Körpersprache Kommunikation und Macht: Männer vs. Frauen



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Abdruck: Dieser Text stammt aus dem Buch "Körpersprache für Frauen: Sicher und selbstbewusst auftreten (2012) " von Dr. Cornelia Topf, veröffentlicht bei Münchener Verlagsgruppe, und wurde uns zum Abdruck überlassen.
Bildrechte:  Bildmaterial von fotolia by New Africa.

Körpersprache hat mehr Einfluss auf unsere kompetente Wirkung als vielen lieb ist. Und im Kampf um die Macht spielen Männer und Frauen leider nach unterschiedlichen Regeln.

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Hier schreibt für Sie: Dr. Cornelia Topf ist zertifizierter Businesscoach und internationale Managementtrainerin. Profil

Männer machen Karriere, Frauen Familie?

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Frauen haben es in der Männerwelt, in der wir leben, immer noch schwer. Männer machen Karriere, Frauen machen in Familie, sagt ein böser Spruch. Ein Blick in die Statistik bestätigt diesen Satz.

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  1. Frauen nehmen noch nicht einmal 5 Prozent der Spitzenpositionen in der Wirtschaft ein.
  2. Wenn drei Frauen und ein Mann sich um eine Stelle bewerben, wird in vielen Fällen paradoxerweise der Mann genommen.
  3. Bei gleicher Qualifikation von Bewerbern wird bevorzugt der Mann befördert.
  4. In Meetings werden häufiger die Vorschläge von Männern gehört und befolgt.
  5. Wenn es Debatten im Team gibt, einigt man sich meist auf den Vorschlag eines Kollegen.
  6. Wenn ein Mann und eine Frau dasselbe leisten, bekommt der Mann mehr Anerkennung (und Gehalt) dafür.

Eine Frage des Zutrauens

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Weil Frauen die schlechteren Ideen haben, weniger leisten? Nein, meist im Gegenteil. Warum dann? Eine der häufigsten Antworten auf diese Frage: „Weil Männer Schweine sind.“ Mag sein – doch was sagt der Mann dazu?

Fragt man Personalchefs und Fachabteilungsleiter, warum sie den Mann und nicht die Frau genommen oder befördert, zum Key-Account-Manager oder Projektleiter gemacht haben, fällt auffallend oft eine Antwort wie: „Die Frau Müller ist zweifellos sehr fachkompetent. Aber diesen Job (Auftrag, Projekt, Kunden…) traue ich ihr einfach nicht zu.“ Warum um Himmels willen denn nicht? Machen wir die Augen auf.

Die Frau als Sekretärin

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Stellen Sie sich zwei Kollegen beim Vorstellungsgespräch vor, der eine entschieden und breitbeinig, die andere schüchtern und in sich gekehrt. Nun hören Sie auf Ihren Bauch. Was sagt er? Nun stellen Sie sich vor, Sie sind Chefeinkäufer eines Maschinenbau-Unternehmens und müssen für den Bau einer Spezialanlage Ihren Kundenbetreuer wählen. Hören Sie auf Ihren Bauch. Wen von beiden Kandidaten wählt er? Die Antwort fällt eindeutig aus. Einige Seminarteilnehmer antworten auf die Frage auch: „Natürlich den Mann – und nicht seine Sekretärin!“

Das passiert in der Praxis übrigens laufend: Die Frau wird automatisch als die Sekretärin, Assistentin oder Mitarbeiterin des Mannes angesehen, auch wenn sie gleichgestellt oder sogar vorgesetzt ist! Das liegt nicht daran, wie gern angenommen, dass sich unsere Gesellschaft noch immer nicht daran gewöhnt hat, dass eine Frau höher gestellt ist als der sie begleitende Mann. Das liegt an etwas ganz anderem: Daran ist nicht etwa ein versteckter weiblicher Drang zum Masochismus schuld, sondern der Tootsie-Effekt.

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Frauen wirken anders

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Frauen wirken anders als Männer, weil sie anders auftreten als Männer. Kino-Hits wie „Manche mögen’s heiß“, „Ein Käfig voller Narren“, „Victor-Victoria“, „Charly’s Tante“, „Tootsie“ oder „Mrs. Doubtfire, das stachelige Kindermädchen“ weiden diesen Unterschied kräftig aus.

Im Film sieht es lustig aus, wenn Dustin Hoffmann beide Hände in die Höhe wirft, die Augen rollt und mit hoher Stimme kreischt: „Sie alter Lüstling!“ Was ist so lustig daran? Offensichtlich die weibliche Körpersprache. Natürlich ist diese Sprache im Film maßlos überzeichnet. Doch was im Film lustig ist, ist im wirklichen Leben einfach nur diskriminierend.

Frauen werden diskriminiert wegen ihrer Körpersprache

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Frauen werden nicht so sehr deshalb diskriminiert, weil sie Frauen sind, sondern vor allem, weil sie eine andere Körpersprache sprechen. Dass nicht das Geschlecht, sondern die Körpersprache schuld ist, erkennen wir verblüfft daran, dass selbst Männer diskriminiert werden, wenn und sobald sie die weibliche Körpersprache adaptieren. Musterbeispiel ist für die, die sich noch erinnern können, Stan Laurel von „Dick und Doof“. Er spielte den Doof.

Warum Doof? Weil sein komplettes körpersprachliches Repertoire aus der weiblichen Körpersprache entlehnt war. Der Dicke war viel dümmer, fiel öfter hin und kriegte öfter eines auf die Nase – doch er wirkte viel kompetenter, intelligenter und stärker. Weil er eine andere Körpersprache sprach. Eben typisch Mann: Fällt zwar öfter auf die Nase, kommt aber besser an!

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Ein Armutzszeugnis für unsere Gesellschaft

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Frauen werden diskriminiert, weil sie die „falsche“ Körpersprache sprechen Natürlich ist das ungerecht. Natürlich ist es ein Armutszeugnis für jede Gesellschaft, dass sie die Kompetenz eines Menschen daran misst, wie hoch er spricht, wie er seine Arme verschränkt oder wie eng er seine Beine beim Sitzen um die Stuhlbeine schlingt. Wenn eine Gesellschaft so borniert ist, auf solche oberflächlichen Signale hereinzufallen, dann ist ihr – Pisa-Studie hin, Ganztagsschule her – beim besten Willen nicht mehr zu helfen.

Doch solange Sie in dieser Gesellschaft leben, haben Sie nur eine Wahl: Sie akzeptieren die bescheuerten Spielregeln und gewinnen bei dem Spiel – oder Sie spielen nicht mit. Aber was dabei herauskommt, wissen Sie inzwischen nur zu gut. Auch deshalb halten Sie dieses Buch in Händen. Weil Sie nicht länger im Abseits stehen möchten. Weil Sie den Tootsie-Effekt abschütteln möchten. Schütteln wir!


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