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Wer bekommt eigentlich BAföG: Fördervoraussetzungen



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Sie bekommen BAföG in der Regel für eine erste, berufsqualifizierende Ausbildung, sofern Sie unter 30 Jahre alt sind. Mit dem 30. Geburtstag wird es schwieriger, einen aussichtsreichen Antrag zu stellen, denn Ihre Verspätung müssen Sie gut begründen.

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simone_janson Simone JansonSimone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Begründungen für das BAfög-Amt

Von nun an müssen Sie dem BAföG-Amt eine gute Begründung liefern, warum Sie erst jetzt mit dem Studium anfangen. Im wesentlichen werden die drei folgenden Begründungen akzeptiert:

  • Persönliche Gründe: Sie waren länger Krank oder sind durch eine Behinderung gehandicapt (Achtung: Natürlich müssen Sie ein Attest vorlegen), Sie wollen ein Numerus-Clausus-Fach studieren und haben bislang auf einen Studienplatz gewartet, Sie haben mindestens acht Jahre lang Kriegsdienst geleistet (allerdings nur wenn er vor dem 25. Lebensjahr begonnen hat) oder Sie haben familiäre Gründe (dabei denkt der Gesetzgeber vor allem an die Erziehung von Kindern unter 10 Jahren).
  • Zweiter Bildungsweg: Sie haben Ihre sogenannte Hochschulzugangsberechtigung, also meist das Abitur oder die Fachhochschulreife, auf dem zweiten Bildungsweg etwa auf einem Abendgymnasium, einer Fachoberschule oder einem Kolleg erworben und danach sofort angefangen, zu studieren.
  • Studium als Weiterbildung: Sie sind berufstätige ohne formelle Hochschulzugangsberechtigung und konnten sich aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation an einer Hochschule einschreiben
  • Politische Verfolgung: Sie können durch Vorlage einer sog. Rehabilitierungsbescheinigung, nachweisen, dass sie Opfer politischer Verfolgung in der DDR waren, gilt die
  • Bedürftigkeit: Sie hatten noch keine berufsqualifizierende Ausbildung abgeschlossen, als sich plötzlich Ihre Lebensverhältnisse entscheidend verschlechterten, z.B. durch den Tod des Partners, der Eltern, durch eine Scheidung usw. Auch hier sind Belege notwendig.

Bedingungen

Achtung: Sie müssen das Studium, sobald die angegebenen Gründe weggefallen sind, unverzüglich beginnen. Wenn das nicht geht, müssen Sie auch das wieder gut begründen (z.B. mit einem Praktikum, das von der Studienordnung vorgeschrieben ist, mit Krankheit usw.), wenn Sie dennoch BAföG bekommen wollen.

Wie man sieht, lassen diese Regelungen einen gewissen Spielraum zu – letztendlich ist es auch sehr vom Einzelfall und Sachbearbeiter abhängig, welche Begründung akzeptiert wird. Sie können die Sachlage auch durch einen Vorabentscheid klären. Übrigens werden alle diese Förderungen elternunabhängig gewährt.

Berechtigte Personengruppen

BAföG bekommen Sie nicht automatisch, weil Sie in Deutschland studieren möchten, sondern nur wenn Sie zu einer der folgenden Personengruppen gehören:

  • Sie sind deutscher Staatsangehöriger
  • Sie sind mit einem deutschen Staatsangehörigen verheiratet
  • Sie haben Eltern mit deutscher Staatsangehörigkeit, auch wenn diese im Ausland leben. Natürlich bekommen Sie BAföG dann nur, wenn Sie auch in Deutschland studieren möchten. Bei einem Auslandsstudium gelten die entsprechenden Regelungen.
  • Sie stammen aus einem EU-Land und genießen entweder als Kind Freizügigkeit oder aber Sie haben vor Beginn des Studium mindestens sechs Monate lang in Deutschland legal gearbeitet, konnten davon Ihren Unterhalt bestreiten und können nachweisen, dass diese Arbeit in Zusammenhang mit Ihrem Studium stand.
  • Sie sind zwar kein Deutscher, aber Ihr Vater oder/und Ihre Mutter haben innerhalb der letztens sechs Jahre vor Beginn Ihres Studiums mindestens drei Jahre lang sozialversicherungspflichtig in Deutschland gearbeitet. Oder aber Sie selbst haben vor Ihrem Studienbeginn fünf Jahre lang in Deutschland gearbeitet – ebenfalls natürlich sozialversicherungspflichtig, d.h. Sie haben Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bezahlt.
  • Auch wenn Sie oder Ihre Eltern in den letzten sechs Jahren eine Rente oder Arbeitslosengeld bezogen haben, auf die Sie sich zuvor ja einen Anspruch erworben hatten, sind die Voraussetzungen erfüllt, sofern Sie in diesem Zeitraum mindestens sechs Monate lang sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben.
  • Sie sind asylberechtigt, ein Flüchtling oder heimatlos und wurden aus humanitären Gründen in Deutschland aufgenommen.
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