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Geld verdienen mit Bloggen – 10/11: Öffentliche Förderung & die Zukunft der Werbung



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Eine Finanzierungsform, die ich selbst bislang noch nicht ausprobiert habe, weil ich gar nicht daran gedacht hatte: Öffentliche Mittel. Dafür muss der Blogs natürlich auch im öffentlichen Interesse liegen. Der Journalist Matthias Spielkamp hat es vorgemacht und dankenswerterweise eine Präsentation dazu veröffentlicht.



Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Update

Dieser Beiträg enthält Inhalte und Angaben, die möglicherweise nicht mehr aktuell sind, z.B. aufgrund gesetzlicher oder statistischer Veränderungen. Weil er dennoch hilfreich sein kann, einen Überblick zum Thema zu bekommen, stellen wir ihn Ihnen weiterhin zur Verfügung.

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Zukunftskongress

Anlass für Spielkamps Präsentation war der Zukunftskongress der Journalisten-Vereinigung Freischreiber.

Hier sprach Spielkamp im Workshop „Spaß kann man nicht essen – Geld und Geschäftsmodelle“ über Journalisten als Unternehmer.

Nachdem die anschließende Podiumsdiskussion von Zuhörer Felix Schwenzel kritisiert worden war, widmete sich Spielkamp in seinem Immateriblog noch einmal ausführlicher dem Thema, weil er die Diskussion unbefriedigend fand. Dabei stellte er freundlicherweise auch seine sehr informative Präsentation online. Danke dafür!

Wie geht das mit der Finanzierung?

In der Presentatiopn beschreibt er, wie er seine Plattform irights.info zum Thema Urheberrecht in der digitalen Welt aufgebaut hat. Von 2004 bis 2006 wurde er 18 Monate lang vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft gefördert.

Trotz Grimme-Online Arward und zahlreicher Projektanträge gab es jedoch erst 2008 wieder eine neue Förderung durch das Bundesforschungsministerium und die Kulturstiftung des Bundes. Spielkamp resümiert: Es ist unmöglich, eine Anschlussförderung zu bekommen, egal wie erfolgreich das Projekt ist. Und: Der Aufwand, für kleinere Projekte Anträge zu stellen, ist zu groß!

Die Zukunft der Werbung

Doch für welche Werbemittel sind Kunden in Zukunft bereit, Geld zu zahlen? Eine Umfrage des BVDW bietet dazu einige Infos.

Tatsache ist, wie wir alles wissen, dass es auf dem Werbemarkt eher mau aussieht. Die Preise für Online-Werbung sind im Keller und es sieht in absehbarer Zeit nicht nach Besserung aus. Da hat mich diese Meldung des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. besonders gefreut.

Werbepreise im Keller

„Hälfte aller Werbungtreibenden wollen 2011 mehr in Performance Marketing investieren“ heißt es da. Hurra dachte ich, es geht aufwärts. Aber: Schauen wir uns das mal genauer an!

Der BVDW spricht von einer Studie, tatsächlich sind gerade mal 130 Fragebögen (oder etwas mehr) in die Auswertung eingeflossen. Und auch wenn bei den Werbetreibenden Display Marketing über Ad Networks an erster Stelle stehen: Gleich darauf folgen für Blogger eher unschöne Werbeformen wie SEO, Affiliate und SEM.

Warum ist das unschön?

Dabei ist Werbung nämlich nicht gleich Werbung – darüber habe ich mich in dieser Serie schon öfter ausgelassen: Bei Affiliate-Werbung etwa macht man aus Blogger-Sicht zwar Werbung, bekommt aber nur etwas, wenn der Kunde dann auch kauft. Und ob die Konversion gelingt, hängt davon ab, wie ich in meinem Artikel zur Affiliate-Werbung geschrieben habe.

Noch schlimmer ist aus meiner Sicht SEO-Werbung: Sie kostet einen im Zweifelsfall nicht nur den Pagerank und damit die Reputation bei Google. Nein, da SEO-Vermarkter in der Regel ungekennzeichnete Werbelinks möchten, verarscht man dabei genau genommen auch seinen Leser. Und, was noch schlimmer ist, man mach sich genau genommen sogar strafbar – die Abmahnanwälte lassen grüßen.

Bloggergate und die Folgen

Nebenbei bemerkt: Das allerdings scheint nicht wirklich irgendwen zu interessieren, im Gegenteil, solche Art von Schleichwerbung gilt offenbar gemeinhin als Kavaliersdelikt – das haben die Reaktionen auf Saschal Pallenbergs Bloggergate deutlich gezeigt.

Dabei will ich gar nicht weiter darauf eingehen, wer in der daraus entstandenen Schlammschlacht aus welchen Gründen was gesagt oder getand hat: Mich hat nur erschreckt, mit welcher Selbstverständlichkeit die Diskussion um Textlinkwerbung zum Teil als unwichtig abgetan wurde (siehe in den Kommentaren)!

Denn bereits vor Monaten (und damit lange vor Bloggergate) habe ich die daraus resultierenden Konsequenzen (u.a. konstant schlechte Preise auf dem Werbemarkt) hier beschrieben. Und finde daher, dass ungekennzeichnete Textlinks ein weit tiefer greifendes Problem sind, als offenbar den meisten klar ist.

Die Zahlen des BVDW

Tröstlicherweise planen nun 68 Prozent der vom BVDW-Befragten, die Budgets im Bereich Display Marketing über Ad Networks zu erhöhen. Allerdings will auch die Hälfte der Werbetreibenden mehr für Suchmaschinen Optimierung (SEO) und Affiliate Marketing aufwenden. Auch im Bereich Suchmaschinen Marketing (SEM) wollen 42 Prozent der Befragten mehr investieren.

Ziele dabei sind offenbar nicht mehr nur Abverkäufe oder die Neukundengewinnung, sondern auch positive Image- und Branding-Effekte.

Wer wurde da eigentlich befragt?

Die BVDW-Befragung wurde übrigens umgesetzt von der Fachgruppe Performance Marketing, aha, das Ergebnis lässt natürlich deren Herzen höher schlagen! Mit dabei auch: Das Branchenmagazin HORIZONT sowie den Mitgliedsunternehmen ValueClick, Lbi Germany und SUMO.

66 Prozent der beteiligten Unternehmen sind im Bereich Werbung und Marketing zuzuordnen. Weitere sieben Prozent stammen jeweils aus den Bereichen IT und Telekommunikation sowie Medien und Verlage. Mit 41 Prozent arbeiten die meisten befragten Unternehmen im Business-to-Business-Bereich. 30 Prozent sind in beiden Bereichen tätig, während 28 Prozent im Business-to-Consumer-Bereich arbeiten.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Sascha Pallenberg

    Hallo Jannick,

    bzgl. der Tsunami-Ankuendigung bin ich mehrfach zurueckgerudert. Dennoch darf man nicht vergessen, dass eines der ehemals bekanntesten deutschen Blogs (aka Basicthinking)einzig und alleine aus dem Grund gekauft wurde, damit man dieses Netzwerk der Werbelinks aufbauen konnte. BT war der Tueroeffner fuer die Onlinekosten GmbH und das wird leider immer wieder gerne unter den Teppich gekehrt.

  2. Marketinger

    Heyhey, ganz nett bei Interesse kannst du auch mal bei meinem Blog vorbei schauen 😉

  3. Simone Janson

    Hallo Jannick,
    du hast recht, möglicherweise kommt der Verdacht auf, dass es sich auch bei Affiliate-Werbung um unlautere Werbung handelt. Wenn die Werbung klar als solche gekennzeichnet ist, ist das jedoch nicht der Fall.
    Ich persönlich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass Affiliate-Werbung nur dann etwas bringt, wenn man auch im Text direkt auf das beworbene Produkt verweist. Und genau da wird die Sache m.E. auch schon unlauter. Insofern ist das kein ganz einfaches Thema und mir ist klar, dass die meisten das laxer sehen als ich.
    Gruß
    Simone

  4. Holger Froese

    Serie – Geld verdienen mit Bloggen: Die Zukunft der Werbung #Business
    Kommentiert auf Twitter

  5. Hallo,
    Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist die Bezeichnung der Werbeformen SEO, SEM und Affiliate Marketing als „unschön“. Darauf wird zwar im folgenden Text eingegangen, aber es entsteht der Eindruck als ob bspw. Affiliate Marketing immer mit Methoden wie der Maskierung der Affiliate Links arbeiten würde. Gerade für Blogger kann dies eine sehr ertragreiche Einnahmequelle auch ohne zwielichtige Methoden sein, worauf ich auch in einem Artikel auf meinem Blog eingegangen bin:

    Bei den Reaktionen auf Bloggergate muss ich ihrer Ansicht vollkommen zustimmen. Es ist schade, dass solche Methoden mittlerweile als normal gelten, allerdings ist es auch ein offenes Geheimnis, weswegen die vorherige Ankündigung Pallenbergs eines „Tsunamis in der Blogosphäre“ wohl doch übertrieben war.
    Gruß
    Jannick

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