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Aufbaustudium – 8/20: Die freiwillige Krankenversicherung



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Wie sind Sie im Aufbaustudium versichert? Die Antwort dieser Frage ist ein wenig komplexer und hängt von Ihrem sonstigen Status ab.


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Update

Dieser Beiträg enthält Inhalte und Angaben, die möglicherweise nicht mehr aktuell sind, z.B. aufgrund gesetzlicher oder statistischer Veränderungen. Weil er dennoch hilfreich sein kann, einen Überblick zum Thema zu bekommen, stellen wir ihn Ihnen weiterhin zur Verfügung.

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Selbst versichert oder über den Arbeitgeber?

Wenn Sie ein Aufbaustudium absolvieren und sich in dieser Zeit von Ihrem Arbeitgeber haben freistellen lassen, wenn Sie neben dem Aufbaustudium selbständig arbeiten oder wenn Sie das Aufbaustudium auf den beruflichen (Wieder)einstieg vorbereiten soll, kurz wenn Sie während des Aufbaustudiums nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind und auch nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, bleibt nur eines: Sie müssen sich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse Ihrer Wahl freiwillig versichern.

Nur wenn sie schon einmal privat versichert waren, können Sie sich wieder privat krankenversichern oder bis zum 1.1.2009 ohne Krankenversicherung bleiben. Erst dann greift die Krankenversicherungspflicht für alle Bürger. Dabei zahlen Sie aber dann den vollen Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil, also je nach Kasse ab ca. 12-15 Prozent Ihres Einkommens, zuzüglich 1,7 Prozent Pflegeversicherung und 0,25 Prozent für Kinderlose. Dabei geht die gesetzliche Krankenkasse jedoch von einem Mindesteinkommen von 1.242,50 Euro pro Monat aus, wodurch der Beitrag beispielsweise bei einem Beitragssatz von 13,9 Prozent 183,89 Euro beträgt.

Das Wichtigste zur freiwilligen Krankenversicherung im Überblick:

  1. Antrag und Frist: Die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse besteht immer dann, wenn eine Pflichtversicherung endet. Bei Studierenden bietet sich dies nach Auslaufen der studentischen Pflichtversicherung an (nach Überschreiten der Fachsemester- oder Altersgrenze). Die freiwillige Versicherung muss innerhalb von drei Monaten nach Ende der Pflichtversicherung beantragt werden.
  2. Vorversicherungszeiten: Wer eine freiwillige Versicherung anstrebt, muss Vorversicherungszeiten nachweisen: Sie müssen entweder vor dem Ende der Pflichtversicherung mindestens ein Jahr ununterbrochen Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung gewesen sein oder mindestens zwei Jahre (auch mit Unterbrechungen) in den letzten fünf Jahren.Mindestbeitrag und einkommensabhängige Staffelung: Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Tarife einkommensabhängig nach Beitragsklassen gestaffelt sind. Der Grundtarif orientiert sich an einem gesetzlich unterstellten Mindesteinkommen von 1.242,50 Euro und geht bis zu einem Höchsteinkommen von 3.600 Euro im Monat. Die Abstände der Beitragsklassen werden von den Krankenkassen unterschiedlich gestaffelt. Bei der Einkommenseinstufung gelten Bruttowerte; zudem werden nicht nur Erwerbseinkommen mitberücksichtigt.
  3. Wenn Sie eine Weiterbildung, wie z. B. einen Aufbaustudiengang absolvieren, können Sie sich freiwillig versichern: Hierbei gehen die Krankenkassen davon aus, dass Ihr Einkommen bei mindestens 828,33 Euro im Monat liegt und danach errechnen sich die Beitragssätze, abhängig vom Prozentsatz Ihres Krankenkassentarifs. Die Beiträge liegen dann etwa um 120 Euro im Monat, abhängig von der Kasse. Bedingung ist aber, dass Sie durchschnittlich nur weniger als 18 Stunden in der Woche arbeiten dürfen. Diese Grenze darf geringfügig überschritten werden, wenn Ihre Arbeit mit dem Aufbaustudium in direktem Zusammenhang steht. Die gleiche Regelung gilt übrigens auch, wenn Sie körperlich oder seelisch nicht in der Lage sind, in Vollzeit zu arbeiten oder wenn Sie sich um Angehörige kümmern müssen. Dass Sie diese Bedingungen erfüllen, müssen Sie natürlich schriftlich, häufig mit Einkommensbescheinigung, sowie einem Beleg (etwa für Ihre Ausbildung) nachweisen.
  4. Einige Krankenkassen lassen auch während eines konsekutiven Aufbaustudiengangs, der direkt an das erste Studium anschließt, die normale studentische Krankenversicherung weiterlaufen. Grund: Es ist nicht eindeutig gesetzlich geregelt, ob Sie während des Aufbaustudiums noch ordentlicher Student sind oder nicht und einige Kassen nutzen diese Lücke für eine Sonderregelung. Sie dürfen dann nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen. Verdienen Sie in einer Anstellung mehr, sind Sie über den Arbeitgeber versichert. Arbeiten Sie selbständig, müssen Sie sich zu den oben genannten Konditionen freiwillig versichern.

Alternative Private Krankenversicherung

Eine Alternative zur gesetzlichen, freiwilligen Versicherung ist die private Krankenversicherung. In der Regel sind hier für jüngere Männer die Beiträge sogar günstiger, das Leistungsangebot unter Umständen größer. Allerdings gibt es einige Nachteile:

  1. Beiträge: Die Versicherungbeiträge verstehen sich unabhängig vom Einkommen – wenn Sie nichts verdienen, müssen Sie trotzdem weiter zahlen. Es gibt keine Garantie auf stabile Beitragssätze: Wenn Ihre Tarifgruppe schließt, etwa weil sie unrentabel gewordene ist, müssen Sie ggf. höhere Beiträge hinnehmen. Und: Frauen und ältere Menschen zahlen wesentlich höhere Beiträge als jüngere Männer.
  2. Leistungen: Wenn Sie eine private Krankenversicherung abschließen und danach heiraten und/oder Kinder bekommen, dann zahlen Sie für jedes mitzuversichernde Familienmitglied zusätzlich einen vollen Beitrag. Auch für das Krankengeld und Mutterschaftsgeld, das bei der Gesetzlichen im Beitrag enthalten ist, müssen Sie extra zahlen.
  3. Rückkehr in die gesetzliche Kasse: Wenn Sie sich als Selbständiger privat versichern, werden Sie später nur wieder in die gesetzliche Kasse aufgenommen, wenn Sie in einer abhängigen Beschäftigung arbeiten – und zwar vor dem 5Lebensjahr. Wenn Sie sich für die Dauer des Aufbaustudiengangs allerdings von Ihrem Arbeitgeber haben freistellen lassen, sollten Sie mit dieser Regelung keine Probleme haben.

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