Purpose statt Leitbild: Wie Unternehmen sich neu erfinden müssen
Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass Unternehmen deutliche finanzielle Vorteile erlangen, wenn sie sich mit den höhere Zielen und dem tieferen Sinn, also dem Purpose ihrer Organisation ausgiebig befassen. Und das hat mit den üblichen Leitbildern von früher rein gar nichts zu tun.

- „Purposeful Organisations“ sind Gewinner
- Hauptaufgabe der Unternehmen von morgen
- Nutzwert und Sinn sind in
- Organisationsumbau: Was sind Sinn und Zweck von Unternehmen
- Alte Leitbilder: selbstverliebt und egozentriert
- Die meisten Leitbilder werden gar nicht gelebt
- Der Unterschied zwischen Leitbild und Purpose
- Die Probleme der Menschheit lösen
- Top Bücher zum Thema
- Text als PDF lesen
- eKurs on Demand buchen
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- Persönliche Beratung für Ihren Erfolg
„Purposeful Organisations“ sind Gewinner
Das Wertebewusstsein ist, genau wie die Wirtschaft, im Wandel. Die Menschen wollen zunehmend wissen, welches Unternehmen hinter einem Angebot steckt, was es antreibt, wie es mit seinen Kunden und Mitarbeitern umgeht und welche ethische Haltung es glaubhaft vertritt. Sie verlangen nach einer Vereinbarkeit von Profitstreben und Nachhaltigkeit.
Wer dem Wohl des Planeten dient und das Dasein der Menschen verbessert, dessen Erfolg unterstützt man nur allzu gern. Solche Unternehmen können sowohl eine zahlungsbereite Klientel als auch Top-Talente leicht gewinnen und halten. Sie werden von der Gesellschaft geschätzt und erhalten den Zuspruch der Medien. Sie sind in der Lage, eine Gefolgschaft von Anhängern zu gewinnen, die hochinspiriert zu Evangelisten der Unternehmenssache werden.
„Wer Profit im 21. Jahrhundert machen will, muss durch das Nadelöhr des guten Profils“, sagt der deutsche Medienphilosoph Norbert Bolz. Gibt es dafür Beweise? Oh ja. Zum Beispiel zeigte der Global Leadership Forecast 2018 von Ernst & Young, dass „Purposeful Organisations“ um 42 Prozent bessere Finanzergebnisse als der Durchschnitt aufweisen können.
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Hauptaufgabe der Unternehmen von morgen
Die Hauptaufgabe eines Unternehmens der Zukunft ist also die, einen Beitrag zur Lebensqualität respektive zum beruflichen oder geschäftlichen Erfolg seiner Kunden zu leisten. Zunehmend gilt es zudem, plausibel zu machen, wie es zu einer besseren Welt beitragen will. Unternehmertum muss deshalb heute mit folgenden Fragen beginnen:
- Welche Auswirkungen hat unser Wirtschaften auf Gesellschaft und Umwelt?
- Welchen Beitrag leisten unsere Lösungen für eine lebenswerte Zukunft?
- Wie schaffen wir einen Heimathafen für unsere Mitarbeiter?
- Wie schaffen wir einen Sehnsuchtsort für unsere Kunden?
Nutzwert und Sinn sind in
Dabei geht es um Nutzwert, um Habenwollen, um Mitmachenwollen und um Sinn – eingebettet in eine sich zunehmend technologisierende Welt. Dieser Nutzwert, der Daseinssinn, das Warum eines Unternehmens heißt im Englischen „Purpose“.
Er bestimmt die Identität eines Unternehmens und sichert dessen Zukunft. “Start with Why” nennt der britisch-US-amerikanische Autor Simon Sinek dieses Konzept, seinen Golden Circle. Man definiert zuerst das “Warum” seiner Aktivitäten, die große Idee, bevor man das “Wie” und dann das “Was” anspricht.
Organisationsumbau: Was sind Sinn und Zweck von Unternehmen
Wer einen Organisationsumbau lostreten will, muss sich zunächst mit dem Sinn und Zweck seines Unternehmens befassen. Das hat mit den Leitbildern von früher, oft auch als Vision oder Mission Statement bezeichnet, nur noch wenig zu tun. Der Zweck eines Unternehmens ist nämlich nach außen, klassische Leitbilder hingegen sind nach innen gerichtet.
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Inspirierende Orte erleben und Erfolge gestalten dank unserem Shop, Rabatte dazu per Newsletter, mehr auf unseren Fokus-Seiten: [*Anzeige]Klassische Leitbilder klingen oft ähnlich, meist banal, fast immer austauschbar und irgendwie hohl, geradewegs so, als hätte man einen Leitbild-Generator benutzt. Sie zelebrieren keinen einzigartigen Nutzen für die Kunden, den Markt und die Welt, sondern den Traum von eigener Größe und Herrlichkeit. So hört sich das an: „Wir verstehen uns als Marktführer mit 1a-Produkten.“ Oder: „Wir sind global führend mit unseren Marken.“ Oder: „Wir sind der Technologievorreiter unserer Branche.“
Alte Leitbilder: selbstverliebt und egozentriert
Übliche Leitbilder und die damit verbundenen Aussagen sind nicht nur egozentriert, das ganz besondere eines Unternehmens kommt gar nicht durch. Vielmehr rieselt es Plattitüden („Wir sind kundenorientiert.“), Selbstverständlichkeiten („Wir sind zuverlässig.“) und Phrasen („Wir beziehen unsere Stärke aus unseren Mitarbeitern.“). Das berührt nicht. Es inspiriert nicht. Und verinnerlicht wird es schon gar nicht.
Fragt man Mitarbeiter nach dem Leitbild ihrer Firma, erntet man leere Blicke. Mit etwas Glück heißt es: „Erinnere mich dunkel, haben wir irgendwann mal gemacht, steht glaube ich auf der Website.“ Was aber dort oder in aufgehübschten Broschüren steht, ist nichts als Kommunikationsprosa für die Öffentlichkeit, an die intern sowieso niemand glaubt.
Die meisten Leitbilder werden gar nicht gelebt
Leider agieren gerade die Oberen allzu oft nicht nach Leitbild und Werten, die sie im wahrsten Sinne des Wortes „verabschiedet“ haben. Bei solchem Mangel an Integrität ist das Aufhängen von Werteplakaten reiner Zynismus. „Lügenbaum“ nennt man in einer ziemlich bekannten Firma die Säule, an der Fotos von Führungskräften hängen, die Leitbildsprüche von sich geben. Ist darüber hinaus das Kernziel an Vorherrschaft und Profitmaximierung gekoppelt, kann das in zweifelhafteste Richtungen führen. Namhafte Beispiele dafür gibt es genug.
Wer für die Ego-Ziele anderer schuften soll, fühlt sich wie ein Lakai des Systems. Wird hingegen ein attraktiver Corporate Purpose entwickelt, entsteht hohe Anziehungskraft. Nach den talentiertesten Mitarbeitern, den interessantesten Partnern, den besten Lieferanten, den flüssigsten Investoren und den hochwertigsten Kunden brauchen Sie dann nicht mehr mühsam zu suchen, die finden Sie.
Der Unterschied zwischen Leitbild und Purpose
Der Purpose ist also der Sinn und Zweck eines Unternehmens, seine Bestimmung, die Philosophie hinter dem Geschäftsmodell, der Wesenskern, die Leitmaxime für alles Handeln. Er drückt aus, weshalb das Unternehmen existiert, was es in die Welt bringen will und woran die Mitarbeiter des Unternehmens gemeinsam arbeiten.
Zum Beispiel sieht sich Google nicht selbstfokussiert als größter globaler Suchmaschinenbetreiber, sondern „organisiert die Informationen der Welt.“ Amazon will nicht das Kaufportal Nummer eins sein, sondern „die höchste Kundenzufriedenheit der Welt“ erreichen. Tesla „treibt den Übergang zu nachhaltiger Energie voran.“ TED versteht sich nicht als namhafter Konferenzanbieter, sondern will „wertvolle Ideen weiterverbreiten“.
Die Probleme der Menschheit lösen
Dabei ist Profit nie der Purpose per se. Besteht nämlich der Purpose darin, ein drängendes Problem der Menschen zu lösen und damit die Welt an einer kleinen Stelle zu heilen, dann kann etwas wirklich Großes gelingen. Wo die größten Probleme sind, sind auch die größten Märkte. Am Ende ziehen die Besten die Besten magisch an. Guter Profit ist dann das Ergebnis.
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Hier schreibt für Sie
Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, Business-Coach und mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin. Vom Business-Netzwerk LinkedIn wurde sie wiederholt zur Top-Voice gekürt.Die Diplom-Betriebswirtin gilt als führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Sie zählt zu den gefragtesten Rednern im deutschsprachigen Raum. Mehr als 20 Jahre lang hatte sie Führungspositionen in Vertrieb und Marketing verschiedener internationaler Dienstleistungsunternehmen inne und dabei mehrere Auszeichnungen erhalten. 2015 wurde sie für ihr Lebenswerk in die Hall of Fame der German Speakers Association (GSA) aufgenommen.Auf Kongressen, Tagungen, Events und Firmenveranstaltungen hält sie hochkarätige, mitreißende und praxisnahe Keynote- und Impulsvorträge zu den Themen Unternehmensorganisation und Mitarbeiterführung in der Next Economy, Touchpoint-Management, Kundenloyalität und Empfehlungsmarketing. Zu diesen Themen führt sie auch Power-Workshops durch. Ihr Touchpoint Institut bildet zertifizierte Touchpoint Manager aus. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der deutschen, österreichischen und schweizerischen Wirtschaft.Managementbuch.de zählt sie zu den wichtigsten Managementdenkern. Ihr Bestseller „Touch.Point.Sieg.“ ist Trainerbuch des Jahres 2016. Ihr Bestseller „Das Touchpoint-Unternehmen“ wurde zum Managementbuch des Jahres 2014 gekürt. Ihr Bestseller „Touchpoints“ ist Mittelstandsbuch des Jahres 2012. Wenn es um das Thema Kunde geht, gehört sie zu den meistzitierten Experten. Mehr Informationen unter www.anneschueller.de und www.touchpoint-management.de Alle Texte von Anne M. Schüller.
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für die Post-KI-Ära
Menschen und Orte verbinden: Staatlich geförderter Verlag, beteiligt an EU-Programmen, kuratiert Wissen entitätsbasiert für die Post-KI-Ära in Print- wie Digital-Medien mit globalem Vertrieb, u.a. direkt an führende Unternehmen (Liste). Öffentliche Wirkung seit über 20 Jahren, dokumentiert durch eigenen Wikipedia-Eintrag, Kunden wie Samsung, DELL, Telekom oder Hochschulen, Partner wie das frühere Bundesbildungsministerium, engagiert für Klimaschutz und nachhaltige Innovation, Presse-Echo u.a. in ARD, FAZ, ZEIT, WELT. Gegründet von Simone Janson.
3 Antworten zu „Purpose statt Leitbild: Wie Unternehmen sich neu erfinden müssen“
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So von wegen Purpose: Da am Montag wieder zwei Absagen im E-Briefkasten lagen, habe ich mich nochmal an diesen Blog erinnert. Ich glaube, dass heutzutage Arbeitgeber viel speziellere Arbeitskräfte suchen als früher. Früher reichte es wenn man Maschinenbauingenieur war, um eine technische Stelle besetzen zu können. Fehlendes Fachwissen erlangte man dann on-the-job“. Heute werden Ingenieure Maschinenbau Fachrichtung Fertigungstechnik mit Fachbereich Zerspanung für Konstruktion einer 5-Achsen-CNC-Fräsmaschine gesucht. Diese ärgerliche Entwicklung wird auch dadurch deutlich, dass immer mehr Fachhochschulen immer speziellere Studiengänge anbieten. Arbeitgeber wollen heute nicht mehr in das Personal investieren, sondern suchen so lange, bis sie genau das richtige Puzzleteil mit den richtigen Ecken finden. Kein Wunder, dass Sie dann „Fachkräftemangel“ schreien. Und auf der anderen Seite warten tausende Ingenieure darauf, geformt zu werden.
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Super! Mehr Worte braucht man eigentlich nicht, um dieses Blog zu beschreiben.
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Von Sinnhaftigkeit sehe ich in Unternehmen nichts: Leider hat sich in vielen Personalabteilungen eine Überheblichkeit und Arroganz gerade in Grosskonzernen etabliert, wo ich mich tatsächlich Frage ob diese wirklich die besten Mitarbeiter suchen, wie sie angeben, oder doch nur austauschbare Arbeitssklaven.











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