Interim Manager als Ersatz für überlastete und kranke Führungskräfte: Wenn Auszeit das Unternehmen beflügelt – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Interim Manager als Ersatz für überlastete und kranke Führungskräfte: Wenn Auszeit das Unternehmen beflügelt


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Der kaufmännische Leiter eines mittelständischen Unternehmens fällt kurzfristig aufgrund eines Verkehrsunfalls aus. Diagnose: komplizierter Oberschenkelbruch. Eine Operation mit anschließender Reha und Physiotherapie ist unumgänglich; der Wiedereinstieg in den Job für die nächsten sechs Monate undenkbar – eine Katastrophe für das Unternehmen. Jobsuche & Recruiting  Management Führung Leadership


Hier schreibt für Sie: Manfred Faber hat jahrelang in verschiedenen Firmen selbst als Interim Manager gearbeitet; seit 2011 ist er Geschäftsführer bei „Till & Faber“ und vermittelt Interim Manager für den Finanzbereich.

Ersatz gesucht!

Es ist das Problem vieler Firmen: Mitarbeiter fallen krankheitsbedingt für Wochen und Monate aus – Stichwort Burnout – oder nehmen eine längere berufliche Auszeit.

In den seltensten Fällen gibt es einen fachlichen Stellvertreter, der sofort einspringen kann, und auch die Kollegen können nur einen Teil der Arbeit abfedern. Vor allem eine qualifizierte Krankheitsvertretung für Führungskräfte zu finden, ist nahezu unmöglich. Was können Unternehmen in einem solchen Fall tun?

Interim Manager als nahezu unbekannte Alternative

Eine mögliche Lösung, die noch kaum genutzt wird, ist der Einsatz eines Interim Managers. Aufgrund seiner fachlichen Expertise kann er die Aufgaben der ausgefallenen Führungskraft sofort übernehmen und Projekte reibungslos weiterführen.

Interim Manager bleiben nur temporär im Unternehmen und verlassen es, sobald das Mandat beendet bzw. der ehemalige Stelleninhaber wieder einsatzfähig ist.

Die Vorteile eines Managers auf Zeit

Da sie selbstständig sind und nur die Anzahl an tatsächlich geleisteten Arbeitstagen berechnet wird, sind Interim Manager für das Unternehmen in der Regel kostengünstiger als ein vergleichbarer Kandidat in Festanstellung.

Außerdem bringen sie langjährige Erfahrung, einen unvoreingenommenen Blick von außen und frischen Wind mit – neue Ideen und Lösungsansätze werden so zügiger entwickelt und umgesetzt.

Schwierigkeiten umgehen

Dennoch kann es in der Zusammenarbeit zwischen Interim Manager und dem „neuen“ Team zu Unstimmigkeiten, Irritationen und Misstrauen kommen, schließlich haben beide Seiten keine Zeit, sich aufeinander einzuspielen.

Hier ist es an der Geschäftsleitung, frühzeitig die Weichen zu stellen – folgende Tipps haben sich in der Praxis bewährt:

  1. Den passenden Interim Manager auswählen: Eine gute, aber für das Unternehmen oft recht aufwändige Möglichkeit ist, im eigenen Netzwerk zu recherchieren, auf Internetportalen wie XING und LinkedIn oder bei Fachkollegen von anderen Unternehmen nachzufragen. Alternativ können Unternehmen auch Kontakt zu professionellen Agenturen aufnehmen: geeignet sind hier vor allem Nischenanbieter, die sich auf ein fachliches Gebiet spezialisiert haben und einen engen, persönlichen Kontakt zu ihren Interim Managern pflegen.
  2. Den Interim Manager kurz, aber prägnant einarbeiten! Das bedeutet, klar seine Aufgaben, Kompetenzen und Vollmachten zu definieren und an die Belegschaft zu kommunizieren. Besonders wichtig ist allerdings, ihm ein Gefühl für die Unternehmenskultur mit ihren Dos und Don’ts zu geben.
  3. Alle Mitarbeiter persönlich über den Einsatz des Interim Managers informieren; dabei aber deutlich machen, dass es eine vorübergehende Lösung ist und der permanente Stelleninhaber wieder ins Unternehmen zurückkehrt – dies am besten mit einem konkreten Datum versehen.
  4. Ziele und Erwartungen klar formulieren und schriftlich festhalten – so haben Interim Manager, Mitarbeiter und Geschäftsleitung die Möglichkeit, Erfolge eindeutig zu bewerten.
  5. Die ausgefallene Führungskraft zwischendurch auf dem Laufenden halten – sofern dies gewünscht ist. Erfolgsentscheidend ist insbesondere eine gründliche Übergabe zwischen Interim Manager und Stelleninhaber bei dessen Rückkehr ins Unternehmen.
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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. In zwischen ist es weit verbreitet auf die Dienstleistung des Interim Managers zurückzugreifen. Dieses Berufsbild ist sehr interessant, aber sehr anspruchsvoll. Nicht jeder ist dazu geeignet, ein Interim Manager zu werden. Die Ansprüche sind groß. Kürzlich hatte ich ein Artikel gelesen, der Ansprüche an einen Interim Manager erläuterte. Bei Interesse, hier der Link: http://www.finance-magazin.de/persoenlich-personal/karriere/cfo-auf-zeit-das-muessen-interim-finanzchefs-koennen/
    Genau so hoch, wie die Ansprüche sind, ist auch das Honorar des Interim Managers. Aber es lohnt sich, nicht nur um eine Krankheit zu überbrücken, sonder auch um Projekte durchzuführen. Aber auch bei einer Unternehmenskrise und vieles mehr.

    Gruß

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