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Geld verdienen mit Bloggen - 3/9: Affiliate-Programme & Online-Werbung



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Top20 deutscher Bloggerinnen, referenziert in ZEIT, Wikipedia & Blogger-Relevanz-Index, Seit 15 Jahren Wandel der Arbeitswelt: Beratung, Bücher, News-Dienst Best of HRSeminare & Locations.
Bildrechte: Bildmaterial erstellt von Simone Janson | Best of HR - Berufebilder.de

Affiliate-Programme hielt ich lange Zeit für sinnlos: Die wenigsten Leser kaufen wirklich etwas, ich mache aber die ganze Zeit Werbung auf der Seite. Allmählich ändere ich meine Meinung - man muss wissen, wie man es einsetzt.

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Hier schreibt für Sie: Simone Janson, deutsche Top20 Bloggerin, Auftritte in ARD, gelegentlich Artikel für WELT, ZEIT, WIWO, t3n, W&V, macht Best of HR - Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

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Wichtiger Hinweis

Dieser Beiträg enthält Inhalte und Angaben, die möglicherweise nicht mehr aktuell sind, z.B. aufgrund gesetzlicher oder statistischer Veränderungen. Weil er dennoch hilfreich sein kann, einen Überblick zum Thema zu bekommen, können Sie ihn weiterhin hier finden.

Sascha Pallenberg ist schuld

Schuld ist Sascha Pallenberg. Der erklärte in einem Interview, dass der Großteil seiner fünfstelligen, monatlichen Summe, die er mit seinem Blog erwirtschaftet, aus Affiliate-Programmen stammt.

Genau das konnte ich kaum glauben, hatte ich doch seit Jahren immer mal wieder mit Affiliate-Programmen experimentiert und versuche auch meine Bücher über Amazon zu vermarkten – mit mäßigem Erfolg.

Abhängig von Inhalt und Zielgruppe

Man muss aber genauer hinschauen. Pallenbergs Beispiel zeigt auch, wie sehr der Erfolg von Affiliate-Programmen vom Thema des Blogs und der Zielgruppe abhängt – denn beides muss passgenau zur Affiliate-Werbung passen. Pallenberg selbst schreibt über teuere technische Geräte. Kauft ein User das über seinen Blog, hat er einen ungleich höheren verdienst als wenn ein Leser bei mir z.B. ein rezensiertes Buch kauft.

Ein Beispiel: Mein bester Blogpost ist der zum Thema Krankenversicherung bei Minijob, der jeden Monat tausende von Lesern unter dem Keyword „Minijob Krankenversicherung“ findet. Google-Adsense-Werbung läuft auf diesem Post hervorragend.

Irgendwann kam ich auf die Idee, in diese Seite einen Versicherungsvergleich einzubauen – weil es ja irgendwie zum Thema passt.

Juristisch bedenklich

Der wurde zwar fleißig geklickt, Abgeschlossen wurde jedoch nichts. Der Grund: Minijobber, die in der Regel vergleichsweise wenig Geld haben, werden eher selten eine private Krankenversicherung abschließen – oder nur dann, wenn sie keine andere Wahl haben; z.B. dann, wenn sie die Vorversicherungszeiten für die gesetzliche Krankenkasse nicht erfüllen. Nicht alles was zu passen scheint, passt auch!

Beim Affiliate Anbieter empfahl man mir, den Versicherungsvergleich auch im Text lobend zu erwähnen. Dies aber wäre nicht nur ungesetzlich, sondern würde auch meinem moralischen Anspruch einer objektiven, kritischen Berichterstattung widersprechen. Übrigens längst nicht das einzige mal, wo ich mich über die laxe Haltung von Online-Vermarktern zur Vermischung von Inhalt und Werbung wundere (dazu mehr in weiteren Berichten)!

Passgenaue Angebote

Im Gegensatz dazu wurden über diesen Blog schon einige BahnCards 25 verkauft. Denn da ich manchmal auch Verbraucherthemen behandle, habe ich eine ganze Artikelserie zu den Fahrpreisen der Deutschen Bahn geschrieben, wodurch ich bei Google zu den Suchbegriffen BahnCard 25 bzw. 50 erstaunlich weit vorne gelistet bin - jedenfalls weiter vorne als stern.de, für die ich den Artikel damals schrieb!

Das brachte mich auf die Idee, Affiliate-Werbung der Deutschen Bahn einzubauen, die ich übrigens hier auch gleich kritisiert habe. Meine Überlegung dabei: Wer sich über BahnCards informiert, denkt ohnehin darüber nach, ein zu kaufen. Ich sage in den Texten meine ehrliche Meinung. Und es gibt zu den BahnCards kein Konkurrenzprodukt – warum sollen die Leute also nicht eine über meine Seite kaufen?

Werbung und Objektivität?

Als jemand, der Geld verdienen möchte, schneide ich mir jedoch ins eigene Fleisch: Ich halte die BahnCard 25 ökonmisch günstiger, das habe ich auch geschrieben, die BahnCard 50 hingegen kritisiere ich, u.a. weil sie sich nicht auf die Sparpreise anrechnen lässt. Tatsächlich wurde über meine Seite noch keine einzige BahnCard 50 verkauft.

Das zeigt auch einmal mehr, wie weit sich Verbraucher in ihren Kaufentscheidungen auch von Blogtexten und Meinungen im Internet beeinflussen lassen – und welche Verantwortung wir als Blogger gegenüber unseren Lesern haben.

Online-Werbung überrundet print

Eigentlich müssten wir (Blogger!) demächst alle reich werden. Denn wie der Bundesverband Digitale Wirtschaft gerade meldet, ist der Markt für Online-Werbung 2010 brutto um 26 Prozent gewachsen. Demnach hat das Internet erstmals auch die Zeitungen überrundet und war zweitstärkstes Werbemedium nach TV. Die Prognose für 2010 lautet: Weiteres Wachstum. Die Frage ist nur: Wer bekommt ein Stück ab vom Kuchen?

Zunächst mal die Fakten: Der Online-Werbemarkt in Deutschland ist 2010 um insgesamt 26 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro gewachsen. Dies geht aus der Erhebung der Bruttowerbeinvestitionen durch den Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hervor. Der Online-Anteil am Mediamix steigt weiter an und beträgt mit 19,2 Prozent fast ein Fünftel des Gesamtwerbemarkts.

Internet überrundet Zeitungen

Damit hat das Internet 2010 zum ersten Mal die Gattung Zeitungen (19,0 Prozent) knapp überrundet und sich als zweitstärkstes Werbemedium im Mediamix positioniert.

Für 2011 prognostiziert der OVK ein weiteres Wachstum der Online-Werbung von 16 Prozent auf über 6 Milliarden Euro Bruttowerbevolumen. Alle Zahlen zum Online-Werbemarkt 2010 in Deutschland sowie die Prognose für 2011 finden Sie im neuen OVK Online-Report 2011/01, den man unter http://www.bvdw.org sowie http://www.ovk.de nachlesen kann.

Klassische Online-Werbung als Wachstumstreiber

Der Vorjahresvergleich zeigt, dass klassische Online-Werbung erneut am stärksten von der positiven Entwicklung des Online-Werbemarktes profitiert hat. Mit einer Zuwachsrate von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat sie 2010 zum ersten Mal die 3-Milliarden-Euro-Grenze überschritten.

Mit insgesamt 3.151 Millionen Euro verzeichnet sie damit den höchsten Wert der drei betrachteten Segmente. Auf Platz zwei liegt die Suchwortvermarktung mit Werbeinvestitionen von 1.867 Millionen Euro und einer Wachstumsrate von 15 Prozent gegenüber 2009. Es folgen die Affiliate-Netzwerke mit 339 Millionen Euro und einem Zuwachs von 10 Prozent.

Prognose für 2011: über 6 Milliarden Euro

Für das laufende Jahr geht der Online-Vermarkterkreis von einer ungebrochen positiven Entwicklung des Online-Werbemarktes aus, wobei sich die Auswirkungen nach dem äußerst positiven "Nach-Krisenjahr-Effekt" des Jahres 2010 in diesem Jahr wieder normalisieren werden.

Der OVK prognostiziert für 2011 ein Wachstum des gesamten Online-Werbemarkts von 16 Prozent. Damit würde das Bruttowerbevolumen der Internet-Werbung bei über 6 Milliarden Euro liegen.

Wer bekommt den Kuchen?

Die Frage ist nur: Wer bekommt ein Stück ab vom Kuchen? Und zu welchen Bedingungen? Wie ich im letzten Beitrag dieser Serie bereits aufgeführt habe, ist die Verteilung der einzelnen Werbeformen höchst unterschiedlich:

Zwar wollen viele in Display-Ads investieren, aber auch Suchmaschinenoptimierungs-Links und Affiliate-Programme sind bei Vermarktern sehr beliebt - und das sind, wie ebenfalls gesagt, beides keine Werbeformen, die für kleine Blogger besonders zuträglich wären.

Nur Krümel

Von den 6 Milliarden werden unten an der Basis also nur ein paar Krümel ankommen! Tja, so schnell relativieren sich Zahlen!

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  1. Simone Janson

    Hallo Sascha, danke für den Super-Kommentar. Ich fand halt dein Interview wirklich klasse, weil du einer der wenigen auch bekannteren Blogger bist, der ehrlich über das Thema Geld verdienen redet.
    War nur ein paar Tage in Urlaub und Offline - daher die späte Antwort, sorry.
    Und ich fände es dringend notwendig, dass man etwas pragmatischer über das Thema spricht,.
    Du kommst daher nicht nur in meinem Blog, sondern auch in meinen Voträgen vor - demnächst wohl wieder beim Medienforum Mittweida:

    Schön übrigens, dass dir die Serie gefällt - da ist auch noch einiges geplant. Leider habe ich keine vier Mitarbeiter :-)

  2. Sascha Pallenberg

    jetzt habe ich noch vergessen zu sagen, dass mit die komplette Serie "Geld verdienen mit Bloggen" extrem gut gefaellt.

  3. Sascha Pallenberg

    Hallo Simone und vielen Dank fuer das nette Feature.

    Nicht nur die Tatsache, dass du dir zum Thema Gedanken machst, sondern auch den Punkt der Objektivitaet ansprichst, finde ich sehr wichtig.

    Auf meiner Seite weise ich immer wieder darauf hin, dass ich nur Produkte empfehle, die ich auch selber gekauft habe bzw. kaufen wuerde. Ich kann es mir einfach nicht erlauben, irgendwas zu empfehlen, was mir zwar sehr gute Umsaetze verspricht, aber letztendlich nur aufgrund dieser Tatsache empfohlen wird. Meine Reputation waere umgehend futsch.

    Natuerlich berichte ich ja generell ueber Produkte, was Affiliate weitaus einfacher macht und ja, es gibt auch ein wenig mehr als fuer Buecher, dennoch sind Elektronik-Produkte via Amazon auf 10 Euro Provision limitiert. Aergerlich wenn da ein Mac fuer 2000 Euro ueber die virtuelle Ladentheke geht :/

    Meine Leser lieben Amazon und das liegt vor allen Dingen an dem tollen Support, der dort geboten wird. Um dir in etwa eine Hausnummer zu nennen: Die Conversion-Rate liegt bei 2-3%!

    Ehrlich bloggen, persoenliche Empfehlungen aussprechen, die mehr Empfehlung als potentieller Verdienst sein sollten und es klappt mit Affiliate. Zumindest bei meinem Nischen-Thema.

    Viele Gruesse aus Taipei

  4. Simone Janson

    Frisch gebloggt: Serie – Geld verdienen mit Bloggen: Affiliate-Programme – Sinn & Unsinn

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