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BAföG – 10/16: Fachrichtungswechsel Studienverlauf & -leistungen



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BAföG wird für nur eine Ausbildung gewährt. Wenn Sie Ihre Studienrichtung ändern, beginnen Sie damit eine neue Ausbildung – und verwirken in der Regel den Anspruch auf eine BAföG-Förderung. Allerdings gibt es auch hier einige Ausnahmeregelungen. social-media-ausbildung


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Update

Dieser Beiträg enthält Inhalte und Angaben, die möglicherweise nicht mehr aktuell sind, z.B. aufgrund gesetzlicher oder statistischer Veränderungen. Weil er dennoch hilfreich sein kann, einen Überblick zum Thema zu bekommen, stellen wir ihn Ihnen weiterhin zur Verfügung.

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Fachrichtungswechsel – was tun?

Wenn Sie einen Fachrichtungswechsel vornehmen wollen, müssen Sie dafür entweder wichtige oder unabweisbare Gründe vorlegen. Zudem müssen Sie den Fachrichtungswechsel formlos beantragen und sollten sich für die Begründung einige Gedanken machen.

Außerdem sollten Sie, schon um glaubwürdig zu wirken, den alten Studiengang sofort abbrechen, sobald Ihnen klar ist, dass Sie wechseln wollen. Es gilt: Je später der Wechsel, desto wichtiger ist eine gute Begründung.

Wichtige Gründe

Wenn Sie Ihren Wechselantrag mit wichtigen Gründen begründen wollen, dann muss dieser Wechsel der erste sein und innerhalb der ersten drei Semester stattfinden. Die Semesterzahl wird voll auf die Förderungshöchstdauer angerechnet. Wichtige Gründe sind:

  • Neigungswandel: Wenn Sie feststellen, dass das bisherige Studium nicht Ihren Interessen und Vorstellungen entspricht
  • Eignungsmangel: Wenn Sie sich nicht für diesen Studiengang eignen, etwa weil Sie mehrmals Prüfungen nicht bestehen. Allerdings sollte der Grund dafür nicht in Ihren fehlenden intellektuellen Fähigkeiten liegen, d.h. Sie sollten dem BAföG-Amt glaubhaft begründen, dass Sie in Ihrem neuen Studiengang besser abschneiden werden.
  • Parkstudium: Sie wollten eigentlich von Anfang an ein Numerus-Clausus-Fach studieren und haben nur etwas anderes studiert, weil Sie Wartezeit überbrücken wollten, zu dem Sie aber dennoch eine gewisse Bereitschaft mitgebracht haben. Dafür müssen Sie sich aber auch ununterbrochen um Ihren Wunschstudiengang bemüht haben.

Unabweisbare Gründe

Ein Wechsel aus unabweisbaren Gründen kann jederzeit und auch ein zweites Mal erfolgen. Mit jedem Fachrichtungswechsel aus unabweisbaren Gründen beginnt die Förderungshöchstdauer von neuem. Als unabweisbare Gründe werden allerdings solche anerkannt, die Ihnen keine Wahl mehr lassen, diesen Studiengang fortzusetzen oder nicht – z.B. wegen eines psychischen oder körperlichen Handicaps.

Keine anerkannten Gründe

Als Begründung für einen Fachrichtungswechsel werden z.B. nicht anerkannt:

  • Verschlechterung der Berufsaussichten
  • die allgemeine Studiensituation
  • ein Wohnortwechsel
  • ein Doppelstudium

Tipps zur Begründung Ihres Antrags

Wenn Sie beim BAföG-Amt einen formlosen Antrag auf einen Fachrichtungswechsel stellen, sollte dieser folgende Punkte enthalten, um das BAföG-Amt zu überzeugen:

  • warum Sie trotz ausführlicher mit ursprünglichen Studium begonnen haben
  • warum Sie dieses Studium abbrechen müssen/wollen – hier sollten Sie nachvollziehbare Gründe angeben und Belege beifügen
  • warum Sie glauben, mit dem neuen Studiengang die richtige Wahl zu treffen – auch diese Begründung sollten Sie sich gut überlegen und formulieren

Schwerpunktverlagerung

Es gibt jedoch noch eine andere Möglichkeit, die Ausbildungsrichtung zu ändern, ohne, dass Sie in den Augen des BAföG-Amtes Ihre Fachrichtung ändern müssen: Eine Schwerpunktverlagerung.

Was ist eine Schwerpunktverlagerung?

Manche Wechsel werden auch als Schwerpunktverlagerung anerkannt – die Regelungen hierzu lassen einen gewissen Spielraum für Interpretationen. Dies bietet den Vorteil, dass Sie diese Schwerpunktverlagerung theoretisch jederzeit und beliebig oft vornehmen können . In der Praxis müssen Sie jedoch einkalkulieren, dass Sie ja mit dem vierten Semester das Grundstudium abgeschlossen haben sollen – und dass natürlich die Förderungshöchstdauer weiter läuft. Daher kann ein Fachrichtungswechsel im Einzelfall sinnvoller sein.

Bedingungen

Wenn Ihr Wechsel als Schwerpunktverlagerung anerkannt werden soll, müssen Sie folgendes beachten:

  • Sie können eine Bescheinigung des Studentensekretariat, bzw. Ihres Dekanats vorlegen, wonach die bisher erbrachten Leistungen im alten Studiengang voll anerkannt werden. Dabei ändert sich die Semesterzahl nicht.
  • Wenn Sie mit Ziel Magisterabschluss studieren, können Sie Ihre Nebenfächer wechseln und dem BAföG-Amt schriftlich erklären, dass dieser Wechsel zu keinem zeitlichen Verlust führt. Obwohl eigentlich ein Fachrichtungswechsel vorliegt, wird dieser hier als Schwerpunktverlagerung anerkannt.
  • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, zu einem ähnlichen Studiengang zu wechseln, dessen Inhalte, Prüfungsordnungen usw. mit dem alten Studiengang bis zum Wechsel identisch sind. Die Studienleistungen werden auch dabei voll angerechnet, die Semesterzahl ändert sich nicht.

Studienabbruch oder -unterbrechung

Bei einem Studienabbruch endet logischerweise die BAföG-Förderung. Aber auch wenn Sie Ihr Studium nur unterbrechen wollen, um später weiter zu studieren, verwirken Sie Ihren Anspruch auf Förderung, da auch die Studienunterbrechung als Abbruch der Ausbildung gilt. Anders sieht das aus, wenn Sie Ihr Studium aus wichtigen oder unabweisbaren Gründen abgebrochen haben – dann können Sie weiterhin BAföG bekommen. Wenn Sie diese Gründen nicht haben, haben Sie jedoch die Möglichkeit, Ihre Studienfortsetzung unter bestimmten Bedingungen als weitere Ausbildung fördern lassen.

Leistungsnachweise im Studium

Auch wenn Sie Ihr Studienfach nicht wechseln, haben Sie bestimmte Auflagen zu erfüllen: Sie müssen mit dem fünften Semester nachweisen, dass Ihr Studium erfolgreich verläuft und Sie das Vordiplom, bzw. die Zwischenprüfung hinter sich gebracht haben.

In welcher Form Leistungsnachweise erbracht werden müssen

In der Regel wird der Leistungsnachweis mit dem Vordiploms- oder Zwischenprüfungszeugnis erbracht. Allerdings kann man keine allgemeingültige Regelung über die Art des Leistungsnachweises treffen, da dieser je nach Studienfach unterschiedlich ist. Zudem muss von der Hochschule, bzw. den Dozenten der jeweiligen Fachbereiche, das Formblatt 5 (siehe Wiederholungsantrag) ausgefüllt werde.

Achtung: Sie müssen die Leistungen vor Beginn des fünften Semesters erbracht haben, sonst bekommen Sie kein BAföG mehr. Und auch wenn Sie erst im fünften Semester zum ersten Mal BAföG beantragen, müssen Sie Ihre zuvor erbrachten Studienleistungen nachweisen.

Wann der Leistungsnachweis später möglich ist

Es gibt allerdings eine Reihe von Gründen, die als Begründung anerkannt werden, warum Sie die geforderten Leistungsnachweis im Semester noch nicht erbringen konntn.

Dazu gehören:

  • Sie mussten eine Sprache erlernen, die für das Studium notwendig ist. Allerdings darf die Sprache nicht Sinn des Studiums sein! Pro Sprache wird ein Semester anerkannt.
  • Behinderung oder Krankheit, wenn diese das Studium nicht länger als drei Monate beeinträchtigt (sonst müssten Sie sich beurlauben lassen!). Notwendig ist ein ärztliches Attest. Pro Semester Verzögerung gibt es ein Semester mehr.
  • Schwangerschaft oder Kindererziehung als Ursache für Studienverzögerun
  • Wehr- oder Zivildienst während des Studiums
  • Auslandsaufenthalt
  • Politisches oder soziales Engagement in Form von Mitarbeit in gesetzlich vorgeschriebenen studentischen Gremien (Asta, Senat usw.)
  • Erkrankung des Prüfers
  • Spätere Zulassung durch Numerus Clausus
  • Erstmaliges nicht bestehen von Zwischenprüfung/Vordiplom

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