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Die Macht der versteckten Signale – Teil 5: Die Hand als Waffe



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Im Unterschied zu den Worten gelingt es uns viel weniger, mit unseren Händen zu lügen. Die Sprache der Hände ist unmittelbarer und somit wesentlich echter. Aber manchmal kann die Geste mit den Händen auch wie eine Waffe wirken.

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cerwinkaDr. Gabriele Cerwinka ist Gesellschafterin der Schranz & Cerwinka OEG.

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schranzGabriele Schranz ist Gesellschafterin der Schranz & Cerwinka OEG; Wien – Zürich.

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Wenn die Hände den Worten widersprechen

Wer sich zum Beispiel in seinem Stuhl zurücklehnt und dabei die Hände weit vorstreckt, als wolle er etwas wegschieben, dabei aber betont, er stimme der Sache vollinhaltlich zu, der lügt – mit seinen Worten!

Die Hände dagegen sagen die Wahrheit und damit genau das Gegenteil: Diese Sache ist noch lange nicht beschlossen, das schiebe ich jetzt lieber einmal weit von mir weg.

Die Macht der Urzeit

Strecken wir unsere Hände bzw. im Sitzen auch unsere Beine vor, schieben wir etwas von uns, verschaffen uns Abstand, vergrößern unser Revier. Der andere versteht die Drohung: „Rücke mir ja nicht zu nahe, halte Abstand!“

Bevor unsere urzeitlichen Vorfahren lernten, Gegenstände als Werkzeug und als Waffen einzusetzen, hatten sie nur ihren Körper zur Verfügung, wie die TierWelt auch heute noch.

Hand zur Selbstverteidigung

Gerade die Hand eignet sich sehr gut als Waffe: Man kann sie zur Faust ballen, mit der Kante der angespannten Hand wie mit einem Beil zuschlagen oder mit den Fingern in die Augen des Gegners bohren.

Zugegeben, keine allzu zivilisierten Vorstellungen. Heute kämpfen wir im Ernstfall lieber mit ferngesteuerten Raketen. Oder im Berufsalltag mit Worten.

Drohen mit der Faust

Manchmal verfallen aber unsere Hände noch in urzeitliche Verhaltensmuster. Unser Gefühl der Wut wird dann direkt durch eine geballte Faust ausgedrückt und nicht durch einen imaginären Druck auf einen Raketenstartknopf!

Selten halten wir jedoch dem „Gegner“ diese Faust direkt unter die Nase – diese Geste wäre doch zu eindeutig. Viel lieber verstecken wir diese unter dem Tisch, hinter unserem Rücken oder bremsen den angedeuteten Faustschlag durch die andere Hand.

Nur im äußersten Notfall saust die Faust auf die Tischplatte nieder. Wir bedrohen aber nicht unseren Schreibtisch, sondern den Verhandlungspartner!

Die Karate-Hand

Wer häufig mit der durchgestreckten Handkante, der typischen „Karate-Hand“, argumentiert, meint damit eindeutig:

„Spiel dich nicht mit mir, ich bin jederzeit bereit zuzuschlagen und durchaus fähig, ganze Ziegelmauern zu zerschmettern!“

Löcher in die Meinung bohren mit dem erhobenen Zeigefinger

Auch der erhobene Zeigefinger stellt eine eindeutige Drohgebärde dar. Wenn ich schon nicht direkt auf die Augen meines Gegners ziele, so möchte ich doch wenigstens Löcher in seine starre Meinung bohren.

Wer ständig mit dem Zeigefinger und den Handflächen nach unten gerichtet auf eine Stelle in einer schriftlichen Unterlage zeigt, wirkt wie ein Degenfechter, der drohend mit seinem Degen übt: „Wenn du nicht tust, was ich will, steche ich zu!“

Ellenbogentaktik

Die leicht angehobenen und nach vorne gerichteten Ellenbogen werden ebenfalls als unterschwellige Drohung verstanden. Nicht umsonst spricht man oft von „Ellenbogentaktik“.

Ich verschaffe mir durch die angehobenen Ellen- bogen mehr Raum und schiebe dadurch alle Gegner scheinbar weit von mir.

Arme verschränken

Der Reiz, der dazu führt, dass ich meine Arme verschränke, kann aber auch ganz anderer Natur sein: Wenn wir frieren, machen wir genau die gleiche Geste.

Ein andermal sind wir vielleicht einfach nur müde vom langen Stehen, suchen neuen Halt und Entspannung durch eine Veränderung unserer Position.

Zeichen der Entspannung

Mit verschränkten Armen lässt es sich einfach entspannt und angenehm zuhören – ich signalisiere dem anderen dann:

„Ich nehme mich im Moment zurück, ich lasse dich sprechen, ich höre einfach nur zu!“ So vielfältig lässt sich ein und dieselbe Geste deuten. Der wahre Hintergrund wird immer erst aus dem Gesamtzusammenhang deutlich.

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