Zukunft der Arbeit: Events abschaffen oder neu denken?


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Events, Vorträge und Messen waren bislang für viele Menschen fester Bestandteil des Business-Alltags. Doch die Umstände könnten uns zwingen, Events neu zu denken. Einige Anregungen.

Zukunft der Arbeit: Events abschaffen oder neu denken?

Hier schreibt für Sie:

 

Simone Janson Simone JansonSimone Janson ist Verlegerindeutsche Top20 Bloggerin und Beraterin für HR-Kommunikation.

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Events – fester Bestandteil des Business-Alltags?

Events, Tagungen, Messen und ähnliche Veranstaltungen sind für viele Menschen fester Bestandteil ihres Business-Alltags und die Aussicht aufs spannende Vorträge und Networking mit Kollegen bietet oftmals regelrechten Anlass zur Vorfreude. Bei mir ist das ein wenig anders.

Ich erinnere mich an meine letzte Podiumsdiskussion in München: Hektisch hastete ich durch die ziemlich laute, enge und dunkle Messehalle, weil ich den Weg zum Veranstaltungsort drastisch unterschätzt hatte und zu spät dran war. Außerdem kämpfte ich mit einer kräftigen Nasennebenhöhlenentzündung und auf dem Rückweg musste ich aufgrund eines U-Bahn-Staus um das Erreichen meines Zuges zittern. Eine ziemlich stressige Angelegenheit also, die bei mir schon damals den Entschluss reifen ließ, Veranstaltungen in Zukunft deutlich sparsamer zu besuchen.

Kleine private Treffen statt Business-Meetings

Das habe ich seitdem auch gemacht: Ich verzichtete fortan darauf, mich in stickigen Messehallen ohne Tageslicht mit Menschen zu treffen, mit denen ohnehin nur ein oberflächliches Gespräch möglich war und mir dabei in klimatisierter Luft wohlmöglich noch etwas einfing. Ohnehin hat für mich die Masse an Veranstaltungen in den letzten Jahren inflationär zugenommen.

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Ich zog stattdessen kleine, eher privat gehaltene Treffen mit ausgewählten Kontakten, etwa zum Mittagessen vor und machte sonst lieber Bewegung an frischer Luft als Veranstaltungen aufzugehen. Ein Konzept, das für mich aufging und meine Kreativität beflügelt. Mein persönliches Unverständnis über die Sinnhaftigkeit von anonymen Großevents ist dadurch noch weiter gewachsen.

Wie Corona die Veranstaltungskultur veränderte

Und dann kam Corona. Die Tourismus- und Veranstaltungsbranche hat es dabei finanziell mit am Schwersten getroffen. Und die Einbußen werden sich nicht so schnell wieder reinholen lassen. Zwar finden zögerlich die ersten Messen und Events mit reduzierter Teilnehmerzahl wieder statt, aber gleichzeitig stellen sich viele die Frage: Brauchen wir tatsächlich Veranstaltungen in dem bisherigen Umfang?

Tatsächlich stelle ich mir diese Frage bereits seit Beginn der Pandemie, als ich beobachten konnte, wie schnell verschiedene Veranstalter auf digitale Events umschwenken konnten und wie schnell sich die sonst üblichen Lunch-Meetings zu Spaziergeh-Meetings wandelten, die meiner Meinung nach in vielen Fällen produktiver und konzentrierter ablaufen – nicht umsonst schreibe ich seit Jahren über Wandermeetings u.a. des LinkedIn-Gründers Konstantin Guericke. Und nun hat Marcus Albers, Gründer von Rethink, sich getraut, die Frage nach dem Ende der Events zu stellen:

“Könnte es also sein, dass das Format der physischen Live-Events gerade auf dem Müllplatz der Geschichte landet – nicht wegen Corona, sondern weil Corona gezeigt hat, dass keiner sie wirklich vermisst? Mal unter uns: Werden Sie nostalgisch, wenn Sie an einen Tag voller 45minütiger Expert*innenvorträge denken, in denen sich jeder als TED-Speaker fühlt und durch endlose Charts großformatiger Bilder klickt? Oder säßen Sie gerade gern im Publikum einer dieser standardisierten Paneldiskussionen, in denen die immer gleichen Köpfe wichtigtuerisch die immer gleichen Themen wälzen? Solche Formate fühlten sich auch vor Corona schon leicht muffig an.”

Klassische Events – Müllplatz der Geschichte oder hybride Lösungen?

Doch auch für Albers werden klassische Events nicht einfach so verschwinden, viel mehr gehört die Zukunft seiner Meinung nach Blended und hybriden Event-Formaten, also eine Mischung von digitalen Elementen und solchen vor Ort. Wobei laut Albers aber stark bei den Budgets für Hotels, Reise, Transport, Unterkunft und Catering gespart werden kann und muss. Das Geld dafür sollte dann besser an anderer Stelle investiert werden, nämlich direkt für die Inhalte und deren technische Aufbereitung, denn es reicht laut Albers nicht, einfach nur Speaker abzufilmen und ins Netz zu stellen:

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“Virtuelle Events sind eben nicht einfach die Online-Verwertung existierender Formate. Man muss für sie den Content komplett neu denken, getreu Marshall McLuhans Erkenntnis: „The medium is the message“. Künftig werden Kapazität und Location des Veranstaltungsortes unwichtiger als gute technische Ausstattung und schnelle Internetanbindung. Auch die Rolle der Moderator*innen ändert sich: Sie müssen souverän mit Tools umgehen, Dynamik auch ohne Applaus produzieren. Müssen Online-Teilnehmer*innen und – bei hybriden Events – jene im Raum geschickt miteinander verbinden. Das ist ein bisschen wie zu Anfang des letzten Jahrhunderts, als Theaterschauspieler erstmal lernen mussten, vor der Kamera zu agieren.”

Neue Eventformen: Hier liegen die Herausforderungen

Für mich liegt hier gerade bei den hybriden Events die große Herausforderung – und das große Problem, denn die Menschen vor Ort, die auch mit Körpersprache und allen Sinnen kommunizieren können, werden immer einen Vorteil haben gegenüber jenen, die nur digital zugeschaltet sind.

Eventveranstalter, Locations, ja ganze Gemeinden sind übrigens längst aufgesprungen auf diesen digitalen Zug. Kunsttück, denn die Kapazitäten für Tagungen und Kongresse wurden durch die Hygienevorschiften stark minimiert, so dass die Personen auf mehrer Räume verteilt werden müssen. Zudem können ausländische Teilnehmer auf Grund von Einreisebestimmungen oft nicht nicht anreisen.

In Garmisch-Partenkirchen, das ich vor einiger Zeit besuchte, will man den Veranstaltern beispielsweise mit einem hybriden Veranstaltungskonzept helfen, die Teilnehmer, die sich in verschiedenen Locations verteilen, mit technischen Mitteln digital miteinander zu verbinden. So können alle gemeinsam den selben Vortrag hören und sich dann später zum Networking und gemeinsamen Aktivitäten an der frischen Luft treffen – auch für solche Aktivitäten bietet der Ort mit seiner Bergkulisse die idealen Voraussetzungen.

Fazit: Events neu denken, aber das Networking nicht vergessen

Denn, das darf man nicht vergessen, das Networking und zufällige Aufeinandertreffen verschiedener Teilnehmer oder, in der Steigerung, das Teambuilding, ist der wichtige und eigentliche Zweck solcher Veranstaltungen. Und im Gegensatz zu Markus Albers bin ich der Ansicht, dass darauf auch weiterhin nicht verzichtet werden kann und sollte, denn das gemeinsame Erleben, fühlen, schmecken von Menschen wird neben der reinen Wissensvermittlung weiterhin wichtig bleiben – und sich nicht so schnell digital ersetzen lassen.

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Vielleicht müssen Events als nicht nur in Richtung digital neu gedacht werden, sondern auch in die andere Richtung: Mehr Gemeinschafts-Erlebnisse schaffen mit Bewegung und frischer Luft, die die Kreativität von Teams beflügeln und so ganz besonders in Erinnerung bleiben.


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