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Die Weiterbildungslüge: Wenn Whistelblower sich outen


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Betriebliche Weiterbildung ist ein Milliardengeschäft. Denn sie verspricht Unternehmen nicht selten effiziente, ja ganz neue Mitarbeiter: Da soll in zwei Tagen aus der grauen Maus die eloquente, charismatische Führungskraft werden. Oder aus dem chronischen Prokastinierer ein disziplinierter, wohlorganisierter Mitarbeiter.

Übrigens: Eine Übersicht über die wichtigsten Neuerscheinungen & Bücher im Bereich Karriere finden Sie in unserer Rubrik Business-Bestseller!


Hier schreibt für Sie:

 

Simone JansonSimone Janson, Auftritte in der ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR – Berufebilder.de & HR-Kommunikation.

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Die Weiterbildungsmythen

Denn angeblich gehen Lernen und Veränderung ja ganz schnell, einfach und ohne Anstrengung. Mitarbeiter sind nach einem ein- bis zweitägigen Verhaltenstraining kompetent und verhalten sich in der gewünschten Weise.

Einstellungen lassen sich ja in einem Seminar verändern. Und die Mitarbeiter müssen das gelernte nicht pauken und üben, sondern es bleibt von allein haften. Im Bedarfsfall ist es sofort abrufbar.

Was Weiterbildung wirklich bringt

Denn tatsächlich bringt Weiterbildung nicht wirklich das, was sie verspricht. In seinem vielbeachteten Buch „Die Weiterbildungslüge“ räumt Dr. Axel Koch unter dem Pseudonym Richard Gris auf mit den Mythen und deckt die Wirkungslosigkeit der Personalentwicklung auf.

Sein mitunter etwas polemischer, aber dafür ausgesprochen unterhaltsamer Bericht entlarvt die Taktiken von Seminaranbietern und erklärt, dass Mitarbeiter sich nur aus eigenem Antrieb verändern und warum. Damit stößt er etwas in selbe Horn wie Armin Surma.

Welchen Sinn haben Zufriedenheitsfragebögen?

Besonders gefallen haben mir Gris Ausführungen zu den Zufriedenheitsfragebögen, die seit einigen Jahren am Ende eines Seminars zur Evaluation eines Seminarerfolgs verfasst werden. Ihnen liegt nämlich zu Grunde, dass Top-Bewertungen gleichzeitig den Lernerfolg in der Praxis sicher stellen.

Dem ist aber nicht so: Trainer, die humorvoll, unterhaltsam, kompetent und praxisnah wirken, können Teilnehmer begeistern und damit in Zufriedenheitsfragebögen optimale Punktzahl erreichen.

Kleine Tricks für den Erfolg

Manchmal wenden sie dafür auch kleine Tricks an, z.B. indem sie noch schnell Börsentipps geben, die eigentlich gar nicht zum Inhalt passen.

Mit Umsetzungserfolg hat das allerding rein gar nichts zu tun. Denn Euphorie, die durch solche Tricks im Seminar ausgebrochen ist, verfliegt genauso schnell wieder, wie gute Vorsätze zu Silvester.

Negativ kann doch positiv sein

Umgekehrt bedeuten negative Bewertungen keinesfalls immer, dass die Teilnehmer nichts gelernt haben – wie ich aus eigener Erfahrung beidseitig des „Dozentenpults“ weiß:

Manchmal haben Teilnehmer einfach etwas gehört, dass ihnen nicht gefallen hat – und das trübt natürlich das Urteilsvermögen. Manche Erkenntnisse müssen erst reifen – und das kann Monate dauern. Ergebnis: Die Zufriedenheitsbögen haben eigentlich kaum Aussagewert.

Wie aber kann man es besser machen?

Tatsächlich war das genau der Punkt, der mich an dem Buch gestört hat. Als Richard Gris hat Axel Koch nur über die Weiterbildungsbranche lamentiert und horrende Storys erzählt.

Mir war zwar vorher schon klar, dass in der Weiterbildungsbranche einiges im Argen liegt – aber so schlimm?

Indes: Lösungsansätze fehlten! Bislang.

Aber nun hat Dr. Axel Koch nachgelegt: Als Lösung für die von ihm im Buch angesprochenen Probleme hat er jetzt das GRIS-Konzept entwickelt. Laut diesem Konzept entscheidet nicht nur der richtige Inhalt über die Wirksamkeit eines Trainings, sondern vielmehr die Transferstärke der Teilnehmer – die Fähigkeit also, Wissen nachhaltig in den Arbeitsalltag zu übertragen.

Zur Erfassung der Transferstärke entwickelte Gris einen fundierten Fragebogen. Neun Faktoren bestimmen demnach die Fähigkeit, die der Autor für ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal hält. Ziel des Konzepts ist es, Führungskräften das Werkzeug für eine wirkungsvollere Mitarbeiterentwicklung in die Hand zu geben.

Wenn ein Whistelblower sich outet

Interessant finde ich, dass er das unter seinem richtigen Namen tut. Denn für sein in der Weiterbildungslüge breitgetretenes Insiderwissen durfte er mit Recht befürchten, in der Branche keinen Fuß mehr auf den Boden zu kriegen.

Dass er sich nun outet, zeigt aber auch, dass ein Pseudonym für Autoren oft zum Problem werden kann: Dann nämlich, wenn der Autor seinen Namen als Marke etablieren möchte. Denn als Marketinginstrument für Folgeaufträge sind Bücher nicht zu unterschätzen.

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