Wiedereinstieg in den Beruf nach Babypause: Karrierekiller Elternzeit?



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Eine Elternumfrage des Bundesfamilienministeriums hat mich überrascht und entsetzt: Vier von zehn berufstätigen Frauen bedauern, Elternzeit genommen zu haben. Denn, die Babypause schadet der Karriere, sagen die Befragten. Und nun?

Wiedereinstieg in den Beruf nach Babypause: Karrierekiller Elternzeit? Wiedereinstieg in den Beruf nach Babypause: Karrierekiller Elternzeit?

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Hier schreibt für Sie: Maike Dietz ist Karrierecoach und Personalberaterin und war mehr als 7 Jahre bei Daimler tätig. Profil

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Vor der Elternzeit: Vorausschauend planen

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Die Fragen, die sich da stellen: Vergraulen männliche Topentscheider die weiblichen Kollegen bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz? Oder haben Frauen nicht den nötigen Biss, sich wieder reibungslos ins Berufsleben einzufügen?

Die wenigsten Frauen machen sich im Vorfeld Gedanken darüber, wie der Wiedereinstieg gelingen könnte – ein Fehler. Denn so vergeht wichtige Zeit, in der Unternehmen und werdende Mütter gemeinsam an einer Lösung für den Wiedereinstieg arbeiten könnten.

Auf alle Fälle Kontakte halten!

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Sinnvoll ist es, vorher in jedem Fall die Dauer der Elternzeit festzulegen und wie Kontakt gehalten werden kann.

Denn fällt eine wichtige Führungskraft aus, muss das Unternehmen kurzfristig einen adäquaten Ersatz finden, der interimistisch die Position übernehmen kann – und der wieder zurücktritt, sobald die Mitarbeiterin aus der Elternzeit zurückkehrt.

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Ein Problem speziell bei Führungskräften

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Ein Problem, das vor allem Führungspositionen betrifft. Denn die meisten Führungskräfte von extern sind im Hinblick auf die eigene Karriere nicht bereit, eine zeitlich begrenzte Stelle zu übernehmen. Erfolg verspricht hingegen der Blick nach innen:

  • Gibt es zum Beispiel eine fachlich versierte Kollegin, die stellvertretend einspringen kann?
  • Oder lassen sich bestimmte Aufgaben auf mehrere Mitarbeiter verteilen?
  • Kann für den Rest vorübergehend eine Teilzeitkraft eingestellt werden?
  • Und wie hält man trotz Abwesenheit Kontakt?

Für viele Frauen wird die Babypause damit zum Karrierekiller – gerade auch bei Führungskräften, die nur schwer ersetzbar sind. Das muss nicht sein: Wie sichert man trotz Abwesenheit seinen Job?

Während der Elternzeit: Präsenz zeigen und sich stetig weiterentwickeln

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Nur die wenigsten Frauen kehren wie Bundesfamilienministerin Kristina Schröder bereits zehn Wochen nach der Geburt an ihren Arbeitsplatz zurück; mehr als die Hälfte bleibt zwei Jahre oder länger in Elternzeit.

Für die Frauen ist es deshalb wesentlich, intensiven Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten zu pflegen – ob telefonisch, per eMail oder persönlich ist eher zweitrangig, wichtig ist die Regelmäßigkeit der Kontakte!

Wie bleibt man im Gespräch?

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In der Praxis hat sich beispielsweise ein Patensystem bewährt, bei dem die werdenden Mütter über einen Kollegen weiterhin Kontakt zum Unternehmen halten und vice versa.

Ebenfalls ein guter Tipp: Die Auszeit für Fortbildungen nutzen oder eine zusätzliche Sprache lernen; auch hier könnte der Arbeitgeber Hilfestellung leisten und beispielsweise Programme oder finanzielle Unterstützung anbieten.

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Zum Ende der Elternzeit: Den Einstieg gut vorbereiten

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Steht die Rückkehr bevor, ist ein offenes Gespräch inklusive detailliertem "Einarbeitungsplan" ratsam:

  • Welche Veränderungen haben sich mittlerweile in der Firma oder in der Position ergeben?
  • Wie können Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden?
  • Wo benötigt die Führungskraft Unterstützung und wie kann diese aussehen?
  • Gibt es vielleicht sogar ein unternehmensinternes Betreuungsprogramm für (Klein-)Kinder?

 Was tun, wenn der Job weg ist?

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Auch unangenehme Themen gilt es frühzeitig anzusprechen: Ist der frühere Arbeitsplatz beispielsweise anderweitig vergeben, könnten durchaus auch Konzepte wie eine "Doppelspitze" (z.B. mit zwei Teilzeit-Führungskräften) diskutiert werden.

Hier sollten vor allem Unternehmen umdenken und individuelle Alternativen überlegen, wenn sie ihre weiblichen Führungskräfte langfristig halten wollen.

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  1. Marie-Luise Mähler

    Wieso sollen Führungskräfte nicht bereit sein, als Interim zeitlich einzuspringen? Ist es nicht eher so, dass Befristung auf allen Ebenen im Zeitalter der Arbeitsmarkt-Flexibilisierung ein großes Thema ist und Interim-Manager gar nicht mehr so ungewöhnlich sind? Dies meine ich zumindest im letzten Jahr im PR Report gelesen zu haben...

    • Simone Janson

      Ich denke, die Interim-Tätigkeit hat immer noch den Ruf , eine Tätigkeit zweiter Wahl zu sein. Das schreckt viele ab. Dass befristete Tätigkeiten zunehmend normal sind, ändert daran nur langsam etwas: Das wird noch eine Weile brauchen, bis es auch in den Köpfen soweit ist. So wie mit den Journalistik-Studierenden, die alle gerne für Print arbeiten möchten, aber selbst nur noch Online lesen: Auf das Image kommt es an.

  2. Silke

    4 von 10 Frauen, eine ... interessante Zahl. Ich bin gespannt, wann es solche Zahlen auch für die Väter gibt.

    • Simone Janson

      Hallo Silke,

      ich denke, andersrum wird ein Schuh draus: Gerade weil die Zahl für Väter gegen 100% tendieren würde, werden solche Zahlen erst gar nicht erhoben. Leider.

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