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Mehr Geld oder besser Leben? Wie man sich eine Weltreise finanziert

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Drei Jahre Weltreise – “geht nicht!” wird wohl die Reaktion der meisten von uns sein. Oder doch? Une wie sieht es finanziell aus?

Mehr Geld oder besser Leben? Wie man sich eine Weltreise finanziert

Das Dilemma mit dem Reisen

Reisen sind nicht nur eine schöne und bereichernde Erfahrung ist, sondern man lernt dabei auch fürs Leben lernt. Die Sache mit dem Reisen stellt jedoch viele Menschen vor ein organisatorisches Dilemma dar:

Die meisten, die in einen festen Arbeitsrhythmus eingebunden sind, verdienen zwar genügend Geld zum Reisen, haben dann aber häufig nicht die nötige Zeit. Menschen hingegen, die über genügend Zeit verfügen, z.B. weil sie Freelancer sind, haben wiederum das nötige Geld nicht. Übrigens ein Dilemma, dass ich in vielen Bereichen unserer Gesellschaft sehe: Die einen haben kein Geld, aber Zeit; die anderen Geld, aber keine Zeit.

Minimalisten wider das Dilemma

Was tun gegen dieses Dilemma? Die Antwort ist einfach: Mutig sein, eingefahrene Gewohnheiten überdenken, Neues wagen und kreative Ideen entwickeln. Manch einer verzichtet gar auf einen Großteil seines Besitzes verzichten und zum Teil auch auf einen festen Wohnsitz, dafür reisen sie um die Welt.

Nun kann ich der Sache mit dem Minimalismus tatsächlich viel abgewinnen, er könnte sogar ein Zukunftstrend werden. Zukunftsforscher Matthias Horx prognostiziert ja schon lange, dass nach der “Konsumorientierten Industrialisierungs-Phase” eine Zeit kommt, wo wieder mehr innere Einkehr herrscht und Erlebnisse, Erfahrungen und auch persönlichen Dienstleistungen immer wichtiger werden und wir eher bereit sind, dafür Geld auszugeben als für materiellen Besitz.

Die Angst, loszulassen

Und dennoch: Der Gedanke, keinen festen Wohnsitz zu haben, macht vielen Menschen Angst. Dahinter steckt die Angst, Dinge loszulassen. Wohl auch völlig normal und menschlich. Und vielleicht doch mal überdenkenswert. Genau deshalb fand ich den Bericht der Medienschaffenden Lisa Lubin aus Chicago so spannend, die für ihre Weltreise ihren Job als TV-Producerin gekündigt hatte. Die Philosophie, die dahinter steht, beschreibt Lisa folgendermassen:

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“I’ve managed to avoid the other American dream – to be a sucker for marketing and feel the need to run out and buy the latest iPhone, Plasma screen TV, DVD or even the latest latte.  I am simply not much of a shopper…especially when it comes to clothes and shoes. I like cute stuff, but don’t need name brands and don’t need a million pairs of shoes.”

Wie finanziert man eine Weltreise?

In ihrem Blogpost How could you afford to travel around the world? beschreibt sie ziemlich detailliert, wie sie es geschafft hat, sich ihre dreijährige Weltreise zu finanzieren – ausgehend von der Frage, die ihr offenkundig sehr oft gestellt wurde: “Wie konntest Du so einen Trip bezahlen. Bist Du reich?” Und Lisa gibt interessante Antworten.

  1. Reisen spart Geld: Lisa hat bei ihrer Weltreise etwa 2000 Euro im Monat ausgegeben und sogar Geld gespart. Denn zu Hause in Chicago hätte sie Geld für Miete, Nebenkosten, und Auto ausgegeben, inkl. diverser Reparaturen und Kleinigkeiten des Alltags, etwa Toilettenpapier. Wobei ich sagen muss, einige der Kosten, die Lisa aufzählt, etwa Internet oder Versicherungen, hätte ich trotzdem. Aber dennoch eine interessante Überlegung.
  2. Sie musste sich nicht mit unnötigem Ballast rumschlagen und sparte auch Zeit, z.B. bei der Klamottenauswahl. Oder wie Lisa simple feststellt: “No stuff – no worries”
  3. Organisation ist alles: Lisa gibt zu, dass Reisen teuer sein kann – wenn man nicht entsprechend plant. Ohnehin sei der teuerste Teil der Reise der Transport und hier könne man manchmal richtig gute Deals und Ermässigungen finden.
  4. Geld auf dem Konto dient nur dem subjektiven Sicherheitsempfinden: Lisa hat, wie sie sagt, auch viel gearbeitet und Geld gespart. Das allerdings habe vor allem praktische Gründe gehabt – mit dem Geld hat sie sich subjektiv etwas sicherer gefühlt. Am Ende sagt sie: “So, don’t let anyone scare you.”

Was kostet eine Weltreise?

Wie viel so eine Weltreise kostet, hat Florian Blümm in seinem Buch “Mit wenig Geld um die Welt”, erschienen 2019 bei MVG, aufgeschrieben. Die Kurzfassung ist: Es kommt darauf an.

Die häufigste Frage zum Abenteuer Weltreise ist, wie viel sie eigentlich kostet. Das ist wie die Frage, was ein Auto kostet. Du kannst 20.000 Euro für einen Mittelklasse-PKW ausgeben oder 10.000 Euro für einen Kleinwagen. Wenn du anspruchslos und pragmatisch bist, findest du auch einen älteren Gebrauchtwagen für 6000 Euro. Auf der Weltreise sind die Kosten ebenfalls von deinen Ansprüchen und Wünschen abhängig. Die Preisspanne pro Monat kann zwischen 500 Euro und 2000 Euro liegen. Die meisten Weltreisenden kommen mit 1000 Euro pro Monat und Person aus. Wenn du dich an die Tipps, wirst du im Durchschnitt bei unter 30 Euro pro Tag, also 900 Euro pro Monat und Person bleiben. Dabei sind Flüge, Übernachtungen, Versicherungen und alle weiteren Kosten inklusive.Meine eigene Weltreise kostete mich 9249 Euro für das erste Kalenderjahr. Das sind genau 25,34 Euro pro Tag oder 771 Euro pro Monat. Ich habe dabei immerhin sechzehn Länder besucht, fünf davon aber nur auf der Durchreise. Am meisten hat mich in diesem Jahr das Essen und Trinken gekostet mit 1991 Euro. Weitere große Posten waren Übernachtungen für 1182 Euro, Flüge für 1192 Euro und andere Transportmittel für 1260 Euro. Dazu kommen sonstige Ausgaben für zum Beispiel Visa, Versicherung und Aktivitäten von insgesamt 2227 Euro und »Luxuskosten« für zum Beispiel Bier, guten Kaffee und Elektronik von 1410 Euro. Ist das weniger Geld, als du gedacht hast? Wenn du deine Alltagskosten zusammenrechnest, kommst du wahrscheinlich auf einen höheren Monatsbetrag. Reisen kann also günstiger sein, als daheim zu bleiben. Natürlich verdienst du beim Reisen kein Geld und musst dir vorher dein ganzes Budget zusammensparen. Mein erstes Jahr auf Weltreise kostete 771 Euro im Monat. Ich reise seit bald acht Jahren nonstop für im Schnitt 684 Euro im Monat. Ja, ich habe jeden Euro gezählt, es ist alles inklusive.


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